Die Nachrichten
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14. April 2021Blick in die Zeitungen von morgen

Die Ankündigung der US-Regierung, alle Truppen bis spätestens zum 11. September aus Afghanistan abzuziehen, wird in vielen Zeitungen kommentiert.

US-Soldaten in der Provinz Helmand  (dpa/AP/U.S. Marine Corps)
US-Soldaten in Afghanistan (dpa/AP/U.S. Marine Corps)

"Die Interventionsmüdigkeit war unter Bidens Vorgängern immer größer geworden; jetzt zieht der Präsident den Schlussstrich",

heißt es in der FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG.

"Doch auch er wird wissen, dass es gewagt ist zu verkünden, die Ziele des Westens seien erreicht worden. Man wird nach dem Abzug sehen, ob das Land nicht wieder in einem Bürgerkrieg versinkt und Terroristen dort nicht abermals Operationsbasis und Rückzugsraum finden."

Auch die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG blickt auf die bisherige Afghanistan-Strategie der USA zurück und kritisiert:

"George W. Bush wollte unbedingt eine Zentralregierung in Kabul, die der ethnischen Struktur des Landes entgegensteht. Barack Obama machte den Fehler, das Ende des Kampfeinsatzes zu terminieren, als der Gegner militärisch ebenbürtig war. Von da an wussten die Taliban: Wir müssen diesen Krieg nicht gewinnen, nur aussitzen. Und Nachfolger Donald Trump ließ sich von den Islamisten diplomatisch ausmanövrieren. Joe Biden schließlich bringt nicht mehr die Kraft auf, diese Fehler über militärisch flankierte, harte Diplomatie zu korrigieren."

Für die NÜRNBERGER ZEITUNG hat Biden Recht, wenn er offen ausspricht, dass das Land nicht mit Bombern oder ausländischen Truppen stabilisiert werden könne:

"Er will nicht länger Jahr für Jahr etliche Milliarden Dollar für einen ohnehin aussichtslosen Einsatz investieren und sich stattdessen den eigentlichen Herausforderungen widmen: den Beziehungen zu Russland und zu China."

In Afghanistan hat der Westen aus Sicht der MITTELDEUTSCHEN ZEITUNG aus Halle sein Ziel verfehlt.

"Er hat dem geschundenen Land kein demokratisches System implantieren können - und Menschenrechte nur sehr bedingt. Das herunter gestutzte Ziel, die afghanischen Sicherheitskräfte so zu ertüchtigen, dass sie sich gegen die Taliban wehren können, wurde ebenfalls verfehlt. Letztere kontrollieren wieder weite Teile des Territoriums."

Die PFORZHEIMER ZEITUNG ist sich sicher, wie die Situation in Afghanistan nach dem westlichen Truppenabzug aussehen wird:

"Die Taliban werden das Land wieder zurückschicken in die islamistische Steinzeit. Die Regierung in Kabul und die Sicherheitskräfte sind zu schwach, um sie aufzuhalten."

Die FRANKFURTER RUNDSCHAU schreibt zur Verschiebung der Markteinführung des Corona-Impfstoffs von Johnson & Johnson in Europa:

"Nach Astrazeneca nun auch Johnson & Johnson: Wieder ist es ein Vektorimpfstoff, der in Verbindung mit Hirnvenenthrombosen steht. Zufall? Eher nicht. Bei keinem der auf anderen Technologien basierenden Covid-Vakzine hat man solche Fälle bislang in signifikanter Häufung beobachtet. Ein Zusammenhang mit dem Vektorprinzip drängt sich deshalb auf. In der EU braucht man die Vektorvakzine, soll die Impfkampagne nicht noch weiter ins Stocken kommen."

Und die MÄRKISCHE ODERZEITUNG aus Frankfurt(Oder) resümiert:

"Die Pandemie hat uns Pragmatismus gelehrt. Das Ganze ist ein Lernprozess, auch der Umgang mit den in Rekordgeschwindigkeit entwickelten Impfstoffen. Was negative Überraschungen einschließt."