Die Nachrichten

Deutschlandfunk24 Die Nachrichten

Die Nachrichten

20. Januar 2019Blick in die Zeitungen von morgen

Zwei Namen stehen im Mittelpunkt der Kommentare: Markus Söder und Donald Trump.

CSU-Sonderparteitag (dpa-Bildfunk / Tobias Hase)
CSU-Sonderparteitag (dpa-Bildfunk / Tobias Hase)

Zunächst nach Bayern. "Glaubt man ihrem neuen Chef, dann wird die CSU plötzlich modern", schreibt die NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG nicht ohne Ironie:

"'Neu' war eines der Lieblingswörter in Markus Söders Parteitagsrede. Neue Spitze, neue Programmatik, auch einen neuen Sound verordnete er. Man darf skeptisch sein, ob es Söder ernst meint mit der Erneuerung und seinem brandneuen Motto."

"Profil mit Stil", heißt dieses Motto. Auch die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG sieht einen Mangel an Glaubwürdigkeit:

"Seine Rede vor dem Parteitag wirkte wie aus dem Satzbaukasten, bundespolitische und internationale Themen kamen darin so gut wie überhaupt nicht vor. Damit nährte Söder Zweifel, ob ein ausgewiesener Landespolitiker und politischer Opportunist der richtige Mann ist, um der CSU eine Richtung zu geben und ihren Einfluss zu sichern."

Ähnlich sieht es die MITTELDEUTSCHE ZEITUNG aus Halle:

"Die CSU will glauben, dass dieser Führungswechsel die Rückkehr zu alter Stärke einleitet. Tatsächlich ist von ihrem einstigen Mythos kaum etwas übrig. Es wird lange dauern, bis diese Partei sich neu erfinden kann - wenn es ihr denn überhaupt gelingt. In der CSU ist jede Menge Genugtuung darüber zu spüren, dass es im Herbst bei der Landtagswahl nicht noch schlimmer gekommen ist. Je mehr diese Selbstzufriedenheit um sich greift, desto geringer dürfte der Ehrgeiz bei der geplanten Parteireform sein, mit der die CSU frischer, jünger und weiblicher werden soll."

Auch der MÜNCHNER MERKUR beschäftigt sich mit diesem Aspekt:

"Um es auf eine kurze Formel zu bringen: Söder will nicht mehr der AfD die Wähler abjagen, sondern den Grünen. Dass die Partei ihren neuen Chef dennoch nur mit mäßigen 87% wählte, liegt auch daran, dass viele aus dem Wahlkampf noch einen ganz anderen Söder-Sound im Ohr haben und jetzt rätseln, welches nun die wahre Melodie ist. In der Politik ist Glaubwürdigkeit das größte Kapital, und davon hat der neue Chef zuletzt eine Menge verbraucht."

Zum nächsten Thema und in die USA. Dort dauern Haushaltsstreit und Shutdown weiter an: Die Demokraten haben ein Angebot von Präsident Donald Trump zur Beilegung umgehend abgelehnt. Die FRANKFURTER RUNDSCHAU überrascht das nicht:

"Zu klein sind die Zugeständnisse für Menschen, die teilweise seit Jahrzehnten im Land leben. Und zu mächtig ist das Symbol des Grenzwalls, dessen Bau der Präsident als Triumph feiern würde. Dennoch ist Trumps vergiftetes Kompromissangebot ein kluger Schachzug. In der Bevölkerung wächst der Frust über den 'Shutdown' gewaltig. Bislang gilt Trump als der Hauptschuldige. Doch wenn die Demokraten weiter dasitzen, ohne eigene Wege aus der Misere vorzuschlagen, könnte der Schwarze Peter bald bei ihnen landen."

"Trump hat in dieser Situation nur zwei Möglichkeiten", meint der MANNHEIMER MORGEN:

"Entweder er kapituliert im Haushaltsstreit oder er ruft unter einem Vorwand den Notstand an der Grenze aus. Beides beinhaltet unkalkulierbare Risiken. Der Präsident hat sich mit der völlig unnötigen Haushaltssperre in eine Sackgasse manövriert und zahlt nun den Preis dafür."