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Berichte über russische SöldnerBundesregierung stellt Mali-Einsatz in Frage

Das Abzeichen der Vereinten Nationen und des Einsatzes MINUSMA sind am 07.04.2017 auf dem Flugfeld Camp Castor in Gao in Mali auf dem Ärmel eines Bundeswehr Soldaten zu sehen.  (picture alliance/dpa - Michael Kappeler)
Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer stellt den Mali-Einsatz in Frage. (picture alliance/dpa - Michael Kappeler)

Nach Berichten über russische Söldner in Mali stellt die Bundesregierung den dortigen Bundeswehr-Einsatz in Frage. Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer schrieb auf Twitter, sollte sich eine solche Zusammenarbeit bewahrheiten, dann stelle das die Grundlagen des Mandats in Frage. Man müsste dann gemeinsam mit dem Bundestag Konsequenzen ziehen.

Kramp-Karrenbauer erklärte: "Wenn Malis Regierung mit Russland solche Vereinbarungen trifft, widerspricht das allem, was Deutschland, Frankreich, die EU und die UN in Mali seit acht Jahren leisten." Gestern hatte bereits Frankreich mit einem Truppenabzug aus dem Land gedroht. Frankreich ist militärisch der stärkste Unterstützer der malischen Regierung im Kampf gegen Islamisten.

Laut den Berichten will die neue Militärführung in Mali eine Kooperationsvereinbarung mit der umstrittenen russischen Söldnerfirma Wagner unterzeichnen. Die malischen Behörden räumten ein, dass Gespräche mit der russischen Gruppe geführt würden. Es sei aber noch nichts unterschrieben.

Russland erklärte heute, man habe keine Militärvertreter in dem westafrikanischen Land. Die "Gruppe Wagner" ist berüchtigt für ihre Einsätze, unter anderem in Syrien und in der Zentralafrikanischen Republik.

Zwei Missionen in Mali

Deutschland ist in Mali an zwei internationalen Einsätzen beteiligt: Rund 880 Bundeswehrsoldaten sind Teil der UNO-Truppe Minusma. Für die EU-Ausbildungsmission EUTM stellt die Bundeswehr aktuell rund 110 Männer und Frauen.

Die Beteiligung an Minusma gilt als gefährlichster Auslandseinsatz der Bundeswehr. Im Juni waren zwölf deutsche Armeeangehörige und drei weitere UN-Soldaten bei einem Selbstmordanschlag verletzt worden.

Diese Nachricht wurde am 15.09.2021 im Programm Deutschlandfunk gesendet.