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20. Februar 2019Blick in die Zeitungen von morgen

Vor allem blicken die Kommentatoren auf das Urteil des Bundesarbeitsgerichts: Danach darf ein katholisches Krankenhaus einen Chefarzt nicht entlassen, weil er nach seiner Scheidung erneut geheiratet hat.

Ärzte während einer Operation. (Sven Hoppe/dpa)
Ärzte während einer Operation. (Sven Hoppe/dpa)

"Kirche als Moralanstalt braucht höchstens noch sich selbst", meint die HESSISCHE NIEDERSÄCHSISCHE ALLGEMEINE aus Kassel.

Die Entscheidung hat aus Sicht der SÜDWEST PRESSE aus Ulm Gewicht - weit über den Einzelfall hinaus:

"Denn er berührt die Frage, welche Form der Loyalität Kirchen von ihren Mitarbeitern erwarten können. Und: Wie weit geht das Selbstbestimmungsrecht der Kirchen? Die Kirchen täten gut daran, eigene Ansprüche mit Augenmaß zu fassen. Die Zeit allzu großer Machtansprüche ist vorbei."

Die STUTTGARTER ZEITUNG rät:

"Das katholische Krankenhaus, in dem der Chefarzt weiterhin beschäftigt ist, täte gut daran, das Urteil des Bundesarbeitsgerichts zu akzeptieren und nicht erneut vor das Bundesverfassungsgericht zu ziehen. Das käme nicht nur den Betroffenen zu Gute. Es würde der katholischen Kirche auch den Raum geben, sich endlich um ihre eigentlichen Probleme zu kümmern."

Für die VOLKSSTIMME aus Magdeburg bleibt aber die Grundfrage:

"Wie katholisch muss ein Mitarbeiter der Kirche sein, um bestimmte Aufgaben im Einklang mit dem Arbeitgeber zu verrichten. Was beim Arzt nicht wesentlich ist, kann beim Erzieher schon wichtiger sein. Beschäftigte sind aufgefordert, ihre eigene christliche Grundhaltung im Handeln zu verdeutlichen, heißt es da in einer Dienstordnung. Weltanschauung ist Markenkern."

Mit der Insolvenz der Elsflether Werft und der Krise des Segelschulschiffs "Gorch Fock" befasst sich die RHEIN-NECKAR-ZEITUNG aus Heidelberg:

"Von den bereits bezahlten 70 Millionen Euro können 20 Millionen nicht belegt werden. Korruptionsverdacht. Untreue. Jetzt soll noch einmal so viel gezahlt werden, wobei man angesichts der Insolvenz der Elsflether Werft gar nicht weiß, an wen? Missmanagement ist wohl ein zu freundliches Wort, um die Zustände dort - und im Verteidigungsministerium - zu beschreiben."

Der KÖLNER STADT-ANZEIGER findet:

"Ob die Gorch Fock weiter saniert oder abgewrackt wird, muss sich an der Wirtschaftlichkeit orientieren. Es geht immer noch um viele Millionen. Und um die Frage, warum die Bundeswehr und das Verteidigungsministerium nicht auf die massiven Kostensteigerungen bei der Sanierung reagierten, warum Mängel offenbar nicht gesehen oder verschwiegen wurden."

Und das HAMBURGER ABENDBLATT resümiert:

"Bundesverteidigungsministerin von der Leyen hat viele Probleme der Truppe geerbt, aber in fünf Jahren wenig Substantielles geschafft. Die Krise der 'Gorch Fock' mit ihrer Kostenexplosion, die jetzt in dem Insolvenzantrag der Werft gipfelt, macht das Desaster perfekt. Die CDU-Politikerin sollte sich an den Theaterkritiker Alfred Kerr erinnern, der einst dichtete: 'Mensch, mein Urteil will nicht frech sein, und ich übe gern Geduld. Neunmal Pech mag neunmal Pech sein - aber zehnmal Pech ist: Schuld.'