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StartseiteVerbrauchertippZucker und Arsen im Fertigbrei28.08.2019

Babynahrung im TestZucker und Arsen im Fertigbrei

Beim ersten Brei für ihre Kinder greifen viele Eltern auf Fertigprodukte zurück. Doch die Stiftung Warentest hat in einigen Pulvern Schadstoffe wie Arsen gefunden. Auch ist oft zu viel Zucker enthalten. Nur wenige Breie erhielten die Note "gut".

Von Dieter Nürnberger

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Ein Baby wird mit Brei gefüttert. (picture alliance / dpa / Hans Wiedl)
Nur drei von 19 Milch-Getreide-Breien erhielten eine gute Gesamtbewertung (picture alliance / dpa / Hans Wiedl)
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Frühestens ab dem fünften Monat sollte das Baby seinen ersten Brei bekommen. Kleinere Portionen, damit sich die Verdauung umstellen kann. Ernährungsexperten empfehlen dafür zuerst einen Gemüsebrei, dem nach und nach auch Kartoffeln und etwas Fleisch hinzugefügt werden kann. Etwas später - so ab dem sechsten Monat - dann einen Getreide-Milch-Brei. Dieser liefert vor allem Eiweiß und Kalzium. Viele Eltern schenken hier vor allem Fertigprodukten ihr Vertrauen. In der Untersuchung der Stiftung Warentest waren es Pulver, die einfach mit heißem Wasser angerührt werden oder auch Milch-Getreide-Breie, die es im Glas schon fertig zu kaufen gibt.

Von der mikrobiologischen Qualität war alles in Ordnung. Das heißt: Im Labor wurde keine kritischen Keimbelastungen nachgewiesen. Ein erstes beruhigendes Ergebnis, doch trübte sich das Bild bei der Schadstoff-Untersuchung. Hier hatten fünf von insgesamt 19 Produkten Probleme, sagt Warentesterin Sara Waldau:        

"Wir haben vor allem in Pulvern nennenswerte Mengen an kritischen Stoffen gefunden. Das war unter anderem Arsen. Das kommt aus der Reispflanze, das waren zwei Reisbreie. Da lagen die Gehalte knapp unter dem Grenzwert für Beikost, da empfehlen wir, dass Kinder eben nicht jeden Tag Reisbrei bekommen sollten. In zwei anderen Breien war es der Stoff Chlorat. Auch hier wurde der Grenzwert knapp eingehalten. Zu viel Chlorat kann aber dazu führen, dass die Jodaufnahme gehemmt wird. Und wir hatten auch einen Brei in der Untersuchung, da war ein Fett-Schadstoff drin: 3-MCPD-Ester. Der gilt als möglicherweise krebserregend. Da gibt es aber noch keinen Grenzwert."

Bedenklich hoher Zuckergehalt

Vorbeugender Verbraucherschutz ist für die Stiftung Warentest der Grund für die Abwertung der Produkte, in denen die Schadstoffe nachgewiesen wurden. Bedenklich war aber ein mitunter zu hoher Zuckergehalt der Fertigbreie für Säuglinge. Der Zucker wird den Produkten zugesetzt. Wobei jener aus frischem Obst als weniger kritisch gilt, da der Körper ihn langsamer aufnimmt. 

Auswahl an Babynahrung in einem Drogeriemarkt .  (imago)In einigen Produkten fanden die Tester reichlich Zucker (imago)

"Wir haben in einigen Produkten noch reichlich Zucker gefunden. Oder auch Fruchtpulver, was dazu führt, dass diese Breie sehr süß schmecken. Und Babys haben eine sehr intensive Süß-Wahrnehmung. Das kann sie für das spätere Leben beeinflussen. Das heißt, wenn sie sich zu sehr an Süße gewöhnen, könnten sie auch, wenn sie älter sind, vor allem eben Süßes mögen. Was ja ein prinzipieller Indikator für Übergewicht ist."

Viele Breie liefern zudem nur sehr wenig Eisen, obwohl es für Kinder im zweiten Lebenshalbjahr als wichtig angesehen wird. Letztlich erhielten nur drei von 19 Milch-Getreide-Breien eine gute Gesamtbewertung. Warentester Sara Waldau.

"Das sind zum einem zwei Pulver: "dm Babylove Milchbrei Gries Bio" und auch der "Hipp Bio-Milchbrei Gute Nacht Kinderkeks". Aus dem Glas hat nur einer gut abgeschnitten - "Alnatura Abendbrei Griesbrei pur".

Wer selbst kocht, kann Zutaten bestimmen

Allesamt Bio-Produkte ohne intensive Fruchtzusätze und mit wenig Zucker. Sie kosten zwischen rund 50 und 80 Cent je 100 Gramm. Doch eines sollte - laut Stiftung Warentest - stets auch bei der Babynahrung erwogen werden: Einen schmackhaften und nahrhaften Brei können Eltern natürlich auch selber anrühren.

"Gerade der Milch- und Getreidebrei lässt sich sehr schnell und einfach zubereiten. Die einzige Crux ist, dass die Milch nicht anbrennt. Ansonsten: Milch erhitzen, Getreideflocken hinzugeben und schließlich noch etwas saisonales Obst darunterrühren und damit ist der Brei schon fertig. Wer selber kocht, hat nämlich auch die Zutaten in der Hand. Wer keinen Zucker beigibt, hat auch keinen zugesetzten Zucker drin." 

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