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StartseiteVerbrauchertippVorsorge für die eigene Beerdigung16.11.2018

BestatterverträgeVorsorge für die eigene Beerdigung

Immer mehr Menschen haben im Alter keine Angehörigen, die sich im Todesfall um die Beerdigung kümmern. Mit einer Bestattungsvorsorge können schon vor dem Tod alle Details geregelt werden - von der Art der Bestattung, über die Musik am Grab bis hin zur Finanzierung.

Von Klaus Deuse

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Särge bei einem Bestattungsunternehmen (picture alliance / dpa / Frank May)
Eine Bestattungsvorsorge schließt man mit einem Bestattungsunternehmen ab. Darin kann man alle Details regeln, sagt der Berliner Rechtsanwalt Dr. Dietmar Kurze. (picture alliance / dpa / Frank May)
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Immer mehr Menschen möchten noch zu Lebzeiten selbst darüber entscheiden, wie sie beerdigt werden wollen und wie die Trauerfeier gestaltet werden soll, stellt die Bochumer Bestatterin Nicole Seifert-Schüler fest. "Die Nachfragen für Bestattungsvorsorgen haben in der letzten Zeit extrem zugenommen. Unter anderem weil halt auch das Sterbegeld von Krankenkassen weggefallen ist. Bis vor kurzem waren es überwiegend die Älteren, die das alles geregelt haben. Mittlerweile wird da das Alter niedriger, weil aber auch viele mittlerweile alleinlebend sind."

Eine Bestattungsvorsorge schließt man mit einem Bestattungsunternehmen ab. Darin kann man alle Details regeln, sagt der Berliner Rechtsanwalt Dr. Dietmar Kurze. "Das geht von der einfachen Frage, ob es eine Erdbestattung, eine Feuerbestattung, also mit Urne sein soll, oder eine Seebestattung bis hin zu der Frage, wo das Grab sein soll, auf welchem Friedhof. Und auch solche Details wie Musik, die gespielt werden soll oder Lieder, die gesungen werden sollen."

Oder ob die Trauergesellschaft nach der Beisetzung zu einem Kaffeetrinken eingeladen werden soll oder nicht. Mit einer solchen Vorsorge kann man einerseits Angehörigen im Todesfall eine Last abnehmen. Andererseits lässt sich damit verhindern, dass Angehörige Entscheidungen treffen, die man selbst nicht gewünscht hätte. Dietmar Kurze von der Arbeitsgemeinschaft Erbrecht im Deutschen Anwaltsverein gibt unabhängig davon zu bedenken: "Das kann dann sinnvoll sein, wenn man gemeinsam alt ist und der überlebende Ehegatte die ganzen Angelegenheiten gar nicht mehr regeln kann." 

Absicherung durch Treuhandvereinbarung

Etwa bei einer Demenzerkrankung. Überlegen sollte man, ob man die Summe für die errechnete Leistung bereits bei Vertragsabschluss bezahlt oder nicht, sagt Rechtsanwalt Kurze. "Es spricht einiges dafür, so einen Vertrag, oder zumindest eine Regelung beim Bestatter zu hinterlegen, aber noch nicht zu bezahlen. Denn, was man wissen muss, wenn man den Bestatter bezahlt und der Bestatter geht Pleite, geht in die Insolvenz, dann ist das Geld weg."

Als solide Absicherung des Geldes bietet sich eine Treuhandvereinbarung an. "Also eine Treuhand, die das Geld verwaltet und dann später den Bestatter bezahlt, wenn er dann vorlegt seine Abrechnungen und die Sterbeurkunde und den Vertrag."

Zur Einrichtung eines Treuhandkontos rät auch Bestatterin Nicole Seifert-Schüler. "Und dann, wenn der Fall X eintritt, können wir als Bestatter darauf zugreifen. Wir lassen uns bei der Vorsorge fest aufschreiben, wohin die Reststumme, falls was übrig bleibt, gehen soll."

Entweder an vorhandene Erben oder eine Organisation, die der Verstorbene für diesen Fall benannt hat. Übertragen kann man die Organisation der Bestattung alternativ auch einer vertrauten Person, ergänzt Anwalt Kurze. "Das nennt man Bestattungsverfügung. Darin benennt man einen sogenannten Totenfürsorgepflichtigen oder auch Berechtigten. Der Totenfürsorgeberechtigte darf dann alles bestimmen. Günstig ist es natürlich, wenn er dann auch über das Geld verfügt und so weiter."

Wichtig ist es in jedem Fall, die Angehörigen oder auch das Pflegeheim darüber zu informieren, dass eine Bestattungsvorsorge vorliegt und mit welchem Bestatter diese abgeschlossen wurde.

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