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18. Dezember 2018Blick in die Zeitungen von morgen

Ein Thema dominiert die Kommentarspalten: die deutlich schärferen Grenzwerte der EU für den CO2-Ausstoß von Neuwagen.

Neuwagen stehen auf einem Verladeplatz nahe Michendorf (Brandenburg). (dpa / picture alliance / Ralf Hirschberger)
Neuwagen stehen auf einem Verladeplatz nahe Michendorf (Brandenburg). (dpa / picture alliance / Ralf Hirschberger)

"Das ist mal eine Aufgabe", betonen die WESTFÄLISCHEN NACHRICHTEN aus Münster:

"Um statte 37,5 Prozent sollen die Automobilhersteller die CO2-Emissionen senken. Das wird die Elektromobilität gehörig vorantreiben. Gut so. Aber strenge Vorgaben und pfiffige Entwicklungsabteilungen garantieren noch keine sauberen, alltagstauglichen Lösungen. Wer Emissionen signifikant senken will, kommt an modernen Diesel-Aggregaten nicht vorbei. Und die möchten nicht wenige Politiker und Umweltschützer am liebsten komplett verschwinden lassen."

Die RHEINPFALZ aus Ludwigshafen sieht folgendes Problem:

"Nach langem Nichtstun soll nun alles schnell gehen. Doch ein Umstieg auf E-Mobilität bedeutet nicht nur das Montieren neuer Automodelle. Der Ausbau der Ladeinfrastruktur muss ebenso rasch vonstatten gehen wie das Bereitstellen von genügend Ökostrom. Denn das Schlimmste, was passieren könnte, wäre: E-Autos müssen mangels Alternative mit Strom aus Kohlekraftwerken fahren."

"Glaubt irgendjemand, dass Elektromobilität nicht zu Emissionen führt?", fragt die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG:

"Sie verlagert diese nur zu den Kraftwerken. Wie weit soll die deutsche Deindustrialisierung noch getrieben werden? Die Folgen werden gravierend sein."

Auch die STUTTGARTER ZEITUNG bewertet die Entscheidung der EU kritisch:

"Es gibt dabei keine Balance zwischen Ökologie und Ökonomie. Der Klimaschutz soll auf Biegen und Brechen durchgesetzt werden - ohne Rücksicht auf wirtschaftliche Risiken für die Unternehmen."

"Der Weg in die richtige Richtung ist klar erkennbar", findet dagegen die HANNOVERSCHE ALLGEMEINE ZEITUNG:

"Jetzt sind Konsequenzen gefragt. Nicht nur bei den Autobauern. Auch die Politiker in Bund, Ländern und Kommunen brauchen Impulse. Die Verkehrswende ist eine Aufgabe für die gesamte Gesellschaft."

"Die Autolobby klagt nun, es werde zu viel gefordert", heißt es in den LÜBECKER NACHRICHTEN:

"Doch die Branche hat immer gejammert, wenn die Politik härtere Vorgaben aufgestellt hat. Wenn die Gesellschaft Klimaschutz und Gesundheit der Stadtbewohner ernst nimmt, muss sich die Autobranche wandeln."

"Autos müssen CO2-frei werden", meint auch die MITTELDEUTSCHE ZEITUNG aus Halle:

"Ein generelles Tempolimit auf Autobahnen, wie es die Umwelthilfe vorgeschlagen hat, klingt nach mehr als es wirklich leisten könnte. Punktuelle Fahrverbote sind ökologisch gesehen ein Witz. Zu einem klimapolitischen Ausweg werden alle diese Einzelmaßnahmen nur, wenn man Mobilität neu denkt."

Für die RHEIN-ZEITUNG aus Koblenz ist klar:

"Man kann es drehen und wenden, wie man will: Die Stunde der Wahrheit hat geschlagen. Entweder wir verabschieden uns von den Grenzwerten und leugnen den Klimawandel - oder fahren elektrisch. Nicht irgendwann, sondern jetzt."