Die Nachrichten
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26. Oktober 2020Blick in die Zeitungen von morgen

In den Kommentaren geht es hauptsächlich um den CDU-Parteitag, der wegen der Coronavirus-Pandemie vom Dezember ins nächste Jahr verschoben wurde.

Das CDU-Logo: Wegen der Corona-Pandemie wird der Parteitag verschoben. (dpa / Klaus-Dietmar Gabbert)
Das CDU-Logo: Wegen der Corona-Pandemie wird der Parteitag verschoben. (dpa / Klaus-Dietmar Gabbert)

Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG führt aus:

"War das auch eine Entscheidung darüber, wer Parteivorsitzender und Kanzlerkandidat wird - und vor allem, wer nicht? Die scharfe Reaktion des Friedrich Merz zeigt, dass er das befürchtet: Die Verschiebung habe mit der Pandemie nichts zu tun. Es gehe vielmehr Teilen des 'Partei-Establishments' darum, ihn als Vorsitzenden zu verhindern. Das ist starker Tobak, stellt Merz damit doch die Lauterkeit all jener Parteioberen in Frage, die unter Verweis auf die Corona-Krise für eine Vertagung plädierten und stimmten."

Der MÜNCHNER MERKUR notiert:

"Der CDU insgesamt hilft es, wenn sie erst im Frühjahr einen neuen Chef wählt. Die Partei gewinnt - nach organisatorischer Trödelei und analoger Einfallslosigkeit - Zeit und die Chance, sich aus der Apathie des dicht an dicht liegenden Kandidatentrios zu lösen. Das ist, weil es ja auch um die Kanzlerkandidaten-Frage geht, gut fürs ganze Land."

Anderer Meinung ist dagegen die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG:

"Die Lösung, auf die sich die Parteispitze jetzt verständigt hat, ist unzureichend. Denn der Vorstand hat sich nur auf die Absage des Dezember-Treffens einigen können. Er war aber nicht in der Lage, eine Alternative zu beschließen. Sowohl der genaue Termin als auch die Form des nächsten Parteitags sind jetzt unklar. Und damit erst recht die Frage, wann die Union ihren Kanzlerkandidaten bestimmen kann. All das zeigt, wie zerissen die CDU inzwischen ist."

In der PFORZHEIMER ZEITUNG ist zu lesen:

"Es hätte die Partei völlig desavouiert, wenn sie jetzt in Stuttgart oder anderswo mit 1.001 Delegierten ein kleines Ischgl der Politik durchziehen würde, während ihre Regierenden die Bürger zum Verzicht auf Reisen sowie Kontakte aufrufen und bei Nichtbefolgen bestrafen."

Nun zu einem anderen Thema. Der türkische Präsident Erdogan hat seinem französischen Amtskollegen Macron und der EU erneut Islamfeindlichkeit vorgeworfen. Die HESSISCHE NIEDERSÄCHSISCHE ALLGEMEINE aus Kassel erläutert:

"Nach Lesart Erdogans ist das Verurteilen des Dschihads und das Eintreten für Gedanken- und Kritikfreiheit von Präsident Macron schlicht Ausdruck von Islamfeindlichkeit. Erdogan übergeht dabei ganz bewusst die Differenzierung zwischen Islam und Islamismus. Damit erreicht der Eiferer vom Bosporus das Gegenteil von dem, was er zu erzielen vorgibt. Die Islamophobie wird wachsen."

Die PASSAUER NEUE PRESSE merkt an:

"Der türkische Präsident schürt den Hass auf Emmanuel Macron und halb Europa, indem er unterstellt, Muslime würden hier so verfolgt wie die Juden im Dritten Reich. Das ist schlicht gelogen, und Erdogan weiß das."