Die Nachrichten

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24. Mai 2019Blick in die Zeitungen von morgen

Viele Kommentatoren blicken nach London, wo die britische Premierministerin May ihren Rückzug angekündigt hat. Für viele war es ein längst überfälliger Schritt.

Prime Minister Theresa May announces date of her resignation as Conservative Party leader at No 10 (imago images / i Images)
Prime Minister Theresa May announces date of her resignation as Conservative Party leader at No 10 (imago images / i Images)

"May hat ihre Glaubwürdigkeit verspielt, indem sie sich vor Entscheidungen drückte und unaufhörlich Versprechen brach",

meint die AUGSBURGER ALLGEMEINE:

"Hilflos, autoritätslos und kraftlos verfolgte sie in den vergangenen Monaten, wie die konservative Partei vor ihren Augen zerbröckelte. Ihr politisches Aus war unausweichlich."

May hinterlässt aus Sicht der F.A.Z. nichts als ein großes Scheitern:

"Sie wird in Erinnerung bleiben als die Brexit-Premierministerin, die den Brexit nicht geliefert hat. In den fast drei Jahren, die sie im Amt war, trat das Vereinigte Königreich auf der Stelle. Die Tränen, die ihr am Ende der kurzen Abschlussrede in die Augen traten, waren auch Tränen der Erschöpfung."

Der KÖLNER STADT-ANZEIGER betont:

"Es war am Ende May, die eine ungeordnete Scheidung ohne Austrittsabkommen überhaupt zu einer möglichen Option machte. Und ihren Job damit so viel härter. Es ist ein Drama, was auf der Insel passiert - und ein Ende ist nicht in Sicht."

Das sieht das BADISCHE TAGBLATT aus Baden-Baden ähnlich:

"Wer auch immer May nachfolgen wird: Die Vorzeichen haben sich nicht geändert. Nach drei Jahren Wirren um einen möglichen Brexit ist man nicht einen Schritt weiter."

Dass die EU für einen neuen Premier das Abkommen aufschnürt - so die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG - ist nicht zu erwarten. Nun wird ein interner Kampf um Mays Nachfolge ausbrechen. Sollte sich der Hardliner Johnson durchsetzen, wird ein harter Brexit ohne Abkommen wahrscheinlicher, mit allen Nachteilen."

Die HEILBRONNER STIMME schreibt zur Europawahl, die in einigen Ländern bereits begonnen hat:

"Zu viele Einzelinteressen, zu viel nationaler Egoismus setzen Europa zu. Hinzu kommt ein austauschbarer Europawahlkampf, der wenig Unterschiede in den Parteiprogrammen zu bieten hat. Auch diesmal wurden viele Chancen vertan. Dennoch: Diese EU-Wahl darf nicht zu einer Denkzettelwahl werden. Gerade, weil die Herausforderungen enorm sind."

Das FLENSBURGER TAGEBLATT bemerkt:

"Diesmal ist weiten Kreisen der Bevölkerung bewusst, dass nichts selbstverständlich ist. Nicht unser Wohlstand, nicht unsere Sicherheit, nicht unsere Grenzen und nicht unsere Lebensgrundlage. Die Lösung der anstehenden Probleme gehen wir gemeinsam mit unseren Partnerländern und demokratisch an. Das ist die Botschaft dieser Wahl."

Nach Meinung der NORDWEST-ZEITUNG aus Oldenburg geht es um viel für die Volksparteien in Europa:

"Deshalb müssen Frieden und Freiheit an diesem Sonntag an der Wahlurne neu verteidigt werden!"

Und die LUDWIGSBURGER KREISZEITUNG mahnt:

"Niemand sollte vergessen, was Europa bietet, was aber auch verlorengehen kann, wenn nationale Ressentiments wieder aufblühen und die Oberhand gewinnen; wenn die Staaten wieder damit beginnen, sich voneinander abzuschotten. Wer ausschließt, wird irgendwann auch selbst ausgeschlossen werden. Am Ende zerbröselt der Friede. Also, wählen gehen!"