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BevölkerungOhne deutsche Teilung wären Dresden und Leipzig Millionenstädte

Das Residenzschloss Dresden zählte einst zu den prächtigsten und den bedeutendsten Schlossbauten der Renaissance in Deutschland. Seit 1485 war Dresden ständige Residenz sächsischer Kurfürsten und Könige. Die entscheidende, architektonische Prägung des Dresdner Residenzschlosses erfolgte zwischen 1548 und 1556. Es ist, über Umbau und Modernisierung im 20. Jahrhundert hinaus, noch heute eine Burg der Hochrenaissance. Das Residenzschloss ist heute Ursprungsort und Zentrum der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ist im Herzen der Altstadt. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde das Residenzschloss als žResidenz der Kunst und Wissenschaftœ wieder aufgebaut. Zuerst kehrten das Münzkabinett und das Kupferstich-Kabinett in das Schloss zurück. (imago stock&people)
Dresden. (imago stock&people)

In Ostdeutschland leben heute so wenige Menschen wie seit 1905 nicht mehr. Gleichzeitig gibt es in Westdeutschland so viele Einwohner wie nie zuvor.

Das sind Ergebnisse einer wirtschaftshistorischen Studie des Ifo-Instituts. Für den Studienautor Felix Rösel ist klar, dass die Wucht der deutschen Teilung völlig unterschätzt wird. Er sagt: Wenn Dresden und Leipzig genauso wie die Städte im Westen gewachsen wären, wären sie heute Millionenstädte. Stattdessen haben sie beide heute unter 600.000 Einwohnern.

Der Wirtschaftsforscher sieht dafür drei Gründe: Von der Gründung der DDR 1949 bis zum Mauerbau 1961 gab es eine erste große Massenflucht. In den 60er und 70er Jahren gab es im Osten dann weniger Zuwanderung als im Westen mit den "Gastarbeitern". Und seit der Wiedervereinigung 1990 ziehen viele Ostdeutsche auf der Suche nach Arbeit in den Westen.

Der Studienautor fordert, dass sich die Politik stärker um den Einwohnerschwund im Osten kümmern sollte. Vor allem auf dem Land - in einigen Regionen leben sogar nur noch so wenige Menschen wie um das Jahr 1850 herum.