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StartseiteSternzeitMondsichel löscht Riesenstern01.09.2021

Bedeckung von MebsutaMondsichel löscht Riesenstern

Morgen früh kommt es zur wohl schönsten Sternbedeckung des Jahres. Die Mondsichel schiebt sich für eine Stunde vor den Stern Mebsuta im Sternbild Zwillinge. Der Name bedeutet im Arabischen "ausgestreckte Pfote" und geht auf eine Zeit zurück, als man in dieser Himmelsgegend noch einen Löwen sah.

Von Dirk Lorenzen

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Mondgrafik (Stellarium)
In der Frühe gegen 3 Uhr MESZ taucht Mebsuta wieder am dunklen rechten Mondrand auf (Stellarium)

Mebsuta ist ein Riesenstern, der etwa 8500-mal stärker als die Sonne leuchtet. Da er gut 800 Lichtjahre entfernt ist, fällt er am Himmel nicht besonders auf. Morgen gegen 02.10 Uhr verschwindet er auf der hellen Seite des Mondes. Kurz vor 3 Uhr taucht Mebsuta am dunklen Mondrand wieder auf.

Versteckspiel mit Mondsichel und Riesenstern

Die Zeiten variieren je nach Beobachtungsort um einige Minuten. Mit bloßem Auge ist das Schauspiel leider kaum zu verfolgen. Aber schon in einem kleinen Fernglas ist zumindest das Erscheinen an der dunklen Mondseite gut zu erkennen.

Der Mond mit voll beleuchteter Rückseite vor der Erde  (NASA)Der Mond mit voll beleuchteter Rückseite vor der Erde (NASA)

Unser Mond bewegt sich pro Stunde etwa um seinen Durchmesser voran. Dabei schiebt er sich ständig vor andere Himmelsobjekte – besonders spektakulär ist es, wenn der Mond Planeten oder helle Sterne verschwinden lässt.

Ganz selten wandern auch mal Planeten vor Mebsuta entlang. 1976 bedeckte der Mars diesen Stern, der dabei mit seinem Licht die Atmosphäre des Planeten regelrecht durchleuchtete. Damals haben die Fachleute die Bedeckung mit großen Teleskopen verfolgt, um mehr über die Gashülle des roten Planeten zu erfahren. Morgen früh wird es einfach ein hübsches Versteckspiel mit Mondsichel und weit entferntem Riesenstern.

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