Die Nachrichten
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30. Juli 2021Blick in die Zeitungen von morgen

Ein Thema in den Kommentaren ist die Testpflicht für Einreisende nach Deutschland, die das Bundeskabinett heute beschlossen hat.

Am Grenzübergang Krusau – Kupfermühle steht bei der Einreise nach Deutschland ein Schild mit der Aufschrift "Covid-19 Pandemie Reiserückkehrer Bitte testen lassen". Die Einreise von Personen, die weder die dänische Staatsangehörigkeit noch Wohnsitz in Dän (Jörg Carstensen)
Die Testpflicht für Reiserückkehrer kommt. (Jörg Carstensen)

Unter anderem für die HEILBRONNER STIMME kommt das viel zu spät. Sie fragt:

"Kennt man in Berlin den Ferienkalender nicht? In Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sind die Sommerferien an diesem Wochenende vorbei, Hamburg folgt nächste Woche. Die grundsätzlich sinnvolle Testpflicht für Rückkehrer hätte man schon im Mai oder Juni beschließen müssen."

Die BADISCHE ZEITUNG sieht das ähnlich:

"Die Verantwortlichen hätten viel früher handeln können. Dann hätten sich die Behörden besser auf die Situation einstellen können. Denn auch wenn eine Test- und Nachweispflicht eine sinnvolle Maßnahme ist, so wirkt das Instrument doch nur mit entsprechenden Kontrollen."

Der Berliner TAGESSPIEGEL hält die Testpflicht für "durchaus richtig", gibt aber zu bedenken:

"Nun müssen so manche Urlaubende mithilfe eines instabilen Hotel-W-Lans herausfinden, was nun eigentlich für sie gilt. Wer bei der Abreise nicht verlässlich gesagt bekommt, welches Regelwerk bei der Rückkehr gilt, ärgert sich zu Recht über die Unannehmlichkeiten, die das mit sich bringt."

Und die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG weist auf einen anderen Aspekt hin:

"Die Testpflicht bei der Einreise ist die erste Maßnahme von Gewicht, die sich gegen die Impfmüdigkeit richtet. Die Pflicht ist insofern das Eingeständnis von Bund und Ländern, dass ihre Strategie nicht aufgegangen ist. Schäumte vor Wochen die deutsche Öffentlichkeit noch, weil es zu wenig Impfstoff gab, gehen die Ampullen jetzt retour."

Kommentiert wird auch das Eingeständnis von Unions-Kanzlerkandidat Laschet, in einem Buch fremdes Material ohne Quellenangabe verwendet zu haben.

Dazu schreibt die FRANKFURTER RUNDSCHAU:

"Damit hat ein weiterer Politiker bewiesen, dass er nicht richtig zitieren kann und sich dafür entschuldigt. Besser wäre es gewesen, er hätte die Quellen in seinem Werk richtig angegeben, dann könnte er sich um die wichtigen Themen im Wahlkampf kümmern."

Die RHEINISCHE POST aus Düsseldorf merkt an:

"Jetzt werden wieder die Stimmen laut, die Gründlichkeit und Seriosität nicht zu den Kardinaltugenden des Kanzlerkandidaten zählen. Und das ist vielleicht für Laschet gefährlicher als die moralische Entrüstung darüber, dass er sich womöglich geistiges Eigentum widerrechtlich angeeignet hat."

Und die Zeitung DIE GLOCKE aus Oelde meint:

"Statt als Kanzlerkandidat Themen zu setzen und sich zu profilieren, häufen sich unnötige Fehler. Der Vorwurf, dass es der Aachener manchmal nicht so genau nimmt, verfolgt ihn seit der Affäre um verschlampte Klausuren als Lehrbeauftragter an der Technischen Universität Aachen im Jahr 2014. Ist das das Holz, aus dem künftige Kanzler geschnitzt sind?"