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StartseiteVerbrauchertippDie Vorteile von Bausparverträgen14.01.2019

BaufinanzierungDie Vorteile von Bausparverträgen

Bausparen sei nach wie vor ein solides und auch vergleichsweise günstiges Fundament für die eigenen vier Wände, hat die Stiftung Warentest in ihrer Untersuchung herausgefunden. Gegenüber Bankdarlehen können Bausparverträge vor allem mit ihrem festen Zinssatz und möglichen Förderprämien punkten.

Von Dieter Nürnberger

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Dachkonstruktion auf einer Baustelle für ein Einfamilienhaus Foto: Frank May / picture alliance | Verwendung weltweit (picture alliance)
Stiftung Warentest: Bausparvertrag nach wie vor ein solides, günstiges Fundament für die eigenen vier Wände (picture alliance)
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Nicht nur bei Banken, auch bei den Bausparkassen sind die Sparzinsen immer noch im Keller. So beträgt der Guthabenzins für Bausparer derzeit meist nur 0,05 bis 0,25 Prozent. Und da Bausparkassen mitunter recht hohe Abschluss- und Jahresgebühren verlangen, sind Kredite der Banken meist günstiger. Dennoch sollten potenzielle Bauherren oder Immobilienkäufer die Angebote der Bausparkassen nicht von vornherein links liegen lassen, sagt Jörg Sahr, Baufinanzierungsexperte der Stiftung Warentest.

"Bausparen kann sich lohnen - nicht als Sparvertrag, aber eben als Baustein für eine künftige Baufinanzierung. Denn das Bausparen bietet ja einen einzigartigen Vorteil: Der Zinssatz für das künftige Bauspardarlehen steht heute schon fest. Auch wenn man das Geld zum Bauen oder Kaufen beispielsweise erst in sieben oder zehn Jahren benötigt. Und diesen Vorteil bietet kein anderes Finanzprodukt."

Fester Zinssatz, Wohnungsbauprämie, Riester-Förderung

Derzeit liegen die Zinssätze für ein künftiges Bauspardarlehen meist zwischen zwei und drei Prozent - in der Regel garantiert für die nächsten sieben bis fünfzehn Jahre. Zum Vergleich: Für ein Bankdarlehen gehen die Warentester von einem Effektivzins von 4,5 Prozent aus. Zudem dürfe nicht erwartet werden, dass die gegenwärtig niedrigen Darlehenszinsen auf Dauer Bestand haben. Hinzu kommen weitere Pluspunkte: Bausparer haben Anspruch auf die staatliche Wohnungsbauprämie, auch kann ein Vertrag in die Riester-Förderung eingebunden werden.

"Dann gibt es bei den Bausparkassen auch keine Kleinsummen-Zuschläge - also Zinsaufschläge für kleine Darlehen von zum Beispiel 20.000 oder 30.000 Euro. Da verlangen Banken oft happige Zinsaufschläge. Bei Bausparkassen ist das nicht der Fall. Und das kann gerade bei kleineren Vorhaben wie etwa einer Modernisierung ein Vorteil sein."

Allerdings ist ein Bausparvertrag auch ein recht kompliziertes Konstrukt. Eine wichtige Größe ist der Zuteilungstermin: Ab diesem Zeitpunkt kann der Bausparer sein angespartes Mindestguthaben und das Darlehen für die Finanzierung abrufen. Es muss alles genau zusammenpassen, sagt Jörg Sahr.

Stolperfalle Zustelltermin

"Wichtig ist, dass das Geld auch zu dem Zeitpunkt voraussichtlich zur Verfügung steht, an dem man es zum Bauen benötigt. Dazu muss der Tarif genau auf die persönlichen Bedürfnisse des Bausparers zugeschnitten sein. Nur dann funktioniert das! Denn wenn beispielsweise die Sparrate zu klein ist - im Vergleich zur vereinbarten Bausparsumme - dann kann es passieren, dass man noch jahrelang warten muss, bis der Vertrag endlich zugeteilt werden kann."

In der aktuellen Untersuchung locken viele Tarife mit flexiblen Zuteilungsterminen und variablen Darlehenssummen. Oft allerdings sei diese Flexibilität an die Zustimmung der jeweiligen Kasse gebunden. Sie ist also nicht garantiert, auch könnten die Bedingungen mitunter eigenmächtig geändert werden. Die Stiftung Warentest rät daher zur Vorsicht. Dennoch gebe es viele gute und verlässliche Tarifangebote, so Jörg Sahr:

"Den Tarif, der für alle Bausparer und für alle Zielsetzungen optimal ist, gibt es leider nicht. Wir hatten vier Modellfälle im Test. Die 'Deutsche Bank'-Bausparkasse und die 'BHW'-Bausparkasse waren in drei von vier Modellfällen vorn, sie machten die Plätze unter sich aus. Kann man nicht auf jeden Fall übertragen, deutet aber darauf hin, dass man mit diesen Tarifen in vielen Fällen gut beraten ist."

Fazit: Für alle, die das spätere Bauspardarlehen auch wirklich in Anspruch nehmen, kann sich Bausparen auch heutzutage durchaus lohnen. Ohne Darlehen allerdings wäre es nur ein schlechter Sparvertrag.

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