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21. März 2019Blick in die Zeitungen von morgen

Wann und wie verlässt Großbritannien die Europäische Union? Diese Frage bleibt auch gut eine Woche vor Ablauf der Austrittsfrist am 29. März unbeantwortet.

Premierministerin von Großbritannien, gibt in Downing Street 10 eine Erklärung zum Brexit ab. (dpa-bildfunk / PA Wire  / Jonathan Brady)
Premierministerin von Großbritannien, gibt in Downing Street 10 eine Erklärung zum Brexit ab. (dpa-bildfunk / PA Wire / Jonathan Brady)

Die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG rät deshalb:

"Wenn das britische Parlament weder einen ungeregelten Austritt will noch einen geregelten Austritt auf der Grundlage des ausgehandelten Vertrags, dann sollte London die Austrittserklärung zurücknehmen und noch einmal das Volk befragen. Dazu benötigt man in Downing Street und Westminster freilich Mut. Für die EU aber muss in jedem Fall die alte Devise gelten: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende."

Die LEIPZIGER VOLKSZEITUNG ist folgender Meinung:

"Die britische Regierung hätte sich vom ersten Tag an viel stärker auch um jene 48 Prozent kümmern müssen, die für den Verbleib in der EU gestimmt hatten. May aber griff zur Brechstange. Ohne Netz und doppelten Boden setzte sie den Austrittsmechanismus nach Artikel 50 der EU-Verträge in Gang. Seither erlebt London statt integrativer Politik nur populistische Machtproben, eine nach der anderen."

Die MITTELDEUTSCHE ZEITUNG aus Halle führt aus:

"EU-Feinde wittern stets in Brüssel das Böse, das Menschenferne. In der Trümmerlandschaft der britischen Brexit-Politik entdeckt man jetzt, dass es auch anders sein kann: Unverstand, Zynismus und elitärer Dünkel können sich sehr wohl auch weitab von Brüssel zu einem unheilvollen Ausmaß steigern."

"Die Europäer müssen auf der Hut sein, damit sie sich nicht auch noch die englische Seuche einfangen", warnt die STUTTGARTER ZEITUNG:

"Die politische Klasse des Vereinigten Königreichs hat das Land in eine schwere Verfassungskrise gestürzt, die mit einer Lähmung des Gesetzgebungsapparats einhergeht. Dieses Horrorszenario droht der EU, wenn man jetzt nicht aufpasst. Sollte Brüssel dem Wunsch aus London entsprechen und den Brexit bis zum 30. Juni verschieben, besteht größte Ansteckungsgefahr."

Das STRAUBINGER TAGBLATT widmet sich dem neuseeländischen Waffenrecht, das die Regierung nach dem Terroranschlag von Christchurch nun verschärft hat:

"Die neuseeländische Regierung braucht nicht einmal eine Woche, um auf die Ermordung von 50 Menschen durch einen Rechtsextremisten zu reagieren und den freien Verkauf von Sturmgewehren und halbautomatischen Waffen zu verbieten. In den USA hingegen folgt Massaker auf Massaker und nichts passiert."

Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG kommentiert:

"Sosehr das Verbot zu begrüßen ist, so zweifelhaft dürfte seine Wirkung sein. Denn egal, wo auf der Welt: Straftaten werden selten mit legal erworbenen Waffen begangen. Illegale sind das Problem. Und im Zeitalter des Internet bekommt man sie zu leicht über das Netz, oder zumindest Teile, aus denen sich Waffen zusammenfügen lassen."