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BerlinSpatenstich für umstrittenes Museum der Moderne Berlin

Nach seiner Fertigstellung an der Nordseite der Neuen Nationalgalerie verstellt das Museum der Moderne in der Bildmitte den Blick nach Norden. (Stephan Braunfels)
Spatenstich: So soll es dereinst mal aussehen, das Museum der Moderne. (Stephan Braunfels)

In Berlin haben offiziell die Bauarbeiten für das Museum der Moderne begonnen, für das der Bundestag vor knapp zwei Wochen zusätzlich 250 Millionen Euro zur Verfügung gestellt hat.

Das Haus mit rund 16000 Quadratmetern soll insgesamt 450 Millionen kosten und neben Beständen der staatlichen Museen mehrere Privatsammlungen mit Kunst des 20. Jahrhunderts aufnehmen. Neben den gestiegenen Kosten ist auch der Entwurf der Schweizer Stararchitekten Herzog und de Meuron in der Fachwelt hoch umstritten. Die schlichte Satteldach-Architektur wurde mit der von Bierzelten und Scheunen verglichen.

Zum ersten Spatenstich erklärte der Architekt Jacques Herzog, der Museumsbau sei auch "ein überdecktes Stück Stadt, ein sich kreuzender Boulevard, wo Alltagsleben, künstlerische Experimente, Performances und öffentliche Debatten sich vermischen und gegenseitig stimulieren. Dazu braucht es keinen Prunk und keine übermäßige skulpturale Geste für die äußere Form."

Städtebaulich wird zudem bemängelt, dass der Neubau die Blickachse zwischen Mies van der Rohes Neuer Nationalgalerie und Hans Scharouns Philharmonie verstelle und der historischen Matthäuskirche zu nahe rücke.

"Hochklassige Gebäudearchitektur"

Kulturstaatsministerin Grütters sagte dagegen, die "hochklassige Gebäudearchitektur" von Herzog & de Meuron werde das Kulturforum in Berlin zu dem machen, was es immer sein sollte: zu einem lebendigen Schauplatz des kulturellen Austausches und des gesellschaftlichen Diskurses."

"Wird die Fläche wirklich gebraucht?"

Jörg Biesler aus der Kulturredaktion des Deutschlandfunks sagte uns: "Viel wichtiger als die Frage nach den einmaligen Kosten ist die nach dem künftigen Unterhalt und dem Konzept der Ausstellung. Bislang ist über den künftigen Nutzen dieses Hauses, der nur in der spannenden Präsentation von Kunst liegen kann, zu wenig diskutiert worden."

Biesler betont, es sei noch immer unklar, ob die große Ausstellungsfläche, die zu den existierenden Berliner Museen für das 20. Jahrhundert hinzukomme, wirklich gebraucht werde.