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25. März 2019Blick in die Zeitungen von morgen

Das bestimmende Thema ist die Diskussion um eine verpflichtende Impfung gegen Masern.

Eine Arzthelferin impft in einer Arztpraxis eine Patentin (picture alliance/Ole Spata/dpa)
Eine Arzthelferin impft in einer Arztpraxis eine Patentin (picture alliance/Ole Spata/dpa)

Die RHEIN-ZEITUNG aus Koblenz gibt sich zurückhaltend:

"Eltern sollen nicht dazu gezwungen werden, ihre Kinder allen empfohlenen Impfungen zu unterziehen. Da helfen nur der Appell an die Vernunft und eine gute Beratung durch die Kinderärzte."

Die BADISCHEN NEUESTEN NACHRICHTEN aus Karlsruhe geben zu bedenken:

"Zwangsmaßnahmen sollten in der Politik stets das allerletzte Mittel sein. Eine Masern-Immunisierungspflicht könnte in der Szene der überzeugten Impfgegner die Vorbehalte sogar noch verstärken."

Die ALLGEMEINE ZEITUNG aus Mainz sieht es ähnlich:

"Besser ist Aufklärung. Wenn das nicht fruchtet und die Erkrankungszahlen steigen, darf eine Impfpflicht aber kein Tabu sein."

Die LEIPZIGER VOLKSZEITUNG schlägt ganz andere Töne an:

"Wer durch einen Impfzwang seine Freiheit oder die seiner Kinder eingeschränkt sieht, der sei an die Schulpflicht erinnert. Oder an den Gurt-Zwang im Auto. Letzterer war in den 70ern in Westdeutschland auch heftig umstritten, das wirkt heute lachhaft."

Der KÖLNER STADT-ANZEIGER sieht das ähnlich:

"Wenn gutes Zureden nicht hilft, kann die logische Folge nur sein: Die gesetzliche Impfpflicht muss her. Dass darüber gestritten werden muss, ist traurig. In allen anderen Lebensbereichen gilt als ausgemacht: die eigene Freiheit endet da, wo sie anderen schadet."

Der GENERAL-ANZEIGER aus Bonn fordert:

"Die Bundesregierung hat lange genug auf die Vernunft der Eltern gesetzt. Doch zu viele Erziehungsberechtigte zeigen sich beratungsresistent. In Italien, Frankreich und zahlreichen weiteren Ländern gibt es eine Impfpflicht. Wieso nicht auch bei uns?"

Ein anderes Thema in den Zeitungen ist der Abschlussbericht des Sonderermittlers Robert Mueller, der herausfinden sollte, ob es eine Verschwörung von US-Präsident Donald Trump mit Russland im amerikanischen Wahlkampf 2016 gab.

Diese gab es demzufolge nicht, und die STUTTGARTER NACHRICHTEN schließen daraus:

"Die Chancen auf ein erfolgreiches Amtsenthebungsverfahren scheinen dahin. Das aber ist eine gute Basis für den demokratischen Wettstreit unter Amerikas Wählern darüber, wen sie ab 2020 im Weißen Haus sehen wollen. Trump ist durchaus schlagbar."

Die RHEINPFALZ aus Ludwigshafen klagt dagegen:

"Trump verbiegt einmal mehr die Wahrheit, wenn er im Triumphgefühl behauptet, vollständig entlastet worden zu sein. Die Antwort auf die Frage, ob er die Justiz behinderte, hat Mueller ja gerade offengelassen. Das Ringen um die Wahrheit wird also weitergehen."

Das HANDELSBLATT aus Düsseldorf schlussfolgert:

"Diejenigen, die auf weitere Antworten drängen, werden als schlechte Verlierer geschmäht werden. Dabei gibt es durchaus offene Fragen, die geklärt werden müssen. Die Untersuchung war kein Fehler, sondern sie steht für einen starken, funktionierenden Rechtsstaat. Dieser ist gerade in Zeiten Trumps wichtiger denn je."