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BelarusFestnahmen bei Protesten gegen Lukaschenko

Erneuter Anti-Lukaschenko Protest in Belarus: Kritiker des Machthabers laufen durch Minsk, einer von ihnen hält eine weiß-rote Flagge. (AFP / Stringer)
Erneuter Anti-Lukaschenko Protest in Belarus (AFP / Stringer)

In Belarus haben erneut Tausende bei Protesten den Rücktritt des Machthabers Lukaschenko gefordert. Wie Nachrichtenagenturen berichten, versammelten sich die Demonstranten in der Hauptstadt Minsk zunächst in ihren Wohnvierteln und bildeten Protestzüge. Es gab zahlreiche Festnahmen.

Gefangenentransporter und Wasserwerfer standen bereit. Metrostationen wurden abgeriegelt und das mobile Internet gedrosselt. Die großen Plätze der Hauptstadt wurden mit Metallgittern abgesperrt.

"Marsch gegen den Faschismus"

Der Protest war als "Marsch gegen den Faschismus" angekündigt. Es handelt sich um eine Reaktion auf Aussagen Lukaschenkos, der seine Kritiker als Faschisten bezeichnet hatte. Auch in weiteren Städten forderten Kritiker den Rücktritt des Staatschefs.

Bereits die 15. Sonntagsdemonstration

Die Proteste der Demokratiebewegung dauern seit mehr als drei Monaten an. Die Oppositionellen fordern auch ein Ende der Polizeigewalt gegen friedliche Demonstranten, die Freilassung aller politischen Gefangenen und Neuwahlen. Im Oktober wurde bekannt, dass die belarussische Opposition mit dem Sacharow-Preis des Europaparlaments ausgezeichnet wird.

Die Kritiker des Machthabers werfen ihm Betrug bei der Abstimmung im August vor. Lukaschenko ist bereits seit 26 Jahren im Amt. Den Sieg bei der vergangenen Präsidentenwahl beansprucht er mit gut 80 Prozent der Stimmen für sich.

Programmhinweis

Über die Protest-Bewegung in Belarus sendet der Deutschlandfunk am 1. Dezember ein Feature.

Diese Nachricht wurde am 22.11.2020 im Programm Deutschlandfunk gesendet.