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9. Dezember 2018Blick in die Zeitungen von morgen

Wie geht es nun weiter in der CDU? Und: Was passiert in Frankreich angesichts der gewaltsamen Proteste? Mit diesen Fragen setzen sich die Kommentatoren auseinander.

Neues Spitzenduo der CDU: Parteichefin Kramp-Karrenbauer und Generalsekretär Paul Ziemiak (imago/Manngold)
Neues Spitzenduo der CDU: Parteichefin Kramp-Karrenbauer und Generalsekretär Paul Ziemiak (imago/Manngold)

"Der Schwung des Neustarts ist schon wieder weg, statt um Aufbruch geht es erstmal um Schadensbegrenzung",

schreibt die BADISCHE ZEITUNG aus Freiburg zur CDU. Und:

"Vor dem Parteitag beteuerten alle, hinterher müsse man wieder gut zusammenarbeiten. Als der Merz-Mann Ziemiak aber genau das tat und sich von Kramp-Karrenbauer als Generalsekretär werben ließ, wurde er mit einem erbärmlichen Wahlergebnis abgestraft."

Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG stellt fest:

"Freiheit ist nur etwas für starke Charaktere. Wer sich auf sie einlässt, muss bereit sein, das zu akzeptieren, was sie mit sich bringt. Nach der Entscheidung auf dem Hamburger Parteitag, die außerordentlich knapp zugunsten von Annegret Kramp-Karrenbauer ausging, können jedoch Zweifel aufkommen, ob alle Unterstützer des unterlegenen Friedrich Merz bereit sind, dessen Niederlage zu akzeptieren und weiter konstruktiv mitzutun."

Die Zeitung DIE WELT bilanziert:

"Merz wirkte oft genug alt, blass und fahrig, aber er hat die richtigen Dinge wieder angesprochen. Der ängstliche Bürger will den starken Staat oder den starken Mann. Der zuversichtliche Bürger will einen Staat, der ihn in Ruhe lässt. An diese Bürger hat Merz in einer Partei erinnert, auch wenn deren Machtkohorten diese Freiheitssehnsucht ignorieren. Das ist eigentlich die kulturelle Katastrophe dieses Scheiterns von Friedrich Merz."

Der MANNHEIMER MORGEN beschäftigt sich mit dem neuen Generalsekretär und verweist darauf,

"dass Ziemiaks Wechsel ins AKK-Team für viele Delegierte einem Verrat gleichgekommen ist. Das Wort fiel auf dem Parteitag öfter. Falsches Spiel wird dem neuen Generalsekretär unterstellt. Er wird seine liebe Mühe haben, diesen Eindruck in den nächsten Wochen und Monaten zu zerstreuen."

Zu einem anderen Thema. "Das Volk tobt. Der Regent versteht nicht",

kommentiert die RHEIN-NECKAR-ZEITUNG die Lage in Frankreich. Und weiter:

"Weil alle die Abgabenlast spüren und um die im Grunde eher bescheidenen Einkommen wissen, folgt auf die Abrechnung mit dem Parteiensystem im Frühjahr jetzt eine Französische Revolution 2.0."

Der KÖLNER STADT-ANZEIGER erklärt sich die Proteste der Gelbwesten so:

"Macrons gesamte elitäre Anmutung trug dazu bei, den Faden zwischen Regierenden und Regierten am Ende reißen zu lassen. Mit großen Gesten hält man den Populismus nicht klein. Das Gegenmittel liegt eher in den schlichten Dingen: Redlichkeit, Integrität, Normalität. So kappt man Aufwallungen nach dem Motto 'die da oben wissen ja gar nicht, wie es uns hier unten geht'."

Im WESER-KURIER hingegen heißt es:

"Es wäre fatal, wenn Macron von seinem Reformkurs abrücken würde, mit dem er demnächst die Arbeitslosen- und Rentensysteme effizienter und gerechter machen wollte. Um die Lage wieder in den Griff zu bekommen, muss er dennoch seinen Stil ändern. Unbekümmertes Durchregieren mit königlichen Allüren wie bisher ist nicht mehr möglich."