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Bayerns Verfassungsschutz"Mögliche Verbindung zwischen NSU und Fall Lübcke prüfen"

Ein Bild des getöteteten Walter Lübcke steht vor Beginn einer Kundgebung in Kassel auf dem Podium neben dem Rednerpult. (picture alliance/Uwe Zucchi/dpa)
Kundgebung "Zusammen sind wir stark" (Archivbild) als Reaktion auf die Ermordung Walter Lübckes (picture alliance/Uwe Zucchi/dpa)

Am ersten Jahrestag der Urteilsverkündung im NSU-Prozess sieht der bayerische Verfassungsschutz Ermittlungsbedarf zu möglichen Verbindungen zwischen der Terrorzelle und dem Mordfall Lübcke.

Der Präsident des Landesamts für Verfassungsschutz, Körner, sagte im Bayerischen Rundfunk, man werde sich ganz intensiv an der weiteren Aufklärung beteiligen. Für Aussagen über Ähnlichkeiten oder gar Beziehungen zwischen dem NSU und dem Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten sei es aber noch zu früh.

Opferanwältin enttäuscht

Seda Basay-Yildiz, eine der Anwältinnen von NSU-Opfern, glaubt, dass die Behörden Zeit vertan haben. Nach dem Mord an Walter Lübcke werde wieder über Netzwerke gesprochen, die schon im NSU-Prozess Thema waren. Diese Netzwerke seien damals aber nicht ernsthaft durchleuchtet worden, erklärte Basay-Yildiz.

Ombudsfrau John: Rechtsextremistische Gefahr wird weiter unterschätzt

Barbara John, die Ombudsfrau für die Opfer des NSU, meint, dass die von Rechtsterroristen ausgehende Gefahr weiter unterschätzt wird. Mord sei für diese Täter eine politische Botschaft. Sie wollten bestimmen, wer in Deutschland ein Lebensrecht habe und wer nicht. Daher müsse die rechtsextremistische Szene ganz anders beobachtet werden und es bedürfe neuer Ermittlungsstrukturen, betonte John.

NSU-Urteile noch nicht rechtskräftig

Heute vor einem Jahr wurden die Urteil im Prozess gegen die rechtsextreme Terrorzelle NSU gesprochen. Sie sind in weiten Teilen noch nicht rechtskräftig. Die schriftliche Urteilsbegründung steht noch aus. Der Kasseler Regierungspräsident Lübcke wurde Anfang Juni erschossen. Der inhaftierte Tatverdächtige kommt aus der rechtsextremen Szene.