Die Nachrichten
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17. September 2021Blick in die Zeitungen von morgen

Der lange als Atommüllendlager in Betracht gezogene Salzstock Gorleben wird endgültig stillgelegt.

Luftbild in der Dämmerung durch Wolken hindurch auf das erleuchtete Bergwerk in Gorleben. (picture alliance/dpa/Sina Schuldt)
Der Salzstock Gorleben wird endgültig stillgelegt. (picture alliance/dpa/Sina Schuldt)

Dazu schreibt die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG:

"Erstens braucht Deutschland noch immer ein atomares Endlager, ohne zu wissen, ob es einen besseren Standort gibt als Gorleben; und zweitens ist die Technik, die über den Umweg der Endlagersuche verteufelt wurde, im Zeitalter des Klimawandels nicht so umweltfeindlich, wie immer getan wurde. Darin steckt eine Lebenslüge der Grünen."

Das DARMSTÄDTER ECHO weist auf die enormen Kosten der Entsorgung der Atommülls hin:

"Was sind die paar Milliarden für das Stopfen des Lochs in Gorleben gegen die zig Milliarden - wenn das reicht! -, die unser deutsches Atomklo noch verschlingen wird? Allein schon diese zeitlichen und finanziellen Dimensionen zeigen, dass die Energiegewinnung durch Kernspaltung eine Sackgasse war und bleibt. Auch bei einer angeblich absolut sicheren neuen Generation von Reaktoren bliebe die Frage der Entsorgung ungelöst."

Die BADISCHE ZEITUNG aus Freiburg lobt:

"Immerhin haben der Bund und die Länder die richtigen Lehren aus Gorleben gezogen. Schon vor geraumer Zeit haben sie die Endlagersuche ganz neu begonnen und dabei ein Verfahren installiert, das für Transparenz und Bürgerbeteiligung sorgt. Zwar steht die Suche noch am Anfang. Konflikte fair auszutragen, macht eine Demokratie aber nicht schwächer, sondern lebendiger und stärker."

Hören Sie nun Kommentare zur Löschung von Facebook-Konten der sogenannten Querdenken-Bewegung. Der REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER sieht die Aktion skeptisch:

"Zu entschiedenem Durchgreifen gegen Hass und Verschwörungstheorien gibt es in der Tat keine Alternative. Facebooks Vorwurf der 'koordinierten Schädigung der Gesellschaft' weckt aber dennoch auch ungute Assoziationen. Die Formulierung könnte Orwellschem Neusprech ebenso entsprungen sein wie den 'unamerikanischen Umtrieben' eines US-Senators McCarthy in den 50-er Jahren des letzten Jahrhunderts."

Die NÜRNBERGER NACHRICHTEN sind anderer Meinung:

"Wer viel in dem Netzwerk unterwegs ist und die rapide Zunahme von Halbwahrheiten und Fake News bezüglich der Corona-Pandemie - meist aus der Querdenker-Szene heraus befeuert - miterlebt hat, der kann diesen Schritt nur begrüßen. Schließlich verbreiten die Anhänger der Bewegung keine harmlosen Verschwörungsgeschichten, sondern knallharte Falschinformationen, die im Extremfall sogar Leben kosten können."

Die SÜDWEST PRESSE aus Ulm kritisiert:

"Wenn es Facebook um mehr als um Imagepflege gehen würde, hätte der Konzern viel früher reagieren können. Denn es ist nicht erst gestern gewesen, dass der Verfassungsschutz die Querdenker als Beobachtungsobjekt eingestuft hat. Sondern vor fast einem halben Jahr."