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Bild zur Flüchtlingskrise Das ganze Drama aus Sicht eines Kindes

Von Michael Borgers
Ein von einem syrischen Flüchtlingskind gemaltes Bild (Bundespolizei Bayern)
Das Geschenk eines syrischen Kindes an die Bundespolizisten in Passau (Bundespolizei Bayern)

Ein Bild geht gerade durchs Internet, eingestellt von der Bundespolizei. Gemalt hat es ein Kind aus Syrien. Es zeigt den Horror des Krieges, vor dem es geflohen ist, und die Hoffnung, die es mit Deutschland verbindet. Die Kommentare unter dem Post spiegeln einmal mehr die Debatte hierzulande.

Wenn gerade mal nicht die Presse lügt, tut es halt die Polizei: "Geht Propaganda eigentlich noch plumper?", fragt ein User die bayrische Bundespolizei. Deren Pressestelle hatte das Bild am Donnerstag im Kurznachrichtendienst Twitter geteilt und so beschrieben: Geschenk eines syrischen Kindes an die Bundespolizisten in Passau. Außerdem versehen mit den Hashtags #sprachlos und #Fluechtlingskrise.

Auch andere unterstellen der Polizei eigennützige Motive und Manipulation. Oder mahnen an, die Beamten sollten sich doch lieber um die vermeintlichen Implikationen der Flüchtlingsaufnahme in Containern kümmern.

Doch die meisten loben, danken der Polizei: "Ihr leistet großartige Arbeit", "Danke für alle Menschlichkeit an der Grenze! Weiter so", "Danke für Eure Unterstützung und die vielen Überstunden, die ihr ganz sicher schiebt. Ihr habt Geschenke verdient", heißt es da. Wieder andere teilen die Sprachlosigkeit der Polizei und betonen: "Kinder sagen immer die Wahrheit."

Gemischte Reaktionen. Auf der einen Seite Zynismus, auf der anderen Empathie. Auch das Kind, über das die Polizei nicht mehr verrät, als dass es aus Syrien stammt, hat sein Bild zweigeteilt. Auf der linken Seite die syrische, auf der rechten die deutsche Flagge, umrandet von einem Herz, genau wie das Wort "Polizi". Hier Ruinen, dort intakte Häuser. In Syrien Leichenteile und eine Frau auf Krücken, in Deutschland Männer, die Koffer tragen.

Zehntausende auf der Flucht

Die Anzahl der Kinder auf der Flucht nach Europa hat sich laut UNO-Angaben in den vergangenen Monaten dramatisch erhöht. Von Januar bis Ende Juli hätten bereits 133.000 Minderjährige in Europa Asylanträge gestellt und damit durchschnittlich 19.000 pro Monat, teilte das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef) nun mit.

Sie stammen aus Syrien, dem Irak oder Afghanistan. Viele Kinder kommen seit Wochen in Deutschland an, die meisten in Bayern.

Nicht das erste eindrucksvolle Bild aus Passau

Noch bevor sich die Bundesregierung für kurze Zeit ohne Wenn und Aber zur Aufnahme von Flüchtlingen bereit erklärt hatte, noch bevor Tausende innerhalb kürzester Zeit über Ungarn und Österreich nach Deutschland gelangten, noch bevor Deutsche ihre Ankunft beklatschten und ihnen danach halfen, gab es die Bilder aus Passau. Bilder von Polizisten, die Flüchtlinge, ganze Familie an Autobahnen aufgriffen. Bilder von Polizisten, die sich geduldig der Menschen annahmen. Und es bis heute tun.

Das Bild, das das Kind nun gemalt hat, fasst die Geschichte des ganzen Dramas eindrucksvoll zusammen. #sprachlos.

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