Die Nachrichten
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22. Januar 2021Blick in die Zeitungen von morgen

Im Mittelpunkt der Kommentare steht die Corona-Pandemie, insbesondere geht es um die Impfstrategie und die Kontroverse um Grenzkontrollen in der EU.

Grenzpolizisten kontrollierten Autofahrer bei der Einreise nach Ungarn (imago images/Sven Simon)
Grenzkontrollen an der österreichisch-ungarischen Grenze (imago images/Sven Simon)

Dazu schreibt die FRANKFURTER RUNDSCHAU:

"Zwar mag Einigkeit darüber bestehen, den Binnenmarkt offen zu halten, damit Lieferketten nicht unterbrochen werden. Auch Pendler sollen es nicht mehr so schwer haben wie im vergangenen Jahr, zu ihren Arbeitsplätzen im Nachbarland zu gelangen. Doch der große Rest der Europäerinnen und Europäer wird sich noch lange gedulden müssen."

Die RHEINPFALZ aus Ludwigshafen ist strikt gegen Grenzschließungen:

"Wer bei jedem Problem Grenzen aufs Tapet bringt, macht die europäische Idee wieder ein Stück mehr kaputt. Eine europäische Antwort auf das Virus? Gern! Gemeinsame Forschung, verteilte Impfstoffproduktion, besser abgestimmte Corona-Regeln. Mit einem Wort: Schlagbäume wegräumen. Als erstes die im Hirn."

Der MANNHEIMER MORGEN äußert sich desillusioniert über mögliche Reisefreiheiten für Geimpfte:

"Die Impfung verspricht in diesem Zusammenhang keine Hilfe, weil es nach Angaben des Robert Koch-Instituts noch Monate dauern könnte, bis die Virologen sicher ermittelt haben, ob Geimpfte das Virus weitergeben können. So lange sind Gedankenspiele über eine Reisefreiheit für Geimpfte eine akademische Diskussion."

Die LEIPZIGER VOLKSZEITUNG kommentiert die Briefwahl des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Laschet zum CDU-Vorsitzenden:

"Das endgültige Ergebnis für Laschet hat ihn einen Schritt näher an die Kanzlerkandidatur gebracht. Die anstehenden Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz Mitte März werden sein Schicksal nicht entscheiden. Dafür ist er noch nicht lange genug Parteichef, als dass mögliche Niederlagen mit ihm nach Hause gehen könnten. Viel wichtiger ist die Frage, wie sich seine persönlichen Umfragewerte entwickeln. Da ist noch ziemlich viel Luft nach oben."

Laschet könne jetzt durchatmen, meint die LUDWIGSBURGER KREISZEITUNG:

"Aber nur kurz. Denn die Abstimmung der Delegierten ist das eine, die Stimmung in der Partei das andere. Die Parteibasis im Osten hinter sich zu bringen und die CDU dort wieder stark zu machen, wird vermutlich die Herkulesaufgabe für den Parteichef aus dem Westen werden."

Im BADISCHEN TAGBLATT aus Baden-Baden ist zu lesen:

"Vorerst kann Laschet mit großer Autorität als neuer Parteichef loslegen. Das Wort 'Geschlossenheit' machte gestern Abend noch häufiger die Runde als am vergangenen Wochenende schon. Wenn das jeder so betont, heißt das nur, dass die Geschlossenheit bisher nicht hergestellt war."