Die Nachrichten
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25. Oktober 2021Blick in die Zeitungen von morgen

Inmitten der Situation einer sich wieder verschärfenden Infektionslage hat der Fußballprofi Joshua Kimmich erklärt, dass er noch nicht gegen das Coronavirus geimpft sei.

Fußball-Profi Joshua Kimmich (dpa/Sven Hoppe)
Joshua Kimmich steht in der Kritik, weil er bislang noch nicht gegen das Coronavirus geimpft ist. (dpa/Sven Hoppe)

Der REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER erklärt:

Kimmich "schießt damit ein intellektuelles Eigentor. Er begründet eine emotionale Entscheidung mit einer pseudo-wissenschaftlichen Argumentation. Der Aufschrei unter Medizinern und Wissenschaftlern ist laut. Zu Recht. Langzeitfolgen von Impfungen gibt es nicht, so ihr Credo."

Die MITTELDEUTSCHE ZEITUNG aus Halle notiert:

"Es ist in Deutschland das Recht eines Menschen, sich nicht impfen zu lassen. Es ist allerdings auch das Recht aller anderen, darüber zu urteilen, wenn er über die Prominenz eines Joshua Kimmich verfügt. "

"Richtig ist, dass unsere Impfquote zu niedrig ausfällt", ist in der RHEIN-ZEITUNG aus Koblenz zu lesen.

"Und die Ausführungen von Fußballstar Joshua Kimmich, der das Unbehagen einer Minderheit an der Corona-Impfung recht plastisch wiedergibt, tun ein Übriges. Dabei hängt es entscheidend von der Impfquote ab, wie stark die Zahlen nach oben schnellen. Und ab einem gewissen Schwellenwert steigen auch die Krankenhauseinweisungen und die Belegung der Intensivstationen."

Die AUGSBURGER ALLGEMEINE ZEITUNG führt aus:

"Dass sich Promis mit zigtausenden Fans öffentlich mit dem hochemotionalen Thema Impfung auseinandersetzen, ist eine echte Chance. Die Stars aus Sport, Musik oder Fernsehen erreichen schließlich auch Menschen, die den Politikerinnen und Politikern schon lange nicht mehr zuhören. Umso wichtiger wäre es gewesen, die Debatte faktenbasiert zu führen. Bitter, dass Kimmich diese Chance freistehend vor dem Tor vergeben hat."

Themenwechsel. Das Oberlandesgericht München hat die IS-Rückkehrerin Jennifer W. zu zehn Jahren Haft verurteilt. Die Verurteilte hat beim Verdursten eines fünf Jahre alten Mädchens tatenlos zugesehen.

Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG führt aus:

"Zehn Jahre Haft für eine IS-Rückkehrerin. Wurde an ihr, wie die Terroristin meint, ein Exempel statuiert? Nein, sie ist nicht Objekt eines Schauprozesses gewesen, der ganz anderen Zielen diente, sondern nach einer umfangreichen Beweisaufnahme in einem fairen Verfahren aufgrund ihrer individuellen Schuld verurteilt worden."

"Es ging vor dem Münchner Gericht noch um viel mehr", notiert die STUTTGARTER ZEITUNG:

"Es ging um den Genozid an den Jesiden, um Verbrechen gegen die Menschlichkeit, um Kriegsverbrechen und um Terrorismus. Deutschland gehört zu den wenigen Ländern, die vorbildhaft versuchen, die in vielen Teilen barbarische Welt durch Gerichtsurteile wenigstens ein kleines Stück weit gerechter zu machen."