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StartseiteVerbrauchertippWeiterbilden – aber richtig10.01.2019

BerufskarriereWeiterbilden – aber richtig

Ständig neu dazuzulernen ist im Beruf wichtiger denn je. Um herauszufinden, welche berufsbegleitenden Kurse wirklich der Karriere helfen, kann man eine Weiterbildungs-Beratung in Anspruch nehmen. Außerdem wichtig ist die Frage, welche Unterstützung es bei den anfallenden Kosten gibt.

Von Claudia Rometsch

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Menschen sitzen in Duisburg in einem Mikroskopierkurs, schauen in die Mikroskope, ein Lehrer hilft. (imago/Olaf Döring)
Würde mir ein Mikroskopierkurs was bringen? Bei Fragen wie dieser kann eine Weiterbildungs-Beratung helfen. (imago/Olaf Döring)
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Sarah Remmel war unzufrieden mit ihrem Job im Marketing. Ihr Wunsch: Sie wollte sich als Trainerin für Unternehmen weiterbilden. Bei einer Beratungsstelle bekam sie ein kostenloses Weiterbildungs-Coaching.

"Meine Frage war halt, wie komme ich zu diesem Ziel, Trainerin oder Coach zu sein. Was gibt es da für Möglichkeiten? Was gibt es für Weiterbildungen? Da habe ich halt viele Antworten bekommen, was es für Optionen gibt und viele Anstöße."

Sarah Remmel habe es genau richtig gemacht, meint Alrun Jappe, Weiterbildungs-Expertin der Stiftung Warentest. Denn der entscheidende erste Schritt zu einer erfolgreichen Weiterbildung sei Beratung.

"Das Allerwichtigste ist erst einmal, sich die Ziele der Weiterbildung klarzumachen. Und das findet eben oft nicht statt, sondern die Interessierten wissen schon genau 'Ach den und den Kurs will ich jetzt mal machen', ohne sich vorher darüber Gedanken zu machen, warum und was das Ziel dahinter ist."

Welche Weiterbildungsberatungen gibt es?

Dabei gibt es eine Vielzahl kostenloser Beratungsangebote. Da sind zum einen die Beratungsstellen, die im Auftrag von Ländern oder Kommunen arbeiten. Weitere Anlaufstellen sind die Industrie- und Handelskammern sowie die Handwerkskammern. Und nicht zuletzt beraten auch die Arbeitsagenturen. Einen Überblick über die Beratungsstellen vor Ort gibt das Internetportal des Deutschen Bildungsservers. Die Qualität der Beratung kann nach Erfahrung der Stiftung Warentest allerdings sehr unterschiedlich sein. Warentesterin Jappe rät daher:

"Gerade für längere Weiterbildungen, die ja mehrere tausend Euro kosten können, soll man den Aufwand nicht scheuen, ruhig mehrere Beratungen in Anspruch zu nehmen." 

Worauf es bei der Wahl der Beratung ankommt

Eine gute Weiterbildungsberatung bietet mehr als nur Informationen über Kurse. Im Idealfall wird der Ratsuchende dort umfassend bei der Definition seiner beruflichen Ziele unterstützt.

"Wir arbeiten mit sogenannten Kompetenzbilanzierungsverfahren. Das hört sich im ersten Moment schwierig an. Aber es geht darum, Talente und Kompetenzen herauszustellen und dann zu gucken, wie kann ich diese eigentlichen Talente und Interessen auch verbinden mit einem beruflichen Ziel", erklärt Johanna Lau vom Verein für Europäische Sozialarbeit, Bildung und Erziehung.

Der Verein bietet im Auftrag des Landes Nordrhein-Westfalen Weiterbildungsberatung an. Wer sich auf eigene Faust auf die Suche nach einer Fortbildung begibt, sollte die Kursbeschreibung sehr genau lesen, rät Alrun Jappe. Fällt die sehr knapp aus, sei das meist ein schlechtes Zeichen.

Deshalb ist es wirklich wichtig, sich Anbieter auszusuchen, wo möglichst genau die Inhalte beschrieben sind, wo beschrieben ist, mit welchen Lehrmethoden gearbeitet wird. Und natürlich auch über Dauer und Kosten und alles mögliche, was dazu gehört, umfassend informiert wird.  

Kostenübernahme möglich

Bei den Kosten für die Weiterbildung hilft übrigens häufig der Staat. Arbeitnehmer können zum Beispiel jährlich einen Bildungsscheck von bis zu 500 Euro beantragen. Arbeitslose oder von Arbeitslosigkeit bedrohte Beschäftigte unterstützt die Bundesagentur für Arbeit mit einem Bildungsgutschein. Und einige berufliche Aufstiegsfortbildungen werden sogar mit Bafög gefördert. Auch hierbei helfen die Beratungsstellen weiter.

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