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14. August 2018Blick in die Zeitungen von morgen

Es geht vor allem um das Brückenunglück in Italien, aber auch um die Konjunktur in Deutschland.

Die Autobahnbrücke in Genua ist eingestürzt. (dpa-Bildfunk / ANSA / AP / Luca Zennaro)
Die Autobahnbrücke in Genua ist eingestürzt. (dpa-Bildfunk / ANSA / AP / Luca Zennaro)

Die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG schreibt dazu:

"Der Brückeneinsturz von Genua mit Dutzenden von Toten und Verletzten löst Entsetzen aus. Zugleich nährt die Katastrophe einen bösen Verdacht: Schlechte Bauausführung, Überalterung, mangelnde Kontrollen oder zu wenig Geld für Instandhaltung könnten zum Zusammenbruch geführt haben. War das Desaster also programmiert?"

Auch die BADISCHEN NEUESTE NACHRICHTEN aus Karlsruhe haben diese Vermutung, denn:

"die marode Infrastruktur in Italien ist seit langem ein Sorgenkind der Verkehrsexperten. Warnungen wurden von den vielen Regierungen in Rom leichtfertig in den Wind geschlagen. Anstatt sich an die Sanierung überalterter Brücken und Tunnel zu machen, zeigten die jeweiligen Verkehrsminister in der Hauptstadt auf die leeren Staatskassen. Gerne wurde auf das Spardiktat aus Brüssel verwiesen, um das eigene Nichtstun zu kaschieren."

"Aber auch in Deutschland bröckeln Brücken", erinnert die LANDESZEITUNG aus Lüneburg:

"Auch hier schneiden Politiker lieber Bänder durch, um neue Straßen einzuweihen, als alte zu sanieren. Seit Jahren verdrängt Deutschland seine Infrastrukturkrise. Zu einschüchternd wirken die Milliardensummen, die investiert werden müssten. Zu verärgert wären Wähler über Staus durch neue Baustellen."

Und die WESTFÄLISCHEN NACHRICHTEN aus Münster sehen es so:

"Vielleicht ärgern wir uns beim nächsten Stau vor einer Autobahnbaustelle nicht über die Wartezeit, sondern freuen uns, dass endlich etwas für unsere Sicherheit geschieht."

Zum zweiten Thema, den heute vorgestellten Förderprojekten des Bundes für mehr saubere Luft in den Städten.

Der KÖLNER STADT-ANZEIGER ist wenig beeindruckt:

"Seit Jahren ist bekannt, dass die Grenzwerte vielerorts überschritten werden. Es gibt ein Vertragsverletzungsverfahren der EU-Kommission gegen Deutschland, seit Mitte Mai läuft sogar eine Klage vor dem EU-Gerichtshof. Und was tut die Bundesregierung? Sie stellte gerade Projekte vor, mit denen der öffentliche Nahverkehr in fünf (!) Modellstädten (!) attraktiver gemacht werden soll. Lieber Verkehrsminister Scheuer, liebe Umweltministerin Schulze:  Sollte sich in Ihren Häusern erst jetzt die Erkenntnis durchsetzen, dass ein besserer Nahverkehr und ein Ausbau der Rad-Infrastruktur der Schlüssel zur Lösung der Umwelt- und Verkehrsprobleme in den Städten sind, dann ist in Ihren Ministerien in den vergangenen Jahrzehnten einiges schiefgelaufen."

Die MÄRKISCHE ODERZEITUNG aus Frankfurt (Oder) hat aus einem anderen Grund Zweifel:

"Andere Länder und Städte haben sich mit ihren Luftreinhaltungs-Konzepten mehr Zeit gelassen. Wien, das ein billiges Jahresticket einführte, baute über zehn Jahre hinweg parallel den Nahverkehr aus. Dänemark brauchte auch ein Jahrzehnt, damit das Radverkehrsnetz angenommen wurde. Zu denken, dass in zwei Jahren die Luft in deutschen Städten plötzlich sauber ist, ist naiv."

Und die BERLINER ZEITUNG unterstreicht:

"Die Förder-Millionen entbinden die Bundesregierung auch nicht von der Pflicht, jetzt sofort gegen die Luftverpestung in den Ballungsräumen vorzugehen. Wer Fahrverbote vermeiden will, muss die Autohersteller zwingen, bereits verkaufte Diesel-Stinker auf eigene Kosten technisch nachzurüsten."

Zum Schluss zur deutschen Konjunktur, die im zweiten Quartal erneut Zuwächse verzeichnen konnte.

Die BADISCHE ZEITUNG aus Freiburg hält fest:

"Europas größte Volkswirtschaft scheint von allen Handelskonflikten und unberechenbaren Staatenlenkern unbeeindruckt. Genauer: Die Bürger lassen sich nicht beeindrucken; der Außenhandel schwächelt, wohingegen die Konsumfreude ungebrochen groß ist."

Die NEUE WESTFÄLISCHE aus Bielefeld warnt dagegen:

"Je länger die Glückssträhne anhält desto wichtiger wird es, sich auf drohende Probleme vorzubereiten. Die Liste der Risiken ist unabsehbar lang: Protektionistisch motivierte Handelskonflikte, Krieg im Nahen Osten, anschwellende Flüchtlingsströme, Kampf um Rohstoffe, Klimawandel."

Und die FRANKFURTER RUNDSCHAU bemerkt:

"Irritierend ist der Inlandsboom insofern, als dass der Konsumbereitschaft eine tiefe politische Vertrauenskrise zur Seite steht. Normalerweise profitieren Regierungen davon, wenn das Bruttoinlandsprodukt Rekorde bricht. Aber im Aufwind befindet sich allein die AfD mit dem Angstmacherthema Zuwanderung. Warum? Weil alle anderen Parteien das Thema der rechten Scharfmacher übernehmen. Wenn mehr Wohlstand nicht gegen Dummheit von rechts hilft, dann vielleicht das: Echte Probleme lösen, Rente sichern, Lehrer einstellen, Parkbänke reparieren - solche Sachen."