Freitag, 28.02.2020
 
Seit 14:35 Uhr Campus & Karriere
StartseiteVerbrauchertippWertpapierdepot aufräumen - teure Posten raus21.01.2020

BörsenanlagenWertpapierdepot aufräumen - teure Posten raus

Für Aktienanleger war 2019 ein gutes Jahr, einige Titel erreichten Höchststände. Wer nur auf Festzinspapiere oder Sparbuch setzte, wurde dagegen enttäuscht. Und die Niedrigzinsphase soll weiter anhalten. Ein guter Zeitpunkt, um einen Depotcheck zu machen.

Von Dieter Nürnberger

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Miniaturfiguren stehen vor einer Börsenkurve (picture-alliance/dpa/Mascha Brichta )
Geld für Aktien oder Aktienfonds sollten nur dann angelegt werden, wenn es langfristig, mindestens zehn Jahre, nicht benötigt wird. (picture-alliance/dpa/Mascha Brichta )
Mehr zum Thema

Wertpapiere Große Unterschiede bei Bankgebühren

Geldanlage in Aktien Keine Lust auf Nullzinsen

Finanzwissenschaftler zum Absturz der Bayer-Aktie "Kauf von Monsanto war nicht unbedingt die beste Idee"

Börse Bafin verbietet Wetten gegen Wirecard-Aktie

Depot, Handel, Dividende Aktien für Anfänger

Anfang des Jahres verschicken die Banken den jährlichen Depotauszug an die Anleger. Aufgelistet sind hier nicht nur die Wertentwicklung, sondern auch die Kosten, die die Bank für das Management der Geldanlage berechnet. Ein guter Zeitpunkt also, einen Depotcheck zu machen, sagt Roland Aulitzky, Anlageexperte bei der Zeitschrift "Finanztest":

"Zum einen für jene Leute, die jetzt "nur" Zinsanlagen haben - Tagesgeld und Festgeld. Die sollten darüber nachdenken, ob sie nicht einen kleinen Teil des Vermögens in breit streuende Aktionsfonds investieren, um auf diese Weise etwas vom gegenwärtigen Null-Zins-Szenario wegzukommen. Jene, die bereits Aktien haben, müssen sich natürlich fragen, ob der aktuelle Aktienanteil im Depot noch mit dem vereinbar ist, was ich mir ursprünglich vorgestellt habe."

Versorgeraktien wie RWE oder E.ON überprüfen

Beim Depotcheck geht es, wie generell bei Anlageentscheidungen, um die Frage, wie viel Risiko es sein darf. Sicherlich eine individuelle Entscheidung, doch als Grundregel gilt, dass Geld für Aktien oder Aktienfonds nur dann angelegt werden sollte, wenn es langfristig, mindestens zehn Jahre, nicht benötigt wird. Das, was kurzfristig gebraucht wird, zum Lebensunterhalt oder auch als Zusatzrente, sollte nicht in Aktien angelegt werden. Je größer der Aktienanteil im Depot ist, desto offensiver oder risikobereiter ist die Strategie des Anlegers. Verhältnismäßig sichere oder eher spekulative Titel - aufgrund der Aktiengewinne der vergangenen Jahre kann sich die Ausrichtung des Depots allerdings verschoben haben. Dann ist Zeit, zu handeln. Zudem:

"Es gibt viele Anleger, die haben noch alte Versorgeraktien im Depot - also beispielsweise E.ON oder RWE. Da hat sich die ganze Situation ja grundlegend geändert. Das ist auch bei vielen Bankaktien der Fall. Man sollte prüfen, ob der Grund, weshalb ich damals die Aktie angeschafft habe, noch valide ist. Wenn das nicht der Fall ist, zudem die Wertentwicklung in den vergangenen Jahren schlecht gewesen ist, dann sollte man diese Aktien verkaufen."

Die Kosten der Produkte im Blick halten

Beim Depotcheck sollten Anleger auf jeden Fall auch die Kosten der einzelnen Anlageprodukte im Blick haben. Die Stiftung Warentest empfiehlt hier schon seit längerem börsengehandelte Indexfonds, kurz: ETF. Sie orientieren sich an meist internationalen Indizes und sind breit gestreut. Finanztest-Experte Roland Aulitzky:

"Die Vorteile liegen darin, dass sie sehr günstig sind: Man hat da jährliche Kosten, die deutlich unter 0,5 Prozent liegen. Man hat obendrein nicht das Risiko, dass ein Manager eben unglücklich agiert. Es hat sich auch im Laufe der Jahre herausgestellt, dass die meisten gemanagten Fonds eben schlechter laufen als der Gesamtmarkt."

So wuchs der Weltaktienindex MSCI World seit 2015 um jährlich rund elf Prozent. Wer also auf einen so ausgerichteten ETF setzte, konnte überdurchschnittlich punkten und musste nicht einmal den bei gemanagten Fonds üblichen Ausgabeaufschlag zwischen zwei und fünf Prozent berappen. Aus diesem Grund sehen viele Finanzexperten in den börsengehandelten Indexfonds eine bequeme Alternative.

Von der Bank übermittelte Kostenaufstellung genau prüfen

Doch auch hier muss klar gesagt werden - auch wenn die ETF breit streuen, bleibt für den Anleger natürlich das Risiko fallender Kurse. Doch gilt das für jede andere Aktienanlage auch. Das Renditewachstum der vergangenen Jahre ist kein Erfolgsgarant für die künftige Entwicklung, so Roland Aulitzky.

Anleger sollten vor dem Depotcheck auf jeden Fall die von der Bank übermittelte Kostenaufstellung für das eigene Depot genau anschauen. Denn nur so lassen sich die Kostentreiber bei der eigenen Anlage erkennen:

"Sehr vorteilhaft ist auch, dass die Banken nun ausweisen müssen, wie viel sie selber an Provisionen von der Fondsgesellschaft beispielsweise an Bestandsprovisionen erhalten. Und tatsächlich ist dadurch jetzt die Transparenz erhöht."

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk