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StartseiteVerbrauchertippGefahr des Verschluckens bei Alltagsgegenständen11.09.2018

Babys und KleinkinderGefahr des Verschluckens bei Alltagsgegenständen

Kinder haben eine große Freude an Gegenständen aus dem Alltag. Doch gerade für Kinder unter drei Jahren bergen diese große Risiken, denn sie könnten diese versehentlich verschlucken. Das gilt zum Beispiel auch für Münzen bis zu zwei Zentimetern - auch Pappe kann gesundheitsschädigend sein.

Von Lisa von Prondzinski

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Ein Baby mit einem großen Sonnenhut liegt auf dem am Bauch auf einer Decke auf einer Wiese im Sommer. (imago / McPWOD)
Ein Baby auf Erkundungstour: Dinge, die verschluckt werden könnten, sollten dort nicht liegen. (imago / McPWOD)
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Kurz weggeschaut und schon ist es passiert: Das Kind hat etwas im Mund, aber nichts zum Essen. Dieser Kölner Vater eines zweijährigen Jungen kennt das nur zu gut: 

"Es waren Münzen, es waren Zigarettenstummel, es war auch einmal die dreckige Auffangschale in der Spüle, die er mit der Zunge einmal schön abgeleckt hat."

Zum Glück ist bisher nie irgendetwas Ernstes passiert. Dass Kinder unter drei Jahren die Welt mit allen Sinnen erforschen, ist grundsätzlich ganz normal und gut.  Das birgt jedoch auch Risiken, denn prinzipiell können die Kleinen viele Alltagsgegenstände verschlucken: Sehr häufig sind es Münzen bis zu zwei Zentimetern Durchmesser, aber auch Spielzeugteile etwa aus der Playmobil-Ausstattung von älteren Geschwistern, erklärt Michael Laschat, Leitender Oberarzt der Klinik für Kinderanästhesie im Kölner Kinderkrankenhaus Amsterdamer Straße:

 "Die Atemwege sind sehr klein bei diesen Kindern, die Schluckkoordination, die  ist noch nicht voll entwickelt. Die Kinder haben noch nicht das volle Gebiss, das heißt, dass die beim Verschlucken von Fremdkörpern, die auch in die Luftwege kommen können, und die Kinder ersticken daran."

Besonders gefährlich sind Knopfzellen. Die kleinen glitzernden Batterien finden sich beispielsweise in  Fernbedienungen  aber leider auch in Spielzeug. Und allzu häufig lassen sich die Batteriefächer vergleichsweise leicht öffnen, sagt der Kinderarzt.  Verschluckt ein Kind eine Knopfzelle, müssen Eltern sofort handeln, denn:

"Es entwickelt sich eine sehr aggressive Lauge, die innerhalb von kürzester Zeit Gewebeschäden macht, die sehr, sehr tief gehen können. Das ist ein Notfall. Diese Kinder müssen sofort in die Klinik und müssen sofort behandelt werden. Die Batterie muss sofort entfernt werden."

Chemikalien sind für Kleinkinder riskant

Risiken zu Hause bergen aber auch bestimmte Chemikalien wie Farbstoffe, die an sich bei kurzem Körperkontakt unbedenklich sind. Kaut das Kind aber etwa auf Papas Zeitung herum, löst sich wahrscheinlich nach kurzer Zeit die Druckerschwärze im Mund ab.  Auch auf bedrucktem Geschenkpapier oder Kunststoffverpackungen von Lebensmitteln können Schadstoffe an der Oberfläche oder im Material stecken, sagt Kerstin Etzenbach-Effers von der Verbraucherzentrale Nordrhein Westfalen.

"Wenn man zum Beispiel bedruckte Verpackungen oder Papiere hat, da können Mineralölbestandteile drin sein, die gesundheitsschädlich sind. Und noch andere Stoffe wie zum Beispiel Photoinitiatoren, die in den Farben verwendet werden."

Auch Eierkartons gehören nicht in die Hände von Kleinkindern. Hier besteht zusätzlich ein erhöhtes Gesundheitsrisiko durch krankmachende Keime, die auf der Pappe haften können.

"Eierkartons dürfen selbst fürs Verpacken von Eiern nur einmal verwendet werden, weil die Gefahr besteht, dass sie mit Hühnerkot oder mit Salmonellen  verunreinigt sind."

Immer außer Reichweite  gelagert werden müssen Cremetiegel, Wasch- und Reinigungsmittel. Eltern sollten ihrem Kind auch niemals leere bunte Putzmittelflaschen zum Spielen geben. Denn woher soll es wissen, das es die leere Flasche nehmen kann und die volle nicht?

Wer Kinder unter drei Jahren hat, sollte möglichst alles, was verschluckbar ist, wegräumen. Ungefährlich zum Spielen sind beispielsweise Schüsseln aus Kunststoff, Löffel, Becher oder Schneebesen -  also Alltagsgegenstände, die auch  für den Lebensmittelkontakt geeignet sind.

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