Montag, 16. Mai 2022

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Bernhard Königs neue Initiative "Musik und Klima"
Zukunftsdiskurs

Komponieren gegen die zunehmende Erderwärmung? Klavier spielen für den Kohleausstieg? Was nützt es? Gefragt ist ein Richtungswechsel auch in den Künsten. Der Komponist Bernhard König hat 2019 die Initiative "Musik und Klima" begründet, mit der er ein grundlegendes Umdenken vorschlägt und vorlebt.

Von Gisela Nauck | 24.04.2021

Mädchen und Jungen tragen weiße Overalls und halten Klimarettungsplakate hoch. Sie alle sind Teil einer AG zum Klimaschutz.
Bernhard Königs Klima-Projekt mit der Arbeitsgemeinschaft Neue Musik Grünstadt 2006 (Thomas Hoffmann)
Bernhard König, Jahrgang 1967, Kompositionsschüler von Mauricio Kagel, ist für ungewöhnliche Projekte bekannt. Er arbeitet vorwiegend im Bereich experimenteller Gebrauchsmusik und dabei sehr oft mit Laien. Inspiriert werden diese Projekte von außermusikalischen Anlässen, angesiedelt an den Rändern des Lebensalltags.

Grundsätzlich neu nachdenken und handeln

Seine Initiative "Musik und Klima" ist eine Reaktion auf die "Fridays for Future"-Bewegung. König beschäftigt die Thematik aber schon länger. Einen ersten wichtigen Akzent setzte er 2019 mit dem Aufsatz "Monteverdi und der Klimawandel", Fortsetzung fand dies 2020 mit drei multikulturell angelegten Zukunftswerkstätten.
Angesichts der sich krisenhaft verändernden Umwelt wirft Bernhard König grundsätzliche Fragen nach Sinn und Aufführungspraktiken im heutigen Musikschaffen auf. Wie kann speziell zeitgenössische Musik einfluss nehmen auf einen notwendigen Bewusstseinswandel? In Gisela Naucks Sendung erläutert König seine Vision einer neuen musikalischen Epochenthematik, deren Grundlage die Neujustierung des Wertefundaments unserer Kultur ist.