Die Nachrichten

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27. Februar 2020Blick in die Zeitungen von morgen

Die Zahl der Corona-Fälle in Deutschland steigt an - und damit ist das Thema auch weiterhin in den Kommentaren präsent. Im Fokus stehen die Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Ausbreitung.

Bislang gibt es keinen Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus. (dpa)
Bislang gibt es keinen Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus. (dpa)

Die seien "sicher kein Allheilmittel", findet die LUDWIGSBURGER KREISZEITUNG.

"Aber sie zeigen, dass man die Zeichen der Zeit erkannt hat. Auch die Bürger selbst können übrigens einen Beitrag zur Gefahrenabwehr leisten. Indem sie beispielsweise nicht gleich bei einem Schnupfen in die Praxis laufen, sondern erst einmal telefonisch den Arzt konsultieren."

Das DARMSTÄDTER ECHO sieht "keinen Anlass zur Panik", denn

"Corona ist unbestritten gefährlich, aber beileibe kein Killervirus. Wir können darauf vertrauen, dass diejenigen, die an vorderster Front gegen es kämpfen - Ärzte, Klinikpersonal, Wissenschaftler und Behörden - die Lage bestmöglich einschätzen."

Die Prognose der FRANKFURTER RUNDSCHAU fällt kritisch aus:

"Wenn besorgte Anrufer, die Rat suchen, beim örtlichen Gesundheitsamt nicht mehr durchkommen, weil die Leitungen überlastet sind, ist das ärgerlich. Wenn sich Arztpraxen für nicht zuständig erklären und an die Ämter verweisen, ebenfalls. Die nächsten Wochen und Monate werden für alle, die im Gesundheitssystem Verantwortung tragen, zum großen Stresstest."

Und nun zu einem anderen Thema, dem Kopftuchverbot für Rechtsreferendarinnen. Der REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER begrüßt das Urteil des Bundesverfassungsgerichts:

"Die Richter haben damit keinesfalls die Religionsfreiheit mit Füßen getreten. Sie haben nur klargestellt, dass ein Gerichtsaal ein Ort des Rechts ist, in dem Symbole des Glaubens nicht im Vordergrund stehen dürfen."

Die RHEINPFALZ aus Ludwigshafen verweist in diesem Zusammenhang auf einen Widerspruch:

"In Hessen will man christliche Symbole mit Hinweis auf die abendländische Tradition privilegieren, aber kein Kopftuch auf der Richterbank sehen. Bayern dito. Es ist wenig erstaunlich, dass Muslime und Musliminnen angesichts solch widersprüchlichen Verhaltens den Vorwurf der Diskriminierung erheben."

Für den TAGESSPIEGEL aus Berlin hat das Urteil ein anderes Signal:

"Die acht Richterinnen und Richter halten es somit zumindest für möglich, dass eine der ihren irgendwann in fernerer Zeit mit rotem Kopftuch zu roter Robe im ehrwürdigen Karlsruher Gerichtssaal erscheint."

Die NÜRNBERGER NACHRICHTEN sehen ebenso "Spielräume", betonen aber auch:

"Unübersehbar ist allerdings, dass diese Kopfbedeckung von islamistischen Gruppierungen weltweit als politisches Symbol benutzt oder missbraucht wird. Solange das so ist, wird es Verbote für staatliche Repräsentantinnen geben".

Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG attestiert eine "Rechtsprechung der allgemeinen Verunsicherung." Und ergänzt: "Selbst wenn man den äußeren Schein der richterlichen Neutralität für ein so hohes Gut hält, geht der Kopftuchbann gegen Referendarinnen zu weit, weil er faktisch berufliche Nachteile für Musliminnen bedeutet, die das Tuch als Glaubensgebot sehen".

Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG kommt zu dem Schluss:

"Das Kopftuchverbot ist keine Diskriminierung von angehenden muslimischen Juristinnen - sondern wie die Robe erinnert es sie und jeden anderen daran, dass sie vor Gericht in staatlicher Funktion Freiheit und Gleichheit gewährleisten sollen."