Die Nachrichten

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20. Januar 2020Blick in die Zeitungen von morgen

Das große Thema in den Zeitungen ist und bleibt die Libyen-Konferenz - verbunden mit der Frage, was das Treffen gebracht hat.

Die Libyen-Konferenz im Bundeskanzleramt ist großes Thema in der Presse vom Dienstag. (dpa)
Die Libyen-Konferenz im Bundeskanzleramt ist großes Thema in der Presse vom Dienstag. (dpa)

"Es ging ein bisschen Hopplahopp mit dem Berliner Libyen-Gipfel",

findet das FLENSBURGER TAGEBLATT.

"Kaum angekündigt, war er auch schon wieder vorbei - und das mit einem beachtlichen Erfolg."

"Es gibt wieder Hoffnung für Libyen",

schreiben auch die WESTFÄLISCHEN NACHRICHTEN.

"Deutschland hat mit dem Gipfel die Initiative ergriffen."

Geradezu euphorisch klingt der DONAUKURIER.

"Es ist ein großer, stiller Triumph für die Bundesregierung, dass nun buchstäblich alle Parteien, die irgendwie in den brandgefährlichen Konflikt involviert sind, auf das Verhandlungsgeschick der Kanzlerin setzen, um den libyschen Knoten endlich zu durchschlagen. Weder Putin noch Erdogan noch der US-Außenminister wären nach Berlin gekommen, wenn sie eine bessere Idee gehabt hätten."

Viel kritischer gibt sich die NORDWEST-ZEITUNG.

"Russland und die Türkei werden sich ihren Einfluss nicht mehr beschneiden lassen, egal, wie viel Papier in Berlin beschrieben worden ist. Angesichts der russischen und türkischen Präsenz und einer dysfunktionalen Bundeswehr sind interventionistische Gedankenspiele in Deutschland regelrecht lachhaft."

Auch die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG macht sich keinerlei Illusionen.

"Wer, wie Türken, Russen und Emirater unter Bruch des Völkerrechts den Bürgerkrieg in Libyen befeuert hat, ist mit einem Platz am Verhandlungstisch belohnt worden. An diesem Tisch dann konnte es ein Resultat nur geben, weil das Patt im Stellvertreterkrieg von allen Seiten erkannt wurde."

Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG urteilt, es müsse ...

"möglich sein, deutsche Soldaten im Rahmen einer international legitimierten Libyen-Schutztruppe einzusetzen. Das Argument, man dürfe den zweiten Schritt nicht vor dem ersten machen – sprich: müsse auf einen stabilen Waffenstillstand warten –, zieht nicht."

Aus Sicht der MIITELDEUTSCHEN ZEITUNG aus Halle geht es zunächst nicht darum, Soldaten nach Libyen zu schicken.

"Die EU täte besser daran, ihre Marine-Mission 'Sophia' wieder aufleben zu lassen, um Schiffbrüchige im Mittelmeer zu retten. In der Konsequenz heißt das aber: Die Flüchtlinge müssen nach ihrer Rettung durch EU-Schiffe auch in der EU aufgenommen werden. Das dürfte das größte Problem werden."

Und zum Schluss noch zu einer Studie im Auftrag des Bundesfamilienministeriums. Demnach steigert der Ausbau der Ganztagsbetreuung die Erwerbstätigkeit von Müttern - und spült so einen Teil der Kosten zurück in die Staatskasse.

Der MANNHEIMER MORGEN reagiert zwiespältig.

"In Ganztagsbetreuung zu investieren, ist zweifellos gut angelegtes Geld, damit sich bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiter etwas verbessert. Auch für die Bildungschancen von Kindern aus sozial schwachen Haushalten. Fakt ist aber ebenso: Der Rechtsanspruch könnte nicht nur an den noch fehlenden Mitteln scheitern, sondern auch am Personalmangel. Lehrer werden fast überall dringend gesucht. Die Kosten-Nutzen-Rechnung des jüngsten Giffey-Gutachtens klammert augenscheinlich auch dies aus. Es steht auf sehr wackligen Füßen."