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StartseiteVerbrauchertippAngebote und Tarife genau durchrechnen18.07.2019

BerufsunfähigkeitsversicherungAngebote und Tarife genau durchrechnen

Eine schwere Erkrankung, manchmal auch ein Unfall: Viele unterschätzen das Risiko, nicht bis zum normalen Rentenalter arbeiten zu können. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung kann die finanziellen Folgen dieses Risikos abmildern. Doch sie sollte in jungen Jahren abgeschlossen werden.

Von Peggy Fiebig

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Ein Krankenwagen mit Blaulicht im Einsatz. (imago images / rheinmainfoto)
Ein schwerer Unfall kann eine Berufsunfähigkeit zur Folge haben (imago images / rheinmainfoto)
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Klar, wenn man jung ist, denkt man nicht unbedingt daran, was alles passieren kann. So wie dieser 19-jährige Berliner Student:

"Jetzt gerade, ich habe gerade erst mit dem Studium angefangen, ist das für mich noch nicht so ein großes Thema. Wahrscheinlich wird das dann zum Ende des Studiums, wenn ich mir Gedanken über meinen zukünftigen Job mache, eine Rolle spielen. Aber jetzt gerade bin ich im Studium drin und da mache ich mir keine Gedanken über... sollte man sich vielleicht, aber mache ich gerade noch nicht."

Dabei ist die Berufsunfähigkeit eines der großen Risiken, die es abzusichern gilt. Steht doch beim Wegfall der Erwerbsmöglichkeit schnell die ganze Existenz auf dem Spiel. Verbraucherschützer raten zu einem möglichst frühen Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung, kurz BU.

Prämien je nach Risiko

Philipp Opfermann von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen: "Zum einen habe ich den Vorteil, ich bin jung und hoffentlich gesund. Das heißt, ich zahle sehr geringe Prämien zunächst nur, weil ich ein geringes Risiko habe, berufsunfähig zu werden und die gute Gesundheit erleichtert dann die Antragsstellung. Das kann mit zunehmendem Alter ja schwieriger werden, wenn die ersten Zipperlein kommen, das kaputte Knie, die Rückenbehandlung etcetera, dann wird es mit einer BU schon häufig schwieriger. Und da ist es oft sinnvoll, dass man schon in jungen und hoffentlich gesunden Jahren einen ersten Baustein abgeschlossen hat".

Die Stiftung Warentest hat vor einem Jahr die Kosten einer Berufsunfähigkeitsversicherung beispielhaft für einen Auszubildenden und einen Studenten ermittelt. Für eine Berufsunfähigkeitsrente von 1.000 Euro im Monat zahlt dort ein 18-jähriger Auszubildender zum Einzelhandelskaufmann im dritten Lehrjahr etwa zwischen 50 und 100 Euro monatlich. Für einen 20-jährigen Studenten der Betriebswirtschaft im dritten Studienjahr würde das etwas weniger, nämlich ungefähr zwischen 30 und 60 Euro, kosten. Konkret werden die Prämien auch bei Schüler, Studenten und Auszubildenden nach dem jeweiligen Risiko berechnet.

"Die Versicherer tarifieren dann eben genau nach der aktuell ausgeübten Tätigkeit, also, ist man Schüler, welche Schulform, ist man Student auch welche Studienrichtung."

Günstiger kann es mit einer sogenannten Starterpolice werden, wie sie speziell jungen Leuten angeboten werden. Da geht es schon bei etwa zehn Euro im Monat los. Die Besonderheit hier: Während in einem regulären Berufsunfähigkeitstarif die Beiträge im Wesentlichen über die oft jahrzehntelange Laufzeit hinweg gleich bleiben, erhöhen sie sich bei den Starterpolicen in regelmäßigen Abständen. Deshalb sollte man hier vorsichtig sein, und genau hinschauen rät Philipp Opfermann.

Wichtiger Faktor: Gesundheitsprüfung

"Das klingt ja zunächst verlockend, dass ich wenig oder nur geringe Beiträge bezahle, unterm Strich, über die gesamte Laufzeit gesehen, zahle ich jedoch mehr. Bevor ich aber gar keinen Schutz habe, weil ich mir sonst keinen vollwertigen Schutz leisten kann, sind solche Starterpakete eine Option."

Beate Kathrin Bextermöller von der Stiftung Warentest empfiehlt zwar die Starterpolicen grundsätzlich, rät jedoch, genau auszurechnen, ab wann sich ein Wechsel in einen regulären Tarif rechnet. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass ein solcher Wechsel ohne weitere Gesundheitsprüfung möglich ist.

"Und dann muss man sich auch selber dran erinnern. Die schreiben einen da nicht an und sagen, Sie müssen jetzt umsteigen, sondern das muss man schon selber dann im Kopf haben."

Und wie bei allen Versicherungen gilt auch hier: Angebote vergleichen, dabei das Kleingedruckte lesen und sich gegebenenfalls von einer unabhängigen Stelle beraten lassen.

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