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BerlinBuschkowsky tritt zurück

Heinz Buschkowsky in einer Talk-Show. (imago/Müller-Stauffenberg)
Heinz Buschkowsky war fast 15 Jahre lang Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln. (imago/Müller-Stauffenberg)

Nach fast 15 Jahren im Amt hört Heinz Buschkowsky als Bezirksbürgermeisters von Berlin-Neukölln auf. Der SPD-Politiker hatte vor allem mit seinen Thesen zum Thema Integration deutschlandweit für Schlagzeilen gesorgt – und damit bis zum Schluss polarisiert.

Wenige Wochen nach Klaus Wowereit, dem lange Zeit bekanntesten Regierenden Bürgermeister Deutschlands, folgt mit Heinz Buschkowsky sein Parteigenosse und einer der bekanntesten Lokalpolitiker des Landes. Beide waren 2001 in Berlin gestartet, Wowereit Mitte, Buschkowsky Ende des Jahres. Und beide sollten auch mit prägnanten Aussprüchen in Erinnerung bleiben: Dass Berlin "arm, aber sexy" sei, sollte Wowereit bis zum Schluss verfolgen, genau wie Buschkowsky sein "Multi-Kulti ist gescheitert". Das stellte er bereits 2004 fest, zehn Jahre bevor die Integrationsdebatte dank der Pegida-Gruppierung wieder an Fahrt gewonnen hat.

Im Kurznachrichtendienst Twitter erinnern viele an ihn, #buschkowsky gehörte zwischenzeitlich zu den Top Ten der meistgesuchten Begriffe. Und wie schon in seinen 15 Dienstjahren fallen die Reaktionen gespalten aus. Er habe "Anstöße gegeben, auch wenn er nicht immer richtige Schlüsse gezogen hat", schreibt ein User.

"Genau dieser Klartext wird fehlen!", schreibt ein anderer User und verweist auf ein Interview mit Buschkowsky.

In dem Interview mit der "Bild"-Zeitung erklärt der 66-Jährige, warum er zurücktritt. Sein Arzt habe ihm nach einem Gesundheitscheck zum Kürzertreten geraten. "Mein Ergebnis in diesem Jahr war, dass ich von der 80-Stunden-Woche runterschalten muss. Aber das geht in meinem Job nicht. Da geht nur ganz oder gar nicht."

Buschkowsky bat den neuen Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD), ihn zum 1. April aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand zu versetzen. Das bestätigte sein Büro. Müller erklärte, Buschkowsky sei "einer der profilierten Köpfe der Berliner SPD und der Bezirkspolitik unserer Stadt". Er werde gerade auch für seine Markigkeit geliebt. Mit seinem Rückzug aus der Tagespolitik gehe ein Stück Berlin verloren, so Müller.

(bor/pr)

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