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StartseiteBörseStriktere US-Geldpolitik rückt näher21.11.2013

Börse am MittwochStriktere US-Geldpolitik rückt näher

Der Konsum brummt, die Inflation ist im Griff und selbst das Dauersorgenkind Yahoo scheint auf dem Weg der Besserung. Dennoch rutschten die New Yorker Aktien ins Minus.

Ein hell erleuchtetes Schild des US-Unternehmens Yahoo (AP)
Lange Sorgenkind: Yahoo (AP)

Damit hatte keiner gerechnet: Aus dem Sitzungsprotokoll der jüngsten US-Notenbanksitzung ist herauszulesen, dass die massiven Anleihekäufe und Niedrigzinspolitik womöglich doch früher enden werden, als allgemein angenommen. Die Wall Street reagierte verschnupft. Der aus verschiedenen Industrietiteln zusammengesetzte Dow Jones Index verlor 0,4% auf 15.900 Punkte. Das Computerbarometer Nasdaq schloss 0,3% tiefer. Auch im Rentenhandel zogen die Anleger Kapital ab. Die richtungsweisenden, 10-jährigen US-Staatsanleihen verschlechterten sich um acht Stellen auf eine Umlaufrendite von 2,79%.

Die Verluste zogen sich quer durch alle Branchen hindurch. Hier und da gab es aber auch lohnenswerte Investments. Paradebeispiel: Einzelhandel. Offiziell beginnt das amerikanische Weihnachtsgeschäft erst nach dem Erntedankfest Ende November. Die Wall Street reibt sich aber schon jetzt die Hände, denn trotz Haushaltskrise und Verwaltungsstillstand sind die US-Einzelhandelsumsätze im Oktober um 0,4% gestiegen – vier Mal stärker als angenommen. Der Börsenexperte Mike McKee verweist darauf, dass die Amerikaner vor allem viel Geld in Bars und Restaurants ausgegeben haben. "In diesen beiden Bereichen wird immer zuerst gespart, wenn es den Konsumenten schlecht geht – also geht es ihnen gut", schlussfolgert er. 

Die Kaufhauskette JC Penney setzte das Glanzlicht bei den Einzelhändlern. In der Internetbranche überraschte Yahoo positiv. Der Konzern hat sein Aktienrückkaufprogramm ausgeweitet. Er will weitere Aktien im Wert von fünf Milliarden Dollar zurückerwerben. Das stimmt die Marktteilnehmer optimistisch, was die künftige Geschäftsentwicklung bei Yahoo angeht. Die Aktie hat ihren Wert seit Jahresbeginn fast verdoppelt.

Im New Yorker Devisenhandel verlor der Euro an Boden. Er war im späten Handel schon für 1,3481 Dollar zu haben.

Auch bei den Edelmetallen machten die Investoren Kasse. Die Feinunze Gold verbilligte sich auf eine US-Schlussnotierung von 1.243 Dollar 70 Cent.

Eine zuletzt starke Nachfrage ausländischer Anleger und ein möglicherweise stärkeres Aktien-Engagement des weltgrößten Pensionsfonds GPIF beflügelten die Börse in Tokio. Unter den Gewinnern waren erneut auch exportlastige Unternehmen, die von dem weiterhin schwachen Yen profitierten.

Der Leitindex Nikkei der 225 führenden Werte notierte 1,4 Prozent höher bei 15.288 Punkten, nachdem er im Verlauf sogar zwei Prozent höher gelegen hatte. Der breiter gefasste Topix stieg um 0,7 Prozent auf 1242 Stellen.

Aktien des Autobauers Honda stiegen um 3,2 Prozent, Nikon um 2,5 und Sony um ein Prozent.

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