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22. März 2019Blick in die Zeitungen von morgen

Der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union lässt die Kommentatoren der Zeitungen nicht los.

Die britische Premierministerin May und EU-Kommissionspräsident Juncker in Brüssel (imago stock&people)
Die britische Premierministerin May und EU-Kommissionspräsident Juncker in Brüssel (imago stock&people)

Nach dem gestrigen Beschluss der EU, dem Vereinigten Königreich zwei Optionen anzubieten, schreibt die RHEIN-ZEITUNG aus Koblenz:

"Die EU hat mit ihrem Angebot an Premierministerin May gleich mehrere Ziele erreicht: Sie hat einen ungeregelten Brexit vorerst abgewendet. Sie hat sich als flexibler Partner Großbritanniens präsentiert. Sie hat den Druck auf May und das Unterhaus, endlich zu einer Entscheidung zu kommen, deutlich erhöht - und sie steigert mit ihren zwei Optionen für einen zeitlichen Aufschub unter ganz bestimmten Bedingungen auch die Chancen für ein zweites Referendum."

Die Heidelberger RHEIN-NECKAR-ZEITUNG ist folgender Meinung:

"Der Brexit jedenfalls - und das ist die eigentliche positive Nachricht vom Brüsseler EU-Gipfel - wird nicht in der kommenden Woche Knall auf Fall vollzogen. Wie es danach weitergeht? Das - und damit ist noch ein Gipfelerfolg angesprochen - liegt alleine in der Hand der Briten."

Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG führt aus:

"Der EU-Gipfel hat das Signal an die Briten gegeben: Ihr könnt machen, was ihr wollt, aber ihr müsst euch entscheiden, und zwar jetzt. Die EU gibt den Briten eine Atempause und erhöht den Druck. Ob das reicht, damit das Unterhaus eine hauchdünne Mehrheit für einen geordneten Brexit schafft? Es ist zu hoffen."

Im Berliner TAGESSPIEGEL ist zu lesen:

"Hätten sich die verbleibenden 27 Mitgliedsstaaten der EU auf den von May gewünschten Austrittstermin 30. Juni eingelassen, hätten sie sich in die Hand einer Regierung begeben, die von wechselnden und unberechenbaren Stimmungen im Unterhaus abhängig ist."

Die FRANKFURTER RUNDSCHAU blickt auf die Empfehlung des Gemeinsamen Bundesausschusses, die Kosten für Bluttests auf Down-Syndrom in bestimmten Fällen von den Krankenkassen übernehmen zu lassen:

"Aus wissenschaftlicher Sicht ist der Bluttest zur Feststellung von Trisomie 21 ein Fortschritt, denn er ist zuverlässiger und vor allem sicherer. Die Argumente der Kritiker dürfen aber nicht vom Tisch gewischt werden. Menschen mit Down-Syndrom, Politiker und Behindertenverbände argumentieren zu Recht, dass der Druck auf Eltern immer größer wird, ihren ungeborenen Nachwuchs durchleuchten zu lassen, damit kein behindertes Kind auf die Welt kommt. Selektion aber darf nicht zu einer gesellschaftlichen Norm werden."

Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG kommentiert:

"Vielleicht sollten die Kritiker der Blutanalyse ihr Frauenbild überprüfen. Und sie könnten sich fragen, welche Kinder in dieser in Wahrheit recht behindertenfreundlichen Gesellschaft am häufigsten abgetrieben werden. Es sind zu 96 Prozent gesunde Kinder, deren Mütter sich nicht zur Mutterschaft in der Lage fühlen."