Die Nachrichten

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2. August 2020Blick in die Zeitungen von morgen

In den Kommentaren stehen die Proteste in Berlin gegen die Corona-Auflagen im Mittelpunkt. Außerdem geht es um den Schulanfang heute in Mecklenburg-Vorpommern.

Auch in den Zeitungskommentaren spielen die Proteste in Berlin eine große Rolle. (Christoph Soeder/dpa)
Auch in den Zeitungskommentaren spielen die Proteste in Berlin eine große Rolle. (Christoph Soeder/dpa)

Die BADISCHE ZEITUNG aus Freiburg schreibt, laut Behörden hätten in Berlin 20.000 Menschen demonstriert.

"Es handelte sich um einen heterogenen Haufen selbst ernannter 'Querdenker', um Esoteriker, arglose Familien, Rechtsextremisten, Anhänger von Verschwörungstheorien und Frustrierte, die sonst bei Pegida zu Hause sind. Sie feierten das 'Ende der Pandemie' – während die Infektionszahlen wieder bedrohlich in die Höhe schnellen."

"Was wirklich gegen das Coronavirus hilft, weiß noch niemand",

schreibt der REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER.

"Sicher ist nur, was ganz sicher nicht hilft: Ideologie. Es vertreibt den Erreger nicht aus der Welt, wenn ihn möglichst viele leugnen, ignorieren oder verharmlosen."

Die VOLKSSTIMME aus Magdeburg ist ebenso ungehalten.

"Schön wär's, wenn stimmen würde, was Tausende Demonstranten in Berlin verkündeten. Die von der erdrückenden Mehrheit der Deutschen unbestrittenen Tatsachen sind leider andere. Doch das prallt bei der seltsamen Mischung von Impfgegnern bis Rechtsextremen ab."

Aus Sicht des TAGESSPIEGELS aus Berlin nutzten die Demonstranten genau die Freiheit, deren vermeintlichen Entzug sie anprangerten.

"Sie behaupteten, die Maßnahmen der Regierung seien übertrieben – und konnten doch überhaupt nur ohne Gefahr für Leib und Leben zusammenkommen, weil es diese Maßnahmen gab und gibt und die große Mehrheit der Deutschen durch Vorsicht und Verzicht dafür gesorgt hat, dass die Pandemie bislang kontrollierbar blieb."

Für die TAZ aus Berlin steht fest:

"Dass sich Tausende einen Tag lang in einen Bus setzen, um zu einem Protest zu fahren, zeigt: Wir müssen ihn ernst nehmen, auch wenn das logisch denkenden und argumentierenden Menschen schwerfallen mag."

Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG sieht das ähnlich.

"Beschimpfungen führen nur dazu, dass sich die Gesellschaft noch weiter spaltet – und dass die Skeptiker, die Labilen, die Frustrierten erst recht dazu neigen, sich bei Facebook, Google und Youtube ihre Gewissheiten zu suchen."

In Mecklenburg-Vorpommern beginnt heute das neue Schuljahr. Für die FRANKFURTER ALLGEMEINE ist das ...

"der Anfang eines Experiments, und der Versuchsaufbau hat es in sich. Mitten in einer Phase, in der die Zahl der Corona-Infizierten wieder steigt, proben die Schulen einen neuen Normalbetrieb."

Die HEILBRONNER STIMME empfiehlt das bayerische Vier-Stufenmodell als Vorbild.

"Erst bei steigenden regionalen Infektionszahlen wird im vierten Schritt Distanzunterricht von daheim angeordnet. Der permanente Präsenzunterricht muss möglich sein. Damit das neue Schuljahr nicht so chaotisch beginnt, wie das alte aufgehört hat."