Die Nachrichten

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17. Juli 2019Blick in die Zeitungen von morgen

Der Amtsantritt von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer als Bundesverteidigungsministerin beherrscht die Kommentarspalten der Zeitungen.

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer (l.) mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (picture alliance/Michael Kappeler/dpa)
CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer (l.) mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (picture alliance/Michael Kappeler/dpa)

Der MANNHEIMER MORGEN kritisiert, dass Kramp-Karrenbauer zuvor einen Kabinettsposten ausgeschlossen hatte.

"Sicher wird sie der Öffentlichkeit noch wohlfeile Erklärungen auftischen. Irgendetwas mit Verantwortung in schwerer Zeit oder so. Nur, die Wahrheit wird man nicht hören: dass ihr Wechsel ins Verteidigungsministerium eine Notoperation zur Rettung der eigenen Kanzlerkandidatur ist."

Die BADISCHEN NEUESTEN NACHRICHTEN aus Karlsruhe fragen deshalb:

"Ist nicht genau die Art und Weise, wie Kramp-Karrenbauer nun ins Verteidigungsministerium gekommen ist, Ballast an ihrem Bein? Denn das ist unbestritten: Mit ihrem plötzlichen Salto rückwärts hat AKK ihr wertvollstes Pfund beschädigt - ihre Glaubwürdigkeit."

Die LÜBECKER NACHRICHTEN sehen Merkel und Kramp-Karrenbauer unter Zugzwang.

"Als Parteivorsitzende ohne Ministeramt wurde Kramp-Karrenbauer zuletzt zur Königin ohne Land. Ihre Anwesenheit bei den Lagebesprechungen im Kanzleramt wurden als Praktikum verspottet. Sie verlor Ansehen - und damit die Chance auf das Kanzleramt. Weder Kramp-Karrenbauer noch der Bundeskanzlerin konnte das recht sein."

Der MÜNCHNER MERKUR beklagt, dass das eigentliche Thema zu kurz kommt.

"Merkels Entscheidung, die in Verteidigungsfragen unbeleckte Annegret Kramp-Karrenbauer zur Ministerin zu machen, dient dem Ziel, der schon fast gescheiterten Kanzlerkandidatur ihrer Ziehtochter neues Leben einzuhauchen und den Rivalen Spahn zu stoppen. Und die Bundeswehr? Die bleibt das, was sie in der Ära Merkel immer war: Manövriermasse."

Ein anderes Thema in den Zeitungen ist die geplante Impfpflicht für Kinder an Schulen und öffentlichen Kindertagesstätten sowie für Personal an vielen Einrichtungen.

Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG fordert sogar eine Ausweitung der vorgestellten Pläne:

"Denn die Ansteckungsgefahr ist nicht auf Gemeinschaftseinrichtungen begrenzt. Zudem wird meist sowieso gegen mehrere Krankheiten auf einmal gespritzt. Deshalb sollte die Pflicht auf die gesamte Bevölkerung ausgeweitet werden für alle Impfungen, die die Ständige Impfkommission empfiehlt und die Krankenkasse bezahlt."

Auch die OBERHESSISCHE PRESSE aus Marburg kritisiert die Einschränkungen:

"Bei den Erwachsenen soll die Impfpflicht nur für bestimmte Personengruppen gelten. Spahn vergleicht die Impfpflicht mit den Straßenverkehrsregeln. Sein Gesetz ist so inkonsequent, als würden Tempoverstöße nur bei Fahranfängern bestraft. Wirksamer Schutz sieht anders aus."

Die AUGSBURGER ALLGEMEINE mahnt dagegen:

"Das Impfen ist Opfer seines eigenen Erfolges. Weil es zum Verschwinden vieler schlimmer Krankheiten wie der Pocken geführt hat, halten es viele für nicht mehr so wichtig. Durch eine deutliche Verbesserung der Erinnerungsverfahren und einen massiven Ausbau der Informationsangebote hätte sich die Masern-Impfquote daher auch steigern lassen."

Die BRAUNSCHWEIGER ZEITUNG sieht das ähnlich:

"Mediziner fragen zurecht: Warum gibt es dann nicht auch eine Pflichtimpfung gegen Diphterie, Keuchhusten, Mumps oder Röteln? Das verfassungsrechtlich geschützte Selbstbestimmungsrecht auf körperliche Unversehrtheit ist ein hohes Gut. Es einzuschränken, bedarf besserer Gründe."