Die Nachrichten

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28. Mai 2020Blick in die Zeitungen von morgen

In den Kommentaren geht es beispielsweise um das Urteil des Bundesgerichtshofs zu Datenschutz im Internet. Demnach ist die aktive Einwilligung der Nutzer erforderlich, wenn der Betreiber einer Webseite so genannte Cookies zur Datenerhebung setzen will. Dazu heißt es in der TAZ:

Schriftzug "Bundesgerichtshof", aufgenommen beim Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe. (dpa / picture alliance / Uli Deck)
Schriftzug "Bundesgerichtshof", aufgenommen beim Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe. (dpa / picture alliance / Uli Deck)

"Dass der Bundesgerichtshof nun entschieden hat, dass die Einwilligung zum Setzen von Tracking-Cookies nicht voreingestellt sein darf, ist schön. Es ist vor allem deshalb schön, weil darunter auch alle Webseitenbetreiber fallen, die die lapidare 'Musst-du-halt-mit-leben'-Politik pflegen. Ihnen sei zu wünschen, dass Aufsichtsbehörden und Verbände nun ganz genau hinschauen."

Die ALLGEMEINE ZEITUNG aus Mainz hält dagegen:

"Mehr Entscheidungshoheit und Transparenz wird es auf jeden Fall geben. Die Frage ist nur, ob die Internet-Surfer diese auch wollen. Denn wenn die Zahl der Fensterchen und Klicks deutlich zunimmt, nervt das noch mehr."

Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG notiert:

"Das Urteil des Bundesgerichtshof wirkt wie ein Relikt aus einer längst vergangenen Zeit. Die Digitalunternehmen haben in der Zwischenzeit Fakten geschaffen. Apple und Mozilla haben die Cookies schon aus den Browsern verbannt, Google zieht bald nach. Für die letzten Tage des Kekses hat der BGH also klargemacht, dass eine aktive Einwilligung nötig ist."

Ein weiteres Thema in den Kommentaren ist die Frankfurter Buchmesse, die trotz Corona stattfinden soll. Dazu die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG:

"Auch die Frankfurter Buchmesse hat ihre Naturgesetze, und eines davon war bisher, dass man sich dort spätestens am dritten Tag eine sogenannte Messe-Erkältung holt. Dass die Buchmesse voraussichtlich auch in diesem Jahr stattfinden soll, überrascht also. Die Entschlossenheit, mit der in Frankfurt an einer machbaren Messe gearbeitet wird, ist gesellschaftlich ähnlich bedeutsam wie die Wiederaufnahme der Bundesliga. Eine gebeutelte Branche tut das Mögliche, um sich – ihr Publikum, die Party – nicht aufzugeben. Daraus könnte eine Vorbildwirkung für das gesamte kulturelle Leben mit der Pandemie entstehen."

Der TAGESSPIEGEL aus Berlin beschäftigt sich mit dem Streit zwischen Twitter und US-Präsident Trump, der sich darüber beschwert, dass Tweets von ihm mit einem Warnhinweis versehen wurden:

"Ist Sozialismus schlimmer als Kapitalismus? Ist vegane Ernährung gesundheitsschädlich? Führt Briefwahl zu Wahlbetrug? Wenn Mitarbeiter von Twitter und Facebook solche Fragen beantworten, bleibt die Suche nach der Wahrheit auf der Strecke. Dann verliert die Öffentlichkeit, was für ihr Wesen konstitutiv ist – den freien Austausch von Gedanken und Meinungen. Lieber ein Trump, der Lügen verbreitet, als demokratisch nicht legitimierte Instanzen, die über Wahrheit und Lüge autoritär befinden."