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BiologieWeibliche Fadenwürmer nutzen männliche DNA nur selten

Ein Fadenwurm bei der Eiablage, aufgenommen mit einem Raster-Elektronenmikroskop. (picture-alliance / dpa)
Ein Fadenwurm bei der Eiablage, aufgenommen mit einem Raster-Elektronenmikroskop. (picture-alliance / dpa)

Weibliche Fadenwürmer brauchen keine männlichen Gene, um sich fortzupflanzen.

Sie nutzen das Sperma der Männchen nur, um ihre Eizellen zu aktivieren. Die Nachkommen sind dann Klone der Mutter, haben also ausschließlich Erbgut von ihr. Das gilt zumindest für die Art Mesorhabditis belari.

Wie ein Forschungsteam im Fachblatt Science schreibt, ist es in etwa neun Prozent der Fälle anders. Da nutzen die Weibchen doch väterliche DNA zur Befruchtung. Aus diesen Eiern entstehen dann ausschließlich Männchen. Deren Sperma dient später wieder hauptsächlich zur Aktivierung der Eizellen von Schwester-Fadenwürmern, aus denen weibliche Klone entstehen.

Durch diese Art der Fortpflanzung gelangen nie männliche Gene in den weiblichen Genpool. Trotzdem helfen die Männchen ihren Müttern dabei, möglichst viele Nachkommen zu produzieren. Der Fachbegriff für diese Art der eingeschlechtlichen Fortpflanzung ist Pseudogamie oder Scheinbefruchtung.

Die Wissenschaftler hatten die Fadenwürmer oder Nematoden aus Erde und von verrottenden Pflanzen isoliert und deren Fortpflanzungsverhalten untersucht. Nematoden sind eine artenreiche Gruppe meist sehr kleiner, wurmförmiger Organismen, die fast alle Lebensräume an Land und im Wasser besiedeln.