Die Nachrichten

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16. September 2019Blick in die Zeitungen von morgen

Deutschlandfunk - die Presseschau

Das Braunkohlekraftwerk Jaenschwalde in der Lausitz (picture alliance)
Das Braunkohlekraftwerk Jaenschwalde in der Lausitz (picture alliance)

Viele Kommentare beschäftigen sich mit dem neuen Klimapapier der CDU.

Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG sieht es so: "Die CDU, ganz nach alter Art, schlägt einen Mittelweg ein. Vom Zertifikatehandel, im wesentlichen für Mineralölkonzerne, den Union und FDP anstreben, ist nicht von heute auf morgen ein Preisschock zu erwarten."

"Es ist gut, dass die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft nicht über Gebühr belastet werden sollen", urteilt der REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER: "Doch wenn die CDU es nun so darstellt, man könne mit Geldgeschenken und 'Emissionshandel light' Deutschland wieder zum Klimavorreiter machen, ist das zu hoch gegriffen. Die Wirkung ist nicht vorherzusehen und schnelle Änderungen werden damit auch nicht erreicht."

"Die Union will einen nationalen Klimakonsens", lesen wir im MANNHEIMER MORGEN: "Das sagt sie schon länger. In Wahrheit will sie ihn aber nicht. Denn dieser Konsens soll auf Oppositionsseite nur mit FDP und Grünen hergestellt werden. Also mit Hilfe von Parteien, die irgendwann mal Koalitionspartner sein könnten. Die Linke will man außen vor lassen. Die AfD sowieso."

Die Zeitung DIE WELT blickt bereits auf die anstehende Sitzung des Klimakabinetts: "Wenn die GroKo am Ende dieser Woche Beschlüsse fasst, mit denen Abermilliarden Steuern aus dem Fenster gefeuert werden, um möglichst wenigen Bürgern wehzutun - dann duckt sich die Politik vor der großen Chance dieser Krise weg."

Die MÄRKISCHE ODERZEITUNG aus Frankfurt/Oder meint: "Ohne den Erfolg der Grünen bei der Europawahl- und ohne die vielen, jungen, ungeduldigen Demonstranten - hätten es CDU und CSU vermutlich noch ein bisschen länger beim 'Pillepalle' in Sachen Umweltschutz belassen."

In anderen Kommentaren geht es um die Folgen der Drohnen-Angriffe auf Ölanlagen in Saudi-Arabien.

Die AUGSBURGER ALLGEMEINE betont: "Offiziell mögen sich die Rebellen im Jemen zu den Attacken bekennen - als Vergeltung für saudische Angriffe auf das Land. Doch es geht um mehr: Die Rebellen werden vom Iran unterstützt, bei Saudi-Arabien muss immer der mächtige Verbündete USA mitgedacht werden. Die Angriffe drohen somit, den Atomstreit mit dem Iran zu befeuern."

"Mehr als vier Jahre traktierte Riad den benachbarten Jemen mit seinem hypermodernen westlichen Waffenarsenal", hebt die SÜDWEST-PRESSE aus Ulm hervor: "Mit dem spektakulären Gegenangriff bekommt Saudi-Arabien eine empfindliche Rechnung präsentiert. Gleichzeitig stößt US-Präsident Trump an die Grenzen seiner aggressiven Iranpolitik, der Saudi-Arabien bisher folgte und nun teuer dafür bezahlt.

"Die Optionen Trumps am Persischen Golf sind begrenzt", halten auch die LÜBECKER NACHRICHTEN fest: "Ein Krieg mit dem Iran würde den Anstieg der Ölpreise um ein Vielfaches beschleunigen. Die US-Wirtschaft würde weiter in die Krise rutschen, womöglich im Wahljahr in eine Rezession."

"Die amerikanische Politik des 'maximalen Drucks' auf den Iran ist gescheitert", bilanzieren die STUTTGARTER NACHRICHTEN: "Trumps Druck, angefangen mit dem Ausstieg der USA aus dem internationalen Atomabkommen vor mehr als einem Jahr, hat Teheran nicht gebändigt, sondern gefährlicher gemacht. Washington wollte den Iran daran hindern, Gruppen wie die Huthis im Jemen zu unterstützen - doch nun greifen die Huthis wichtige saudische Ölanlagen an. Trump wollte Teheran zur Hinnahme weiterer Einschränkungen des iranischen Atomprogramms zwingen - doch nun bricht der Iran immer mehr Vorgaben des Atomdeals von 2015."