25. November 2021Blick in die Zeitungen von morgen

Die Zeitungen beschäftigen sich vor allem mit der Zulassung des Corona-Impfstoffs von Biontech/Pfizer für Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren durch die europäische Gesundheitsbehörde.

25.11.2021

Ampullen des Impfstoffs von Biontech
Ampullen des Impfstoffs von Biontech (pictura-alliance / dpa / Sven Hoppe)
"Die USA waren vorgeprescht. Was wir von den zwei Millionen Kinderimpfungen dort wissen: Es treten bisher weder schwere Nebenwirkungen noch schwere Impfreaktionen auf", hält die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG fest: "Dafür verhindert die verminderte Erwachsenendosis wirksam, dass sich die Kleinen infizieren. Weil schwere Covid-Verläufe bei Kindern extrem selten sind, ist die Frage nach der Sinnhaftigkeit des Kinderimpfstoffes gleichwohl eine sehr berechtigte."
Die OM-MEDIENGRUPPE aus Vechta/Cloppenburg mahnt: "Es ist nicht die Aufgabe von Kindergartenkindern und Grundschülern unsere Gesellschaft zu retten. Nein, wir Erwachsenen müssen diese Pandemie endlich in den Griff bekommen. Impfgegner und Impfverweigerer sind das eigentliche Problem der nahezu stagnierenden Impfquote. Sie müssen wir überzeugen, endlich ihren Ärmel hochzukrempeln, nicht unsere Kinder."
Die MITTELDEUTSCHE ZEITUNG aus Halle (Saale) meint: "Eine Impfung für Kinder ab fünf Jahren löst das Problem nicht, auf die Erwachsenen kommt es an. Es gibt keine Alternative zu einem Impfstand wie in Portugal oder Spanien, wollen wir in der Liste der Corona-Toten pro Einwohner nicht von weit hinten nach vorn rutschen. Nicht nur die Debatte um die Impfpflicht muss daher geführt werden. Es ist das leidige Thema Kontaktbeschränkungen, worüber jetzt diskutiert - vielmehr: entschieden werden muss."
Der Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP ist ein weiteres Thema. Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG meint: "Das Wahlalter soll auf 16 Jahre abgesenkt werden, die Abgabe von Cannabis an Erwachsene wird legalisiert, wenn zwei Frauen ein Kind bekommen, werden 'automatisch beide rechtliche Mütter des Kindes, sofern nichts anderes vereinbart ist'. Man muss nicht mehr verheiratet sein, um ein Kind zu adoptieren. Auch wenn Angela Merkel von den Konservativen ihrer Partei stets vorgeworfen wurde, gesellschaftspolitisch einen zu liberalen Kurs zu fahren, muss man nach Lektüre des Koalitionsvertrags feststellen: sozialgrünliberale Gesellschaftspolitik sieht dann doch noch mal ein bisschen anders aus."
Die SÜDWEST-PRESSE aus Ulm blickt auf die Grünen:
"Latzhosen, Strickzeug und Ökosandalen haben die Grünen schon vor Jahrzehnten abgelegt. Aber Erfolg und Ehrgeiz scheinen ihnen nach wie vor sus¬pekt zu sein. Anders lässt sich ihre demonstrative Distanz zu Cem Özdemir nicht erklären, der dieser Koalition mit seiner Erfahrung, seinem Charisma und seiner Weltläufigkeit als Minister nur helfen könnte. Das Gerangel belegt überdeutlich, dass sich die Grünen im Bund als Regierungspartei noch finden, das Oppositionsdenken noch ablegen müssen."