Die Nachrichten
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13. September 2021Blick in die Zeitungen von morgen

Auch die Zeitungsredakteure haben am Sonntag das sogenannte TV-Triell gesehen und überlegen jetzt unter anderem, wer die Debatte gewonnen hat.

Die Moderatoren Oliver Köhr und Maybrit Illner stehen im Fernsehstudio. (dpa/Michael Kappeler)
Welchen Sinn haben die TV-Debatten wie das "Triell"? (dpa/Michael Kappeler)

Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG bilanziert:

"Olaf Scholz, wenn man den Blitzumfragen glauben darf. Erstaunlich wäre das nicht, Scholz hatte die leichteste Aufgabe: den Vorsprung halten, also keinen Fehler machen."

Die BADISCHEN NEUESTEN NACHRICHTEN sehen Armin Laschet in der undankbaren Rolle des Herausforderers:

"Er muss weiter angreifen, konsequent die Schwachstellen von Scholz herausarbeiten, dabei auch Baerbock nicht aus dem Auge verlieren. Das muss er aber sachlich tun, ohne Schaum vor dem Mund. Fast zwei Wochen bleiben der Union, und viele Wähler sind unentschlossen. Dass es sich lohnt, nicht aufzugeben, wenn die Umfragen zum Heulen sind, hat Olaf Scholz bewiesen."

Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG übt grundsätzliche Kritik am Format der TV-Duelle und -Trielle:

"Gestelzt vor die Kameras treten und geschliffene Reden ablesen, das ist das eine. Manche Kompetenz kommt aber auf der (Fernseh-)Bühne kaum oder gar nicht zum Vorschein: Verhandlungsgeschick, Zuhören können, Vertrauen gewinnen, Kümmern und Managen - die Wiedervereinigung etwa wäre ohne diese Eigenschaften des oft von Medien verspotteten Helmut Kohl niemals vollendet worden."

Der CICERO fordert mehr Teilnehmer bei den Debatten, denn:

"Es wurde so deutlich wie nie, dass diese Form des Triells komplett an der gesellschaftlichen Wirklichkeit des Landes vorbeigeht. Und es insofern dringend notwendig wäre, die Runde auch für die FDP, die Linkspartei und nicht zuletzt für die AfD zu öffnen. Nur so könnte man zumindest annähernd die Meinungsvielfalt in diesem Land abbilden."

Ebenfalls kommentiert wird die sogenannte Impfaktionswoche.

Nach Ansicht der HANNOVERSCHEN ALLGEMEINEN ZEITUNG kommt diese viel zu spät:

"Bereits vor einiger Zeit war absehbar, dass die Impfquote stagnieren wird und die Neuinfektionen zunehmen werden. Dem hätten Bund und Länder damals entgegentreten müssen - mit niedrigschwelligen Impfangeboten, echten Impfanreizen und Aufklärung über die schützende Spritze."

Und die BERLINER MORGENPOST führt aus:

"Nun soll noch einmal eine Offensive gestartet werden, einerseits durch neue, unbürokratische Impfangebote, andererseits durch mehr Freiheiten für Geimpfte und Genesene. Die Zeit dafür ist reif, weil es keine Gründe mehr dafür gibt, dass eine Mehrheit in der Gesellschaft unnötige Einschränkungen hinnimmt, aus Rücksicht auf wenige Impfmuffel. Nun wird der Spieß umgedreht. Wer sich nicht impfen lässt, muss weiter Einschränkungen in Kauf nehmen, dafür erlangen Geimpfte und Genesene Freiheiten zurück. Jedenfalls ein wenig. Am Ende muss sich die Vernunft gegen die Unvernunft durchsetzen. Notfalls mit Druck."