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16. Oktober 2018Blick in die Zeitungen von morgen

Die Zukunft des CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer nach der bayerischen Landtagswahl ist ein Thema, das die Kommentatoren beschäftigt.

Der CSU-Vorsitzende und Bundesinnenminister Horst Seehofer (imago stock&people)
Der CSU-Vorsitzende und Bundesinnenminister Horst Seehofer (imago stock&people)

In der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG heißt es dazu:

"Seehofer sollte gehen, besser heute als morgen. Das ist der letzte Dienst, den er sich, seiner Partei, der Bundesregierung und dem Land tun kann. Horst Seehofer ist auf seine späten Tage keine große politische Figur mehr, er ist ein Hindernis. Er solle nicht darauf warten, dass man ihn wegräumt."

"Der Polit-Fuchs", titeln die BADISCHEN NEUESTEN NACHRICHTEN aus Karlsruhe:

"Da sitzt er, lächelt, als könne er kein Wässerchen trüben: Horst Seehofer, der Mann, den so viele für das schlechte Bild verantwortlich machen, das die Große Koalition derzeit abgibt. Doch der Widerstand reicht noch nicht, um den Parteichef ins Wanken zu bringen. Die Hessen-Wahl und die Regierungsbildung in Bayern verschaffen ihm eine Verschnaufpause. Einstweilen ist der Druck aus dem Kessel. So hat Seehofer, der alte Polit-Fuchs, sich Zeit verschafft, wieder einmal."

Die SCHWÄBISCHE ZEITUNG aus Ravensburg meint:

"Seehofer steht für viele als großer Verlierer der Bayern-Wahl schon lange fest. Er hat aber das Glück auf seiner Seite. Getreu dem Motto: Wer seine Partei in die Krise hineinführt, kann sie auch wieder herausführen. Genug Erfahrung hat er ja."

"Seehofer hängt mit seinen fast 70 Jahren nicht mehr grundsätzlich an der Macht", urteilt die WELT.

"Aber er hängt an seiner Bedeutung. Darin erinnert er an den späten Edmund Stoiber. Dessen Vorbild sollte ihn lehren, dass einem historische Gerechtigkeit in der Politik erst widerfährt, wenn man sich aus ihr verabschiedet hat."

Ein weiteres Thema in den Kommentarspalten ist die mögliche Spitzenkandidatur von Justizministerin Barley im SPD-Europawahlkampf im kommenden Jahr.

"Was für eine Karriere", findet DER TAGESSPIEGEL aus Berlin:

"Nachhaltig politisch wirken konnte Barley noch nicht. Aber sie hat nachhaltig Eindruck hinterlassen und ist eine kluge Wahl für die Wahl zum Europa-Parlament. Übrigens, ihre erste Rede 2013 im Bundestag hat Barley zu welchem Thema gehalten? Genau: zu Europa."

Die HANNOVERSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG kommentiert:

"Es ist ein kleiner Befreiungsschlag für Andrea Nahles. Mit der Nominierung von Katarina Barley zur SPD-Spitzenkandidatin für die Europawahl schafft die Parteichefin ein Problem aus der Welt, das ihr zuletzt wie ein Mühlstein um den Hals hing. Der Zeitpunkt hätte kaum besser sein können, denn die Partei liegt seit der Bayernwahl am Boden. Nur mühsam gelingt es der SPD-Führung, die Debatte um Nahles und Vizekanzler Olaf Scholz zu unterdrücken. In dieser Lage sind gute Nachrichten für Nahles fast schon überlebenswichtig. Barley hat der SPD-Chefin deshalb mehr als nur ein Personalproblem vom Hals geschafft."

"Barley steht vor der größten Herausforderung ihrer politischen Karriere", urteilt der KÖLNER STADTANZEIGER:

"Sollte sie bestehen, wartet als Belohnung ein einfaches Mandat im Europaparlament - keine besonders verlockende Aussicht für ein Regierungsmitglied. Indem sie die heikle Mission dennoch übernimmt, stellt sich Barley in den Dienst ihrer Partei. Für die SPD ist das ein Grund zur Hoffnung. Der erste seit langem."