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StartseiteVerbrauchertippBequem und in Kontakt18.12.2019

Babytragetücher Bequem und in Kontakt

Mit Babytragen oder Tragetüchern sind Eltern mobiler: Treppen, Waldwege, Strände, öffentliche Verkehrsmittel lassen sich einfacher bewältigen. Wichtig ist, dass die Kinder darin richtig sitzen - vor allem Wickeltücher haben bei der Stiftung Warentest jetzt gute Noten bekommen.

Von Dieter Nürnberger

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Ein Vater trägt ein Baby an der Brust und schaut dabei auf sein Smartphone (imago stock&people)
Wer ein Tragetuch verwenden will, sollte sich vorher die spezielle Wickeltechnik aneignen (imago stock&people)
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Zwar sollten Mütter direkt nach der Geburt schon ein paar Wochen abwarten und sich besser von den Strapazen der Entbindung erholen, bevor sie ihr Neugeborenes länger quer durch die Welt tragen, doch auch Väter oder Großeltern eignen sich ja bestens dafür. Der Transport der Kleinsten per Tragetuch oder Babytrage tue auf jeden Fall allen Beteiligten gut, sag Stephan Scherfenberg von der Stiftung Warentest.

"Die Mutter hat das Kind bei sich, sie hat es immer unter Kontrolle. Das Kind ist ganz eng bei der Mama, so wie vorher im Bauch und es fühlt sich sicher und geborgen. Tücher und Babytragen sind alle ab der Geburt ausgelobt und sie sollen im besten Fall auch noch die Beinhaltung des Kindes fördern, so dass sich die Hüfte ordentlich ausbilden kann. Das alles hat auch noch einen orthopädischen Aspekt."

Wickeltechnik beim Tragetuch wichtig

Wenn auf den richtigen Sitz der Babys geachtet wird. Wer ein Tragetuch verwenden will, sollte sich vorher die spezielle Wickeltechnik aneignen. Erste Anleitungen dafür geben oft schon Kurse zur Geburtsvorbereitung oder auch eine Hebamme. Die vier untersuchten Tragetücher wurden allesamt mit gut bewertet. Bei den Babytragen wird zwischen Halb- und Vollschnallentragen unterschieden. Diese ähneln meist einem Rucksack und gelten als - mehr oder weniger - einfach handhabbar.

"Bei manchen müssen Sie einfach nur Klett- oder Klickverschlüsse verschließen - und gerade für Männer ist das wohl angenehmer oder sie können sich damit eher identifizieren. Der Nachteil ist aber, dass das Kind nicht immer optimal darin sitzt. Gerade wenn das Kind wächst und dann auch andere Beinhaltungen hat, lassen sich einige von diesen Tragen nicht optimal an die Größe des Kindes anpassen. Ein Tuch, das binden Sie jedes Mal neu und optimal immer an die Größe des Kindes angepasst."

Günstigere Wickeltücher liegen meist vorn 

Bei den Babytragen gab es auch mangelhafte Ergebnisse: Zum einen wurden in zwei Produkten Schadstoffe im Innenfutter nachgewiesen. Formaldehyd kann die Haut reizen und Allergien auslösen, ein gefundenes Flammschutzmittel gilt als krebserzeugend. Und zwei Halbschnallentragen können für das Kind ein Sicherheitsproblem darstellen, so Stephan Scherfenberg: "Da werden die Gurte über die Schulter gelegt und wenn Sie das Kind auf dem Rücken tragen, können diese Gurte theoretisch von der Schulter rutschen - wie bei einem Rucksack auch. Und dann stürzt das Kind zu Boden. Es gibt andere Halbschnallentragen, die dies vorne mit einem zusätzlichen Brustgurt verhindern. Das ist natürlich besser. Und als Reaktion auf unsere Untersuchung haben die beiden Anbieter mitgeteilt, dass sie ihre Tragen mit Brustgurten nachrüsten."

In der Untersuchung lagen die meist günstigeren Wickeltücher vorn. Die beiden Testsieger eignen sich auch für das Tragen des Kleinkindes auf dem Rücken, was nicht bei allen Tüchern der Fall ist.

"Ein Tuch von 'Amazonas' - das kostet 50 Euro. Ist recht preiswert und es hat in allen Punkten die besten Noten erzielt. 'Didymos' ist auch ein ziemlich gutes Tuch, ein Klassiker. Kostet allerdings über 100 Euro. Und wenn Sie lieber eine Trage haben möchten, dann würden wir die 'Hoppediz Nabaca' empfehlen. Kostet auch rund 150 Euro - ist eine Stange Geld, aber wer lieber eine Trage haben möchte, ist mit dieser gut bedient."

Und vor einem Kauf sollten Eltern sich natürlich die Wickeltücher und auch Babytragen ausführlich erklären lassen. Und so kompliziert sei das Erlernen der Wickeltechnik bei den Tüchern auch nicht, so zumindest die Stiftung Warentest.    

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