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StartseiteVerbrauchertippBargeld häufig nicht von Hausratversicherung geschützt09.08.2019

BankschließfächerBargeld häufig nicht von Hausratversicherung geschützt

Bankenschließfächer gelten gemeinhin als sicher. Mehrfache Sicherheitsvorkehrungen sorgen für eine sichere Verwahrung von Wertgegenständen, sagen die Banken. Im Mai sorgte jedoch ein spektakulärer Millionenraub aus einem Schließfach einer Münchner Bank für Skepsis. Wann sich eine Versicherung lohnt.

Von Susanne Lettenbauer

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Blick in einen Raum einer Bank, in der sich viele Schließfächer befinden. Eines davon ist geöffnet. (Keystone / Jochen Zick)
Für den Inhalt eines Bankenschließfaches und dessen Schutz ist der Kunde allein verantwortlich (Keystone / Jochen Zick)
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"Hier am Anfang ist es so, dass man nur mit einer elektronischen Chipkarte reinkommt."

Sicherheit wird bei der Stadtsparkasse München groß geschrieben, erklärt Sprecher Sebastian Sippl. Der Zutritt zu den 6300 Bankschließfächern seines Bankhauses erfolgt durch ein zweistufiges System. Erstens mit der Bankkarte des Kunden und zweitens durch einen Schlüssel für das Fach:

"Also wenn jemand bei uns so ein Schließfach mietet, dann bekommt er zwei Schlüssel, das sind Unikate. Wenn die weg sind, müssen wir dann das Schließfach aufbrechen. Einer der wenigen Fälle, wo wir das öffnen dürfen. Mit dieser doppelten Sicherheit arbeiten wir schon seit vielen Jahren, da ist noch nie etwas passiert."

Unregelmäßigkeiten werden registriert

Personen mit Vollmacht erhalten Zutritt nur per Ausweis und Kennwort. Die zwei Räume mit den silbernen Schließfächern sind nochmal durch eine dicke Tresortür versperrt. Die Kassetten und deren Inhalt kann man in abschließbaren Kabinen begutachten und verwalten. Jede Unregelmäßigkeit in den Räumen wird registriert:

"Es gibt eine Sensorik, das heißt, wenn man Gewalteinwirkung merkt, dann gibt es einen Alarm, erst einmal einen stillen Alarm, so dass wir auf jeden Fall aufmerksam werden: Moment mal, entweder braucht jemand eine Brille und hat sich vertan oder er macht sich an einem anderen Fach zu schaffen, dann wird der Sicherheitsdienst oder die Polizei verständigt."

Für den Inhalt des Schließfaches und dessen Schutz ist der Kunde allein verantwortlich, sagt Sparkassensprecher Sippl. Die Bank wisse grundsätzlich nicht, was die Kunden in den Bankschließfächern verwahren. Deshalb muss sich auch der Kunde um eine Absicherung kümmern, zum Beispiel wenn der Schlüssel verloren geht oder ein Familienmitglied mit Zugangsberechtigung unerlaubterweise Gegenstände entwendet. Teilweise übernehmen Hausratsversicherungen die Schadensregulierung. Wenn nicht, bietet auch die Bank den Service an:

"Also es ist in der Tat so, dass wir das unseren Kunden anbieten, nicht automatisch, aber die Kunden können das – wir arbeiten da mit der Bayern Versicherung zusammen – schon nochmal versichern lassen wollen, wenn sie der Meinung sind, dass das nötig ist."

Bargeld häufig nicht in Hausratversicherung enthalten

Bevor man eine extra Versicherung für das Bankschließfach unterschreibt, sollte man prüfen, ob diese Leistung nicht bereits bei der Hausratsversicherung enthalten ist, rät Verbraucherschützer Sascha Straub aus München:

"Also letztendlich muss man schauen, dass zum Beispiel Bargeld häufig nicht vom Versicherungsschutz umfasst, wenn man Pech hat. Da sollte man gucken, dass es versichert ist beziehungsweise die Banken bestehen häufig darauf, dass Sie zum Beispiel die entsprechenden laufenden Nummern der einzelnen Scheine dann dokumentiert abgelegt bekommen, weil es im Grunde genommen sehr schwierig ist, nachher nachzuweisen, wie viel Bargeld man eigentlich eingelagert hat, so dass man schauen muss, was ist erst einmal an Dokumentation zu erbringen."

Trotzdem sei eine Versicherung tatsächlich sinnvoll, so Straub:

"Das ist durchaus sehr sinnvoll und anzuraten, weil die Bank letztlich nur das verantwortet, was sie selbst verschuldet hat, das heißt ein klassischer Banküberfall, wo die Fächer dann ausgeräumt werden – das hat die Bank ja nicht verschuldet, da gibt es nur die Versicherungslösung."

Und die hat ihren Preis. Erste Angebote beginnen bei 40 Euro und erhöhen sich je nach Wert der verwahrten Dokumente, Gegenstände oder Geldscheine. Oder der Versicherungsbetrag ist gleich in der Miete des Bankschließfachs enthalten.

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