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StartseiteWirtschaftsgesprächDeutschland büßt deutlich bei Wettbewerbsfähigkeit ein09.10.2019

Bericht des WeltwirtschaftsforumsDeutschland büßt deutlich bei Wettbewerbsfähigkeit ein

Der aktuelle Wettbewerbsbericht des Weltwirtschaftsforums stellt Deutschland in Sachen Informationstechnologie ein Armutszeugnis aus. Die Folge: Der Wirtschaftsstandort Deutschland rutscht in Sachen Wettbewerbsfähigkeit deutlich ab. Doch noch gibt es Gebiete, in denen Deutschland spitze ist.

Von Günter Hetzke

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Mobilfunk-Antennen auf einem Dach während des Sonnenuntergangs (imago/Christian Spicker)
In Sachen Internetverbindungen ist Deutschland international nur Mittelmaß (imago/Christian Spicker)
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Deutschland hat an Wettbewerbsfähigkeit verloren. Das geht aus dem Wettbewerbsbericht 2019 des Weltwirtschaftsforums hervor. Das World Economic Forum (WEF), so die internationale Bezeichnung, ist eine seit fast 50 Jahren bestehende Stiftung, die überwiegend von weltweit handelnden Unternehmen finanziert wird. Jedes Jahr im Januar veranstaltet sie das bekannte Weltwirtschaftsforum in Davos, organisiert zudem im Laufe des Jahres mehrere Wirtschaftstreffen. Jährlich im Oktober legt das WEF seinen globalen Wettbewerbsbericht vor.

Deutschland rutscht auf Platz 7 ab

Im aktuellen Bericht wird Deutschland nur noch auf Platz 7, nach Rang 3 im Vorjahr. Hauptgrund: In einem entscheidenden Punkt unter den etwas mehr als 100 Gesichtspunkten, anhand derer die Wettbewerbsfähigkeit der Länder beurteilt wird, ist Deutschland nicht nur schelcht, sondern ganz schlecht: in der Informationstechnologie. So landet Deutschland unter 141 Ländern, die der Bericht untersucht, bei den Internetverbindungen über Glasfaserkabel nur auf Platz 72, bei mobilen Breitbandanschlüssen auf Platz 58 - für eine Industrienation wie Deutschland ein Armutszeugnis.

Das liegt vor allem daran, dass es sich für die Telekommuniktionsunternehmen nicht rechnet, im ländlichen Raum zu investieren. Dort werden die weißen Flecken bestehen bleiben, solange die Politik nicht Anreize schafft, in den Ausbau der Netze zu investieren. Der für den Bereich zuständige Bundesminister, Andreas Scheuer, betreibt jedoch lediglich Symbolpolitik: Er verweist auf einen Vertrag zwischen Bund und Konzernen, der vorsieht, dass bis 2021 99 Prozent der Haushalte in jedem Bundesland eine LTE-Versorgung erhalten sollen. Die Ausbauziele beziehen sich jedoch nur auf die Zahl der Haushalte und nicht auf die Fläche. Daher wird es bei der Unterversorgung in weiten Teilen des Landes bleiben.

Spitzenplatz bei der Innovationsfähigkeit

Gut scheidet Deutschland dagegen unter anderem bei der Schuldenlage oder der Inflationsrate ab, wo der Wettbewerbsbericht Topnoten gibt. Und einen Spitzenplatz nimmt Deutschland bei der Innovationsfähigkeit ein, zu der beispielsweise die Zahl angemeldeter Patente zählt. Gerade vor zwei Wochen veröffentlichte das Europäische Patentamt (EPA) seine Bilanz, in der Deutschland bei den Patentanträgen mit zur Spitze zählt. Nur die USA haben beim EPA mehr Patentanträge gestellt. Gut vertreten waren hier insbesondere Firmen wie Siemens oder auch der Autozulieferer Bosch.

Zur Zufriedenheit besteht allerdings kein Anlass. Denn auf den wichtigen Technologiefeldern der Zukunft, wie der Entwicklung der Künstlichen Intelligenz, dominieren die USA nicht nur, sie bauen ihren Vorsprung weiter aus. Das bedeutet für Deutschland: Ausruhen ist nicht.

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