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StartseiteVerbrauchertippWie man die richtige Matraze findet08.08.2018

Bettauflagen Wie man die richtige Matraze findet

Gut schläft nur, wer die richtige Matratze hat: nicht zu hart, nicht zu weich. Doch die zu finden, ist gar nicht so einfach. Denn die Auswahl ist unübersichtlich groß, die Preisunterschiede gewaltig. Doch es gibt Kriterien und Methoden, die bei der Auswahl helfen.

Von Friederike Müller-Jung

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Eine Kundin testet in einem Bettenhaus  in Berlin die Liegeeigenschaften einer Matratze mit Viscoschaum. (picture alliance / Andrea Warnecke)
Ausgedehntes Probeliegen ist ein wichtiger Schritt zum Matratzenkauf (picture alliance / Andrea Warnecke)
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Vorsichtig legt sich Erika Röhrig auf den Rücken, streckt die Beine aus und bewegt sich etwas hin und her.

"Angenehm?" "Ja, die ist sehr angenehm."

Gemeinsam mit ihrem Mann ist sie auf der Suche nach einer neuen Matratze. Ihre alte ist acht Jahre alt und in der Mitte ziemlich durchgelegen. Erika Röhrig weiß, was sie will: "Eher was weiches. Mittel bis weich. Also hart auf keinen Fall. Harte Matratzen - hab ich nur Probleme, auch im Urlaub."

Wahl hängt von Gewicht und Körperbau ab

Auch Jürgen Schneider, Geschäftsführer des Bettenhauses Schneider in Bonn, sagt: "Früher hatte man immer das Thema "ein Brett im Bett". Das ist aber schon lange vorbei. Seit circa 20 Jahren sind die Werkstoffe immer besser und die Matratzen passen sich immer besser dem Körper an."

Wie hart oder weich eine Matratze sein soll, hängt von Größe, Gewicht und der Körperform ab.

"Hat der Kunde oder die Kundin eben entsprechend breite Schultern oder ein breites Becken, so braucht sie sicherlich letztlich eine elastischere, aber auch höhere Matratze, damit gerade diese beiden Körperzonen entsprechend einsinken können."

Wirbelsäule muss grade sein

Leichte Menschen liegen auf weichen Matratzen in der Regel besser, schwerere Menschen brauchen oft eine festere Unterlage.

Jürgen Schneider: "Die Schulter und die Hüfte sollten sich auf einer Ebene bewegen, so dass man letztlich in der Verbindung ein Brett drauflegen könnte und die Wirbelsäule gerade ist. So kann man eigentlich sofort erkennen, ob die Matratze für den Schläfer geeignet ist."

Wer auf der falschen Matratze schläft, leidet im Alltag, erklärt Physiotherapeut Andreas Stommel, Leiter des Bonner Zentrums für ambulante Rehabilitation.

"Das kann in Form von Rückenschmerzen sich äußern. Man wird morgens früh wach, fühlt sich sprichwörtlich wie gerädert, obwohl man am Tag vorher keine besonderen Belastungen hatte. Das kann ein extrem unruhiger Schlaf sein, dass man selber merkt, man findet gar nicht wirklich eine Tiefschlafphase, man dreht sich sehr sehr häufig. Grundsätzlich ist es immer ein auf Muskelverspannungen basierender Rückenschmerz."

Kriterium: das persönliche Wohlempfinden

Gerade die Wirbelsäule mit den Bandscheiben müsse auch in der Nacht bewegt werden können, erklärt der Physiotherapeut. Auf einer zu weichen Matratze hängt die Wirbelsäule durch, auf einer zu harten haben die Bandscheiben keinen Bewegungsspielraum. Verbraucher sollten nicht zu viel auf die unterschiedlichen Härtegraden verschiedener Hersteller geben.

"Handeln Sie mit dem Händler ein Probeliegen aus. Das sollten auch nicht fünf oder zehn Minuten oder eine halbe Stunde im Geschäft sein. Das allergünstigste ist, dass man ein Rückgaberecht hat. Und wenn man einige Nächte auf einer neuen Matratze erlebt hat, dann kann man die Fragestellung, tut mir das gut, was ich mir da jetzt besorgt habe oder nicht, relativ objektiv und sicher auch beurteilen. Das einzige Kriterium, was alle anderen Kriterien schlägt, ist das persönliche Wohlempfinden."

Auch die Kosten machen den Matratzenkauf zu einer Entscheidung, für die sich Verbraucher Zeit nehmen sollten. Der durchschnittliche Preis im Fachgeschäft kann bei bis zu 900 Euro für eine Matratze liegen. Laut Stiftung Warentest gibt es gute Matratzen bereits für 300 Euro oder weniger. Doch der Preis alleine sollte nicht darüber entscheiden, worauf Verbraucher ihre Nächte verbringen.

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