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StartseiteVerbrauchertippAlte Mobiltelefone sinnvoll nutzen05.09.2019

Bloß nicht wegwerfenAlte Mobiltelefone sinnvoll nutzen

Schätzungen zufolge hat jeder Deutsche gleich mehrere Mobiltelefone zuhause. Viele ältere Modelle darunter lagern in Schubladen und Kellern. Statt sie ungenutzt liegen zu lassen, kann man alte Geräte auch spenden oder verkaufen. Manche Modelle bringen sogar noch richtig viel Geld.

Von Karin Lamsfuß

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Mehrere ausgediente Mobiltelefone liegen auf einem Tisch. (imago / SKATA)
Alte Mobiltelefone kann man auch spenden (imago / SKATA)
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"Ich hab noch zwei, drei alte Handys hier in der Schublade, da ist unter anderem ein altes Klapphandy mit dabei, ein erstes Smartphone, bei dem das Display gebrochen ist, und ich frage mich: Was kann ich eigentlich damit noch machen?"

Erste Möglichkeit: verkaufen. Ob sich das überhaupt lohnt, zeigt sich mit wenigen Klicks: Modell und Zustand in ein Vergleichsportal wie zum Beispiel handyverkauf.net eingeben, und schon erscheint eine Händlerliste mit dem jeweiligen Ankaufspreis. Ist das Angebot attraktiv: Handy einpacken, an den Händler verschicken und in wenigen Tagen ist das Geld auf dem Konto. Doch so glatt läuft das nicht immer, sagt Arne Düsterhöft, Mobilfunkexperte bei "Finanztip":

"Wenn Sie das Handy eingeschickt haben, schaut sich das der Händler noch mal genau an, und dann kann es sein, dass ihm noch der ein oder andere Mangel auffällt. Dann wird der Händler noch mal versuchen, den Preis zu drücken und Ihnen was weniger für das Gerät anbieten."

Selber verkaufen lohnt sich

Wer mögliche Scherereien umgehen möchte, kann selbst verkaufen, zum Beispiel über Ebay. Das ist etwas mehr Arbeit, hat aber den Vorteil, dass der Verkäufer den Preis selbst bestimmen kann. Als grobe Orientierung: iPhones bringen in der Regel das meiste Geld. Ein einwandfreies Modell aus dem letzten Jahr durchaus noch drei bis vierhundert Euro.

"Je besser Sie Ihr Handy behandelt haben, desto mehr bekommen Sie auch dafür. Das kann auch durchaus zwei, drei Jahre alt sein. Aber je mehr Kratzer es hat, desto niedriger fällt der Preis aus."

Manchmal sind es nur kleine Mängel, die das Gerät in der Schublade landen lassen. Oft bieten Repair-Cafés z.B. den Austausch eines defekten Akkus an. Ist tatsächlich nichts mehr zu retten, gehört das defekte Handy auf keinen Fall in den Hausmüll, sondern allenfalls zum Wertstoffhof.

Mobiltelefone spenden und Gutes tun

Eine bessere Idee ist die Handy-Spende: In einen Umschlag stecken und an gemeinnützige Organisationen schicken. Wie etwa die Umwelthilfe oder die Caritas. Dort werden aus kaputten Handys Rohstoffe gewonnen und funktionstüchtige Modelle weiterverkauft: z.B. an afrikanische Kleinbauern, erklärt Philipp Heldt, Umweltexperte bei der Verbraucherzentrale NRW:

"In all diesen Ländern herrscht ne große Nachfrage an Handys, d.h. ein einzelner Bauer, der ein Smart-Phone hat, kann nicht mehr so leicht über den Tisch gezogen werden, die Leute vor Ort profitieren sehr davon, dass sie den Informationszugriff mit den Handys plötzlich haben."

Es muss nicht jedes Jahr ein neues Smartphone sein

Hier wird also kein Elektroschrott exportiert, sondern ein Hilfsmittel, das den Alltag von Menschen erleichtert. Aus den Erlösen werden dann humanitäre oder ökologische Projekte in Deutschland unterstützt. Egal ob spenden oder verkaufen: Der Umweltexperte betont, wie wichtig es sei, dem Druck der Industrie zu widerstehen, jedes Jahr das neuste Modell zu kaufen.

"Weil die meiste Energie und die meisten Emissionen an Umweltgiften verbraucht werden, wenn ich ein Gerät neu herstelle."

Daneben hat die Handy-Wegwerf-Mentalität auch negative humanitäre Auswirkungen auf die Menschen in den Rohstoff-Ländern, wie etwa dem Kongo.

"Wo eben die ganzen Minen sind, wo die verschiedenen Metalle abgebaut werden, das geht natürlich auch einher mit Menschenrechtsverletzungen, und je mehr Handys ich verbrauche, wo das Coltan drin verbaut ist, umso eher fördere ich auch die Konflikte vor Ort."

Fazit Für die Schublade sind alte Handys allemal zu schade.

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