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StartseiteVerbrauchertippSo wird der Garten winterfest01.10.2019

BaumschnittSo wird der Garten winterfest

Wann und wie macht man Bäume und Sträucher am besten winterfest? Jedenfalls nicht alle zugleich: Verschiedene Bäume wollen zu verschiedenen Zeiten geschnitten werden. Das richtige Schnittwerkzeug ist ebenfalls wichtig. Und manche Sträucher müssen gar nicht geschnitten werden.

Von Hilde Braun

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Junge Frau beim Winterschnitt an einem Apfelbaum (imago/chromorange)
Junge Frau beim Winterschnitt an einem Apfelbaum (Symbolbild) (imago/chromorange)
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Wenn das Laub gefallen ist, und der Rasen in die Ruhephase geht, sprich: aufhört zu wachsen, war es üblich im Garten "klar Schiff" zu machen. Das ist zwar nicht falsch, aber für viele Bäume ist die richtige Schnittzeit zu einem anderen Zeitpunkt. Beispiel Johannisbeersträucher. Oliver Fink ist Vorsitzender des Verbandes der Gartenbaumschulen in Deutschland und Österreich:

"Diesen Schnitt machen wir nach Frucht, habe ich die abgeerntet, säge ich die alten Triebe raus und lass ich im nächsten und übernächsten Jahr neue, junge Triebe aus der Basis bilden, und dann ist auch die Pflanze wieder verjüngt."

Diese Schnittweise nennt man den Verjüngungsschnitt, damit im nächsten Jahr die Ernte möglichst ertragreich wird. Ein anderer Schnitt ist der Formschnitt, der Bäume und Sträucher – wie der Begriff schon sagt – in eine schöne Form bringt, so kann man beispielsweise eine Eibe oder einen Buchsbaum in Kugel oder Pyramide formen. Bei Obstbäumen beispielsweise sollte der sogenannte Erziehungsschnitt durchgeführt werden.

Ein Schnitt nach der Blüte

"Ziel ist, dass man sich erstmal eine Krone schafft, die das Grundgerüst des Baumes wird," sagt Gärtnermeisterin Birgitta Höller. Bei Rosen ist die Sache eindeutig. Hier gilt: nur einmal schneiden, nämlich im Frühjahr, dann wenn die Forsythien blühen – es sei denn, man möchte eine zweite Blüte erreichen. Dann müssen nur die Rosenknospen nach der Blüte entfernt werden. Sie können aber auch stehen bleiben und damit den Vögeln im Winter als Futterquelle dienen. Forsythien sind beispielsweise zweijährige Pflanzen, sie bilden vor der Blüte Zweige und Knospen aus für das kommende Jahr. Ein Schnitt ist hier nach der Blüte erforderlich,

Oliver Fink:

"Wenn wir unten reinschauen, sehen wir viele dicke Äste, die aber im unteren Bereich kahl sind. Wir warten auf die Blüte im nächsten Jahr und gehen dann hin und nehmen uns eine kleine Säge, möglichst scharfe und werden uns aus diesem Busch, der jetzt 20 dicke Triebe aus der Basis heraus hat, also da, wo er aus dem Boden heraustritt, die sägen wir wirklich unten am Boden, da wo wir noch dran kommen, weg."

Nur bei hochwertigen Gartenscheren verheilen die Wunden der Bäume

Ganz wichtig dabei: das richtige Schnittwerkzeug. Sprich: scharfe hochwertige Gartenscheren, die regelmäßig nachgeschliffen werden, denn nur so verheilen die Wunden, die man beim Schnitt den Bäumen zufügt – und die Schere richtig halten.

"Und Wunden sollten verheilen und das tun sie natürlich in der Vegetationsphase besser als wenn ich sie vor der Ruhephase – nämlich im Herbst schneide."

Werden Sträucher ausgedünnt, dürfen keine Huthaken stehen bleiben. Nah am Ast soll der Schnitt erfolgen, damit keine Pilzerkrankunge oder Ähnliches entsteht.

Manche Sträucher müsse nicht geschnitten werden

"Das ist auch im Prinzip von der Schnittführung, sonst auch mal die Schere rumdrehen und da schneiden, so, also dann im Prinzip sauber wegschneiden. Aber wenn ich mir das einmal angewöhnt habe, dann mache ich es bei allen Pflanzen, und dann ist es auch grundsätzlich richtig."

Es gibt aber auch Sträucher, die nicht geschnitten werden müssen, um blühfähig zu bleiben, der Hibiscus beispielsweise. Tannen werden in der Regel überhaupt nicht geschnitten.

Wenn ein Baum völlig trocken ist, aber von unten neue Triebe bildet, ist hier in diesem Fall eine saubere Sägeführung unabdingbar, sagt Birgitta Höller, denn dann kann der Baum überleben: "Die Pflanzen haben die Möglichkeit, die Wunden, die wir schneiden, zu heilen, indem sie durch Gewebe überwachsen, was sie dann neu bilden."

Im Herbst lassen sich gut Laub-, Apfel- oder Birnbäume schneiden. Gärtner haben jetzt die beste Sicht auf die blätterfreien Äste und Zweige.

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