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StartseiteVerbrauchertippRegelmäßige Überwachung ist ratsam27.08.2020

Blutdruck-Messgeräte im TestRegelmäßige Überwachung ist ratsam

Wer hohen Blutdruck hat, tut gut daran, seine Werte regelmäßig selbst zu kontrollieren. Die Stiftung Warentest hat jetzt Blutdruckmessgeräte für den Eigengebrauch untersucht – und obwohl sie allesamt nicht so exakt messen wie die Modelle mit Stethoskop beim Arzt, ist der Einsatz dennoch sinnvoll.

Von Dieter Nürnberger

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Blutdruckmessgerät vor hellem, neutralen Hintergrund (imago images / Imaginechina-Tuchong)
Fehler beim Messen können die Werte ähnlich verfälschen wie ein schlechtes Gerät - deshalb gilt es, beim Blutdruckmessen ein paar Grundregeln zu beachten. (imago images / Imaginechina-Tuchong)
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Wer die eigenen Blutdruckwerte regelmäßig selbst kontrolliert, bekommt lebensnähere Ergebnisse als bei der gelegentlichen Messung beim Hausarztbesuch. Das kann nicht nur helfen, Bluthochdruck rechtzeitig zu erkennen, sondern ist auch für Patienten wichtig, die mit Medikamenten gegensteuern wollen. Wirken beispielsweise die vom Arzt verordneten Arzneimittel oder auch die empfohlenen Ernährungstipps?

Vorsicht vorm "Weißkittel-Effekt"

"Die regelmäßige Überwachung zählt!", erklärt Warentesterin Ina Bockholt. "Und bei manchen Menschen kommt es auch zum sogenannten Weißkittel-Effekt – das heißt, dass die Patienten beim Arzt sehr aufgeregt sind und dass der Blutdruck dann nicht selten in die Höhe schnellt. Da kann man sich dann zu Hause beruhigen und sieht, dass es gar nicht so schlimm ist. Wenn ich etwas mehr Sport treibe und mich besser ernähre, dann habe ich den Blutdruck im Griff."

Eine Pflegekraft misst den Blutdruck eines Patienten (Pexels / rawpixel) (Pexels / rawpixel)Bluthochdruck: Die stille Gefahr 
Viele Menschen haben einen zu hohen Blutdruck, aber sie fühlen sich gesund, fit und leistungsfähig. Dabei steigt bei einem zu hohen Blutdruck das gesundheitliche Risiko.

Zumindest im Idealfall. Auf Dauer drohen bei Bluthochdruck allerdings Schädigungen der Blutgefäße, was ernste Folgen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall haben kann. Für den Heimgebrauch gibt es zwei Varianten an Blutdruckmessgeräten. Oberarm- und Handgelenkmodelle.

"Die Oberarmgeräte sind leichter zu bedienen. Weil sie einfach eine breite Manschette haben, das sitzt gleich gut auf dem Arm und vor allem auf Herzhöhe. Bei den Blutdruckmessgeräten für das Handgelenk da muss man den Arm noch so anwinkeln, dass er auf Herzhöhe ist. Es ist also etwas komplizierter und störanfälliger in der Anwendung."

Abweichungen um rund 7,5 Punkte

Zwar fiel auf, dass die technische Messung beim Arzt mit dem Trio aus Oberarmmanschette, Quecksilber-Messung und der Verwendung eines Doppelstethoskops exakter ist, doch seien das tolerierbare Abweichungen, so Ina Bockholt: Es gehe überwiegend um eine verlässliche Verlaufskontrolle des Blutdrucks.

"Das reicht für Zuhause aus. Wir haben da Abweichungen um 7,5 Punkte nach oben und auch unten. Das kann man noch akzeptieren. Man hat schon mal eine Hausnummer, in welchem Blutdruckbereich man sich befindet."

Jedoch wurde auch deutlich, dass Fehler beim Messen die Werte ähnlich verfälschen können wie ein schlechtes Gerät. So sollte möglichst zur selben Tageszeit gemessen werden. Morgens – vor dem ersten Kaffee und auch vor einer Medikamenteneinnahme. Man sollte sich zudem Ruhe gönnen und nichts nebenher tun.

Messungen (digital) dokumentieren 

Auf jeden Fall sollten die Messungen dokumentiert werden. Das ist natürlich traditionell per Hand möglich, doch einige Modelle lassen sich auch mit dem Smartphone verbinden. Digitale Technik macht die Messergebnisse anschaulicher, so Ina Bockholt.

"Bei den Blutdruckmessgeräten für das Handgelenk gibt es zwei Modelle, die sind mit Apps verbunden. Da ist es noch etwas komfortabler, seine Werte zu dokumentieren. Hier kann man sich beispielsweise Verlaufskurven anzeigen lassen. Das führt zu Übersichtlichkeit."

Die Blutdruckmessgeräte in der Untersuchung kosten zwischen 25 und 70 Euro. Vorn lagen die Oberarmmodelle "Medicus X" von "Boso" für 50 und "X3 Komfort" vom "Omron" für 59 Euro. Ähnlich gut sind die günstigeren Messgeräte von "Medisana" und "Veroval". Bei den Handgelenkmodellen gab es nur eine gute Gesamtbewertung: Das "RS7 Intelli" von "Omron" für stolze 70 Euro.

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