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StartseiteVerbrauchertippZwielichtige Geschäfte mit der Verunsicherung24.03.2020

Betrugsmaschen rund um CoronaZwielichtige Geschäfte mit der Verunsicherung

Ob eingeschränkte Öffnungszeiten von Supermärkten oder Globuli gegen das Virus: Rund um Corona existieren jede Menge Falschmeldungen im Netz. Auch Betrüger nutzen die Gelegenheit, etwa, um private Daten abzugraben oder wirkungslose Schnelltests an der Haustür zu verkaufen. Verbraucherschützer warnen.

Von Felicitas Boeselager

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Internetkriminalität hat zugenommen. (dpa / picture-alliance / Karl-Josef Hildenbrand)
Betrüger nutzen die Verunsicherung rund um Corona - online und offline -, um ihre zwielichtigen Geschäfte zu betreiben (dpa / picture-alliance / Karl-Josef Hildenbrand)
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"Ich habe gerade von einer Freundin, die Nachricht erhalten, die hat wiederum von einer Freundin, die wiederum mit einer Freundin befreundet ist, mit der sie aber schon seit Jahren keinen Kontakt mehr hat und die hat wiederum von einer Bekannten am Nudelregal erfahren, dass ein Bekannter von ihr in der Klopapier-Industrie arbeitet und der festgestellt hat, dass alle die am Corona-Virus erkrankt sind, Klopapier verwendet haben."

Das ist eine Witz-Nachricht, die über die sozialen Netzwerke verteilt wurde. Allerdings weist dieser Scherz auf ein ernsthaftes Problem hin: Denn die Falschnachrichten rund um das Corona-Virus nehmen sehr stark zu, sagt Mathias Hufländer von der Verbraucherzentrale Bremen.

Coronavirus (imago / Science Photo Library)Alle Beiträge zum Thema Coronavirus (imago / Science Photo Library)

"Da gibt es natürlich diese klassischen Falschmeldungen, dass Supermarktketten ihre Öffnungszeiten einschränken würden, früher schließen und so weiter. Auch der Hinweis, dass bestimmte Schmerzmedikamente einen Infekt mit Corona verschlimmern. Dann gibt es immer wieder das Gerücht, dass das Virus bewusst in die Welt gesetzt wurde, um mit einem Impfstoff viel Geld zu verdienen. Was wir nur sagen können, ist, dass diese Nachrichten die Angst der Verbraucher schüren."

Und nicht zu dem führen, was eigentlich das Gebot der Stunde sei, nämlich ruhige Besonnenheit. Was genau die Motivation derjenigen ist, die solche Falschnachrichten verbreiten, das ist Spekulation. Anders als bei Betrugsmails, die ebenfalls vermehrt im Umlauf sind.

Das Coronavirus als Einfallstor

"Die dann dem Zweck dienen, Daten abzugreifen, bei den betroffenen Verbrauchern. Da können wir immer nur dazu raten, nicht leichtfertig auf Links zu klicken oder Dateianhänge zu öffnen bei E-Mails. Sondern im Zweifel die E-Mail zu löschen, wenn man nicht sicherstellen kann, ob sie aus einer seriösen Quelle stammt."

Hinzu kommen Mails, die den Verbrauchern angebliche Medikamente, zum Beispiel Globuli, gegen das Virus, oder Nahrungsergänzungsmittel verkaufen wollen. Deswegen sei es wichtig, zu wissen,

"dass es aktuell keine Nahrungsergänzungsmittel gibt oder auch irgendwelche Ernährungshinweise, die helfen, das Corona-Virus im Keim zu ersticken. All das ist im Moment Blödsinn. Da gibt es keine gesicherten Kenntnisse zu, das muss man ganz klar sagen."

Aber nicht nur online versuchen Betrüger, aus der Verunsicherung der Bevölkerung Kapital zu schlagen. So sind in Bremen zum Beispiel gefälschte Briefe an Einzelhändler geschickt worden, die so aussahen, also hätte sie das Bundesamt für Verbraucherschutz verschickt. Und manche Betrüger klingeln einfach an der Haustür.

Bei Corona nur seriösen Quellen trauen

"Da werden auch Schnelltests angeboten an der Haustür, die natürlich nicht funktionieren, weil es gibt noch nicht diese Schnelltests, die man vielleicht woanders bei anderen Infektionen verwenden kann."

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Sollte so ein vermeintlicher Verkäufer vor der eigenen Haustür stehen, rät Hufländer dazu, ihn höflich aber bestimmt abzuweisen. Bei allen anderen Fällen rät er dazu, nur seriösen Quellen Glauben zu schenken und sich mit dubiosen E-Mails, oder Nachrichten, die im Netz kursieren erst gar nicht lange aufzuhalten.

Als sichere Quelle nennt er die Seite des Robert-Koch-Instituts, das Bundesgesundheitsministerium - und wer will könne sich auch an die Verbraucherzentrale in seiner Nähe wenden.

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