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StartseiteVerbrauchertippWann eine Tierhaftpflicht-Versicherung sinnvoll ist05.03.2019

Bissige Hunde, scheuende Pferde, giftige SpinnenWann eine Tierhaftpflicht-Versicherung sinnvoll ist

Gegen Schäden, die Tiere anrichten, kann man sich mit einer Tierhalterhaftpflichtversicherung absichern. Für Hunde ist eine solche sogar in sechs Bundesländern vorgeschrieben. Doch nicht nur bei Hunden raten Experten dringend zu einer solchen Versicherung. Denn sonst kann es teuer werden.

Von Klaus Deuse

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Ein brauner Labrador-Rüde (2006). (dpa / picture alliance  / Stefanie Krause-Wieczorek)
Hundehalter sollten auf jeden Fall eine Haftpflichtversicherung für ihr Tier abschließen, auch wenn es sich um keinen bissigen Hund handelt (dpa / picture alliance / Stefanie Krause-Wieczorek)
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Frodo, der muntere schwarze Labrador-Retriever, ist ein lieber Kerl, der auch die Hundeschule besucht, sagt seine Besitzerin, die Bochumer Ärztin Sabine Metzger. Doch man könne man nie sicher sein, wie sich ein Tier in unvorhersehbaren Situationen verhält.

"Es ist so, dass es natürlich auch mal sein kann, dass wenn man spazieren geht, der Hund vor lauter Freude jemanden anspringt, der einen teuren Mantel anhat. Und dann ist es so, dass das dann leider dreckig wird. Und deswegen haben wir das mit der Haftpflichtversicherung gemacht."

Bei schmutzigen Pfoten auf einem Mantel handelt es sich letztlich um einen Bagatellschaden, der aber trotzdem mit Kosten verbunden ist. Ein Hund muss nicht gleich beißen. Aber Schaden kann er dennoch anrichten. Zum Beispiel aufgeschreckt auf die Straße rennen und einen Unfall verursachen. In allen Fällen haftet der Halter für sämtliche Folgekosten mit seinem persönlichen Vermögen. Und das kann teuer werden. Elke Weidenbach, Juristin bei der Verbraucherzentrale NRW, rät Hundebesitzern darum eindringlich zum Abschluss einer Tierhalterhaftpflichtversicherung.

Der enge Kontakt zu den Pferden ist ein wichtiger Teil der tiergestützten Therapie (NDR / Julia Schäfer)Auch Pferde sollte man auf jeden Fall separat haftpflichtversichern (NDR / Julia Schäfer)

"Über die Hundehalterhaftpflichtversicherung sind Sachschäden, Personenschäden, natürlich auch Vermögensschäden, mit abgesichert. Man sollte hier eine möglichst hohe Versicherungssumme auch abschließen. Das heißt: fünf Millionen Euro pauschal sollte man schon abschließen."

Je nach Versicherungsunternehmen kosten diese Policen ab 60 Euro im Jahr. Der Versicherungsschutz gilt übrigens auch, wenn der Halter einmal nicht aufpasst. Zum Beispiel wenn ein nicht angeleinter Hund einem Eichhörnchen hinterher jagt und dabei einen Schaden anrichtet. Allerdings nicht bei Vorsatz, denn für die Folgen kommt keine Versicherung auf, warnt Elke Weidenbach.

"Wenn ich meinem Hund sage, vorsätzlich sage, beiß jetzt bitte mal den Nachbarn. Und der Hund macht es dann auch noch, er macht "fass", dann ist das natürlich über den Versicherungsvertrag nicht gedeckt."

Versicherungskosten hängen von der Hunderasse ab

Wie teuer die Versicherung wird, das hängt auch von der Rasse des Hundes ab:

"Wenn ich einen Kampfhund habe, ist der nicht bei jedem Versicherer versicherbar. Weil, da muss ich schon ein bisschen gucken. Und dann zahl ich dann durchaus auch einige Euros mehr."

Eine junge Frau mit Katze auf dem Schoß konzentriert vor dem Laptop (Symbolfoto) (imago/Westend61)Katzen, Meerschweinchen und Kaninchen sind in der Regel über ihre Halter mitversichert (imago/Westend61)

Auch Pferde sollte man versichern

Informationen dazu bieten nicht nur Vergleichsportale, sondern auch die Stiftung Warentest und die Verbraucherzentralen. Im Unterschied zu Hunden gibt es übrigens in keinem Bundesland eine Versicherungspflicht für Pferde. Eine Versicherung, die nach Einschätzung von Elke Weidenbach jedoch jeder Pferdebesitzer vorsorglich abschließen sollte. Denn:

"Das Pferd ist ja relativ unberechenbar. Ganz einfach: weil es ein Fluchttier ist. Das heißt, wird es erschreckt und läuft es weg, dann kann es natürlich einen Verkehrsunfall verursachen. Genau für solche Sachen ist die Pferdehalterhaftpflichtversicherung wirklich ein Muss, weil der Halter des Tieres für die Gefährdung durch das Pferd haftet. Da braucht ihn noch nicht einmal ein Verschulden zu treffen."

Vorsicht bei Exoten

Die Kosten für eine Pferde-Haftpflichtversicherung hängen von der gewünschten Deckungssumme ab und beginnen bei rund 100 Euro im Jahr. Abgesehen von Hunden und Pferden benötigt aber nicht jeder Tierhalter eine gesonderte Haftpflichtversicherung.

"Ein Teil der Tiere ist über die private Haftpflichtversicherung, die man für sich selber haben sollte, mitversichert. Es betrifft zum Beispiel Katzen, Meerschweinchen, Hamster, kleinere Vögel."

Wer aber Exoten wie Echsen oder Schlangen in der Wohnung hält, sollte sich vorsichtshalber bei seinem Haftpflichtversicherer erkundigen, inwieweit diese Tiere mitversichert sind oder ob für sie ein zusätzlicher Versicherungsschutz erforderlich ist. 
 

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