Die Nachrichten
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7. April 2021Blick in die Zeitungen von morgen

Die erneuten Lockdown-Forderungen in der Corona-Pandemie bleiben Thema. Zudem geht es um die Kanzlerkandidaten-Frage bei den Grünen sowie der Union.

30.03.2021, Berlin: Bundeskanzlerin Merkel (CDU) spricht im Kanzleramt bei einer Pressekonferenz (dpa / Markus Schreiber)
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) (dpa / Markus Schreiber)

Aus Sicht der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG gibt es viele Gründe, einem erneuten Lockdown kritisch gegenüberzustehen:

"Schließlich waren die vergangenen Monate wie eine Zeitschleife: Lockdown, Lockern, dann wieder von vorn, dazu der immer gleiche Streit zwischen Bund und Ländern. Das war ermüdend und unwürdig. Wenn die Kanzlerin also nun die Lockdown-Forderung des CDU-Chefs Laschet unterstützt, könnte man fast den Fortschritt übersehen: Er liegt im Wort 'bundeseinheitlich', das nun Einzug in die Debatte gefunden hat. Noch vor wenigen Wochen wäre das undenkbar gewesen."

Der REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER meint, dass niemand sagen könne, wie lange ein Lockdown dauern müsste, bis die Zahlen tatsächlich niedrig sind und die Impfungen greifen.

"Eigentlich liegen die Instrumente für einen 'Brücken-Lockdown' schon längst auf dem Tisch. Die Ministerpräsidenten müssten nur die Notbremse konsequent umsetzen. Stattdessen wird etwa im Saarland geöffnet und die Ministerpräsidenten aus dem Norden denken lieber über Urlauber nach, als über gefüllte Intensivstationen."

Auch die RHEINPFALZ aus Ludwigshafen ist skeptisch, was eine einheitliche Linie angeht:

"Dass Merkel die Corona-Regie per Bundesgesetz an sich ziehen könnte, ist möglich, doch sinnlos. Weil am Ende die Bundesländer im Bundesrat doch mitreden würden. So muss die Kanzlerin weiterhin schwerfällig die letzte Wegstrecke ihrer Amtszeit gehen, während sich ihre potenziellen Nachfolger einen Hahnenkampf der Rechthaberei leisten. Die ungeklärte Kanzlerkandidatur in der Union lädt die Krisenbewältigung auf unangenehme Weise politisch auf. Es ist längst Zeit für eine Entscheidung von CDU und CSU."

Für die HEILBRONNER STIMME nimmt der Druck in der Union zu, die K-Frage nicht erst kurz vor Pfingsten zu entscheiden.

"Im Moment läuft alles auf Söder hinaus, der sich geschickt in Stellung bringt, aber wartet, bis die CDU ihn ruft. Tut sie das, steht Laschet als Parteichef ohne Autorität und Gefolgschaft da. Hält die Partei zu ihrem Chef, riskiert sie die Macht im Bund und viele Abgeordnete ihre Mandate. Eine gesichtswahrende Lösung scheint nur möglich, wenn sich einer der beiden Parteichefs freiwillig zurückzieht."

Die STUTTGARTER NACHRICHTEN blicken in der K-Frage auf die Grünen; der Bundesvorstand will am 19. April einen Vorschlag machen.

"Die Grünen werden die Entscheidung selbstbewusst, geschlossen und mit freudiger Erregung akzeptieren. Schließlich präsentieren sich Habeck wie Baerbock als Vorsitzende der gesamten Partei, und nicht nur zur Hälfte. Sie sind nicht das Aushängeschild eines nervenden Flügels. Das macht diese Kanzlerkandidatur unter dem Dach eines Spitzenduos in toto richtungsweisend."

Nach Meinung der SÜDWEST-PRESSE aus Ulm könnte der Unterschied zum erschütternden Bild, das die Union derweil abgibt, größer kaum sein.

"Als Momentaufnahme bleibt die Demonstration an Disziplin und Professionalität stehen. Und das ist bereits ein Erfolg."