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StartseiteSternzeitKlimasünder Astronauten11.03.2019

Beruf mit viel Kohlendioxid-AusstoßKlimasünder Astronauten

Alexander Gerst hat bei seinem letzten Aufenthalt auf der Internationalen Raumstation eine Botschaft "an seine Enkelkinder" aufgenommen. Er beklagt, dass wir die Atmosphäre mit Kohlendioxid verpesten und das Klima zum Kippen bringen. Dabei ist der Beruf des Astronauten besonders klimaschädlich.

Von Dirk Lorenzen

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Alexander Gerst in der Cupola der Internationalen Raumstation (NASA)
Blick auf einen kriselnden Planeten: Alexander Gerst in der Cupola der Internationalen Raumstation (NASA)
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 Das Video aus der Aussichtskuppel der ISS erregte großes Aufsehen. Er bedauert darin, wie die heutige Generation mit der Erde umgeht. Man werde sich wohl entschuldigen müssen, in welchem Zustand man den Planeten hinterlasse. Es geht um das Leben künftiger Generationen, Bildungschancen, Träume und natürlich das Klima.

Alexander Gerst beklagt, dass wir die Atmosphäre mit Kohlendioxid verpesten und das Klima zum Kippen bringen. Jeder von uns müsse sich da an die eigene Nase fassen. Dass ein Astronaut den Zustand des Klimas bedauert, ist nur zu verständlich. Denn dieser Beruf ist besonders klimaschädlich.

Achtzig Tonnen Abgase beim Start der Sojus-Rakete

Im Schnitt verursacht jeder Bundesbürger einen Kohlendioxid-Ausstoß von gut zehn Tonnen pro Jahr. Aber allein beim Start einer Sojus-Rakete entstehen über achtzig Tonnen Abgase – und zwar für jedes der drei Besatzungsmitglieder.

Während ihrer Ausbildung sind Astronauten viel auf Reisen. Allein bei den Flügen zu den Trainingszentren in den USA, in Europa, Russland und Japan verursacht jeder Raumfahrer weitere Dutzende Tonnen Kohlendioxid pro Jahr.

Wollten die Raumfahrtagenturen den CO-Zwei-Ausstoß ihrer Astronauten kompensieren, so müssten sie für jeden mindestens zehn Hektar Wald pflanzen.

Drei Tage nach der Veröffentlichung seines Videos gab Alexander Gerst eine Pressekonferenz auf der Erde. Was er in Zukunft tun will, um weniger Kohlendioxid zu hinterlassen, wurde er nicht gefragt.

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