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StartseiteInformationen am MittagAufseher erwarten mehr Kreditausfälle05.05.2020

Banken in der Coronakrise Aufseher erwarten mehr Kreditausfälle

Trotz der bisherigen Stabilität des Bankensektors in der Coronakrise warnen die Aufseher von Bundesbank und Bafin vor möglichen Schieflagen einzelner Banken. Im dritten Quartal dürften laut Schätzungen der Bundesbank die Kreditausfälle zunehmen.

Von Mischa Erhardt

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„Die Banken sind aktuell stabil“, sagt Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling (Photocase | Imago)
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An diesem Vormittag hat die Bundesbank weniger auf sich geschaut als auf die Banken. Denn die Bundesbank ist zusammen mit der Finanzdienstleistungsaufsicht Bafin für Regulierung und Aufsicht der Banken zuständig. Das Urteil in Karlsruhe war kein Thema. Dafür die Frage, wie stabil das Bankensystem in dieser Krise ist.

"Die Banken sind aktuell stabil", sagte Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling in der Online-Konferenz.

"Die aktuelle Krise zeigt im Übrigen eindrücklich, dass wir als Aufsicht die richtigen Lehren aus der letzten Krise gezogen haben. Viele, auch von Banken kritisierte Maßnahmen, erweisen sich jetzt als Gold wert".

Weitere Prognosen sind schwierig

Die Banken verfügten über Kapitalpuffer in dreistelliger Milliardenhöhe, um Kredite an Unternehmen zu vergeben – und im Notfall auch Verluste aus Kreditausfällen stemmen zu können. Im dritten Quartal dürften laut Schätzungen der Bundesbank Kreditausfälle zunehmen. Allerdings seien Prognosen derzeit schwer bis unmöglich – alles hänge vom weiteren Verlauf der Pandemie ab.

"Wir müssen besonders die Kreditrisiken ernst nehmen, aber auch diese scheinen, Stand heute, zumindest im Aggregat tragbar. Oder, um in einem Bild zu sprechen: Die Deiche sind hoch und dicht, aber niemand weiß, wie hoch die Flut sein wird".

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Eine Flut jedenfalls brandet schon – nämlich die von Kreditanfragen. Virtuell anwesend war auch Ingrid Hengster, im Vorstand der KfW zuständig für die Inlandsförderung. Sie bescheinigte, dass die Nachfrage nach Hilfskrediten aus der Wirtschaft ungebrochen hoch sei: 27.000 Anträge lägen vor, in Höhe eines Gesamtvolumens von 34 Milliarden Euro. Angesichts dieser Welle von Krediten gelte es, wachsam zu sein, mahnten denn auch die Bankenaufseher. Gelder und Kredite dürften nicht in Unternehmen fließen, die keinerlei Zukunft haben. Yves Mersch, Vize-Chef der Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank: "Wir sollten aufpassen, dass wir nicht in eine Zombiewirtschaft hineinwachsen, wo aus Liquiditätsproblemen dann die Solvenzprobleme unerkannt bleiben. Das ist eine andere Gefahr, die wir umschiffen müssen".

Kein Eintritt in eine dauerhafte Deregulierungsphase

Trotz der bisherigen Stabilität des Bankensektors in dieser Krise warnen die Aufseher aber auch, dass vereinzelt Banken in Schieflage geraten könnten. Um Banken generell stabil zu halten und ihnen mehr Spielraum in der Krise zu geben, hatten die Aufseher einige Kapitalanforderungen und Regulierungen für Banken im Zuge der Corona-Krise gelockert. Das will der Präsident der Bankenaufsicht, Felix Hufeld, aber nicht falsch verstanden wissen.

"Ich möchte nur mit aller Deutlichkeit sagen: Wir sollten das, was unter den extremen Bedingungen einer Krise angemessen ist, nicht verwechseln mit einem Dauerzustand".

Man werde Schritt für Schritt in einen regulatorischen Normalzustand zurückfinden. Der jetzige Zustand solle nicht als Eintritt in eine dauerhafte Deregulierungsphase missverstanden werden.

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