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21. August 2018Blick in die Zeitungen von morgen

Viel Lob gibt es für den Vorschlag von EU-Klimakommissar Canete, das Klimaziel der Europäischen Union zu erhöhen -

Demonstrationen bei der Weltklimakonferenz in Bonn 2017. (Roland Weihrauch / dpa)
Demonstrationen bei der Weltklimakonferenz in Bonn 2017. (Roland Weihrauch / dpa)

zum Beispiel vom REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER:

"Irgendwer muss im Klimaschutz vorangehen, sonst wären die Folgen verheerend. Das hat uns nicht nur die Dürre-Periode in diesem Jahr gezeigt. Ohne strengere Vorgaben wird sich auch in der EU nichts bewegen. Deshalb ist es gut, dass der Klimakommissar voranprescht."

Der MANNHEIMER MORGEN betont:

"Was die EU wirklich braucht, sind Mut und Entschlossenheit. Wichtige Beschlüsse für diverse Maßnahmen, darunter für einen effizienteren Emissionshandel, wurden ja bereits verabschiedet. Doch nun müssen den Worten in der Europäischen Union auch endlich Taten folgen."

Für das STRAUBINGER TAGBLATT könnten die Ziele sogar noch weiter gehen:

"Wissenschaftler sind sich weitgehend einig: Den Temperaturanstieg auf zwei Grad zu begrenzen, ist ein Minimalziel. Besser wären 1,5 Prozent. In Zahlen heißt das: Der CO2-Ausstoß müsste in Europa um 55 Prozent bis 2030 gesenkt werden - nicht um 45 Prozent, wie die Kommission es jetzt fordert."

Die FRANKFURTER RUNDSCHAU sieht noch eine zweite Herausforderung:

"Es müssen die Instrumente geschärft werden, um den Umstieg auf die erneuerbaren Energien und die stärkeren Energieeinsparungen auch zu ermöglichen. Ein Job für die Bundesregierung, die ja feierlich gelobt hat, eine Pleite wie mit dem vergeigten nationalen Klimaziel für 2020 nie und nimmer wiederholen zu wollen."

Was das angeht, ist die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG eher pessimistisch:

"Es spricht nicht viel dafür dass diese Koalition für Klimaschutz brennt - im Gegenteil: Auf europäischer Ebene kämpfte sie zuletzt aufseiten der Klima-Schwächlinge. Bei den neuen Klimaauflagen für Autos arbeiten Wirtschafts- und Verkehrsministerium emsig daran, harte Vorgaben zu verhindern. Und am Ausstieg aus der Kohle müht sich eine Kommission ab, die schon jetzt allen Zeitplänen hinterherhinkt."

Die BADISCHEN NEUESTEN NACHRICHTEN aus Karlsruhe werten die ehrgeizigen Ziele auch als Risiko:

"Während US-Präsident Trump beim Klimaschutz auf die Bremse tritt und sich aus dem Pariser Klimaabkommen verabschiedet hat, will Brüssel mit gutem Beispiel vorangehen. In China oder Indien wird man sich über den Elan der Europäer freuen und sich eher zurücklehnen. Dabei ist ohne die aufstrebenden 'Schwellenländer' kein effektiver Klimaschutz zu machen."

Das sieht die RHEIN-NECKAR-ZEITUNG aus Heidelberg etwas anders:

"Je eher die Europäer die Kurve kriegen, desto eher lassen sich andere davon überzeugen, dass das möglich ist. Auch die USA bestehen ja nicht nur aus ihrem Präsidenten. In vielen Bundesstaaten und Städten gibt es Ambitionen, die denen der Europäer in wenig nachstehen."

Zweites Kommentarthema ist das Umwelt-Ranking des Naturschutzbundes für Kreuzfahrtschiffe - das die NORDSEE-ZEITUNG aus Bremerhaven durchaus begrüßt:

"Wenn der NABU mit dem Finger gelegentlich über das blütenweiße Image der Branche fährt und dabei einigen Dreck aufwirbelt, geschieht das den Urlaubstraumfabrikanten ganz recht. Nur durch öffentlichen Druck werden sie bereit sein, die Zusatzkosten für Filter, Katalysatoren und Flüssiggasmotoren zu tragen."

"Die Zeiten, in denen sich niemand Gedanken über die Ökobilanz der Urlauber-Tanker gemacht hat, sind vorbei" freut sich die ALLGEMEINE ZEITUNG aus Mainz:

"Die ersten Reedereien setzen bei einzelnen Neubauten bereits auf neue Antriebe. Das ist ein Anfang."

Auch der WESER-Kurier aus Bremen findet dieses Engagement "löblich", schränkt aber ein:

"Es bedeutet nicht, dass diese Vorreiterrolle viele Nachahmer findet. Schließlich funktioniert das Geschäft auch so. Und da es vielen Kreuzfahrtgästen offenbar egal ist, ob sie mit einer Dreckschleuder unterwegs sind oder nicht, muss eben nachgeholfen werden: Es müssen noch weitreichendere Gesetze her."