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StartseiteCampus & KarriereBeim Sparen kennt Berlin keine Tabus mehr06.01.2003

Beim Sparen kennt Berlin keine Tabus mehr

Politiker denken über die Einführung von Studiengebühren nach

Im Koalitionsvertrag der rot-roten Regierung von Berlin wurden Studiengebühren noch ausgeschlossen. Angesichts der dramatischen Haushaltslage scheint man nun umzudenken. SPD-Fraktionschef Michael Müller und Wissenschaftssenator Thomas Flierl von der PDS wollen die Einführung von Studiengebühren laut Presseberichten vom Wochenende nicht mehr ausschließen.

Wer glaubt, dass die Studierenden in Berlin angesichts neuer Pläne für Studiengebühren nun zum Aufstand rüsten, hat sich geirrt. " Da wir nun einmal kein Geld haben, ist es wahrscheinlich auch notwendig", sagt eine Studentin, eine andere meint: "Wir fragen uns nur, was wir dafür bekommen". Doch zusätzliche Kosten würden viele Studierende vor Probleme stellen. Schon jetzt werden sie in Berlin mit knapp 90 Euro Gebühren pro Semester zur Kasse gebeten. Obligatorische 109 Euro für das Semesterticket für die öffentlichen Verkehrsmittel kommen hinzu.

Eine zusätzliche Belastung der Studierenden könnte - so die Befürchtung von Gebühren-Gegnern - zu eine sozialen Schieflage führen. Der Vize-Präsident der Humboldt-Universität, Professor Heinz-Elmar Tenorth, teilt diese Sorgen nicht: "Ich erwarte keine Verschlechterung sondern je nach dem Modell eine deutliche Verbesserung. Wenn man familienunabhängig Studiengebühren einführt, Rückzahlung bindet an lebenslauf-spezifischen Erwerb von Berufspositionen und Verfügbarkeit eigener finanzieller Mittel und gleichzeitig noch Leistungsindikatoren einführt, die zu Abschlägen führen je nach Qualität und Dauer des Studiums, dann wird das ein attraktives Instrument sein."

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