Die Nachrichten

Deutschlandfunk24 Die Nachrichten

Die Nachrichten

22. Juli 2018Blick in die Zeitungen von morgen

Mesut Özil verlässt die deutsche Fußball-Nationalmannschaft. "I feel unwanted", schreibt er unter anderem in einer langen Erklärung.

Recep Tayyip Erdogan, Staatspräsident der Türkei, hält zusammen mit Fußballspieler Mesut Özil vom englischen Premier League Verein FC Arsenal, ein Trikot von Özil. (Uncredited/Pool Presdential Press Service/AP/dpa)
Recep Tayyip Erdogan, Staatspräsident der Türkei, hält zusammen mit Fußballspieler Mesut Özil vom englischen Premier League Verein FC Arsenal, ein Trikot von Özil. (Uncredited/Pool Presdential Press Service/AP/dpa)

Die BERLINER ZEITUNG hält zu der sogenannten "Erdogan-Affäre" fest:

"Wenig deutet daraufhin, dass er alles selbst verfasst hat, viel hingegen darauf, dass er sich lange schon aus der deutschen Nationalelf verabschiedet hatte, zuvorderst sprachlich: Mesut Özils Erklärung ist in englischer Sprache verfasst, nicht auch in Englisch, nur in Englisch."

Özil habe nicht verstanden, was viele Menschen an dem Foto mit dem türkischen Präsidenten Erdogan so empört habe, vermutet die RHEINISCHE POST aus Düsseldorf:

"Es ist nicht das Amt, das politische Gegner verfolgt, Grundrechte einschränkt und Tausende Bürger ohne Anklage wegsperrt. Es ist Erdogan, der das Amt für demokratiefeindliche Aktionen benutzt. Es mag sein, dass es tiefergehende Gründe für Özil gab, dem Foto zuzustimmen, zum Beispiel die Angst, dass seinen Verwandten, Freunden und seinem Eigentum in der Türkei andernfalls Schaden droht. Dann aber hätte die Stellungnahme auch tiefgehender ausfallen müssen."

Und die FRANKFURTER RUNDSCHAU hält es für "Özils persönliche Tragik", dass - Zitat:

"... ausgerechnet er zum Bolzball seiner türkischen Berater, der geglückten Wahlkampagne des Präsidenten Erdogan, des DFB bei dessen missratener Titelverteidigung und einer auch von enthemmter Bösartigkeit getriebenen Debatte auf dem Resonanzboden von Rassismus geworden ist, gegen den jeder mal treten durfte. Dabei wollte der Mesut doch immer nur gut Fußball spielen."

Zu unserem zweiten Thema: Mehrere Hundert Mitglieder der syrischen Hilfsorganisation "Weißhelme" sind mit Hilfe Israels aus umkämpften Gebieten gerettet worden. Die Kommentatoren blicken unter anderem auf die Motive Israels und auf die Rolle der USA.

Der REUTLINGER GENERAL-ANZEIGER schreibt dazu:

"Die Rettung wurde vor allem unter Beteiligung der USA, Deutschlands, Großbritanniens und Kanadas geplant. Was den erfreulichen Schluss zulässt, dass trotz aller US-amerikanischen Alleingänge, die seit Donald Trump an der Tagesordnung sind, die Supermacht das Interesse an internationaler Zusammenarbeit doch noch nicht ganz aufgegeben hat."

"Bemerkenswert" findet es die ALLGEMEINE ZEITUNG aus Mainz, dass sich Israel der "Weißhelme" annahm, weil - Zitat:

"das Land bislang keine Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen hat und auch nicht vorhat, dies noch zu tun. Wieso eigentlich nicht? Wo bleibt hier die internationale Kritik? Warum keine Flüchtlingscamps auf israelischer Seite? Womöglich ging es Israel nur um gute PR, weniger um Humanität."

Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG vertritt die gegenteilige Auffassung:

"Israel verfolgt den Krieg im Nachbarland Syrien mit Sorge und ist kein passiver Zuschauer. Diese humanitäre Geste zeugt davon. Zudem fliegt die israelische Luftwaffe immer wieder Angriffe gegen Positionen der libanesischen Schiitenmiliz Hizbullah und der iranischen Revolutionswächter in Syrien."