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StartseiteVerbrauchertippUmgang mit Problemwänden 07.02.2019

Bohren und Dübeln Umgang mit Problemwänden

Bohrmaschine raus, Loch in die Wand, Dübel rein, fertig: So leicht geht es in der Heimwerker-Praxis nicht immer. Manche Wände bröseln sofort und hinterlassen ein großes Loch – und bei anderen Wänden kratzt der Bohrer nur an der Oberfläche. Dann kommt es auf richtiges Werkzeug und Material an.

Von Stefan Römermann

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Hand mit Bohrmaschine vor einer Wand (picture alliance/dpa Themendienst/Christin Klose)
Gips, Stein oder Beton? Vor dem Bohren ist wichtig zu wissen, mit welcher Wand man es zu tun hat. (picture alliance/dpa Themendienst/Christin Klose)
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"Wir fangen direkt mit dem härtesten Baustoff an: Beton."

Beim Bohren und Dübeln ist Robert Raschke-Kremer ganz in seinem Element. Er gibt regelmäßig Heimwerkerkurse bei der "DIY Academy" in Köln. Den Teilnehmern zeigt er dabei immer, wie wichtig das richtige Werkzeug ist. Denn seine Schlagbohrmaschine kommt in dem Material kaum voran.

"Vor allem nicht in Beton und in harten Materialen wie Kalksandstein, Naturstein oder so etwas. Da geht es relativ langsam vorwärts. Da quäle ich mich schon ganz schön ab."

Bei solchen harten Materialien ist ein Bohrhammer ganz klar das bessere Werkzeug. Mit ihm lassen sich in Beton kinderleicht Löcher bohren. Anschließend einfach einen ganz normalen Standarddübel in das Loch – und fertig.

Gipskarton- oder Hohlraumdübel bei Trockenbauwänden

Wer nicht weiß, aus welchem Material die Wände in seiner Wohnung sind, kann seinen Vermieter fragen. Alternativ hilft es, zuerst einfach mal zu klopfen: Klingt die gesamte Wand hohl, handelt es sich meistens um eine Trockenbauwand aus Gipskartonplatten. Wer an solchen Wänden oder Decken ein kleines Regal oder eine Lampe aufhängen will, sollte spezielle Gipskarton-Dübel aus Plastik oder Metall benutzen. Das sind kleine, kegelförmige Schnecken, die sich auf die Bohrmaschine oder den Akkuschrauber stecken lassen, erklärt Heimwerkertrainer Raschke-Kremer.

"Und die werden so einfach in die Gipskartonplatte eingeschraubt, schneiden sich also selber in die Gipskartonplatte ein. Belastung: bis acht Kilogramm, zehn Kilogramm pro Schraube."

Für größere Regale oder schwerere Lasten gibt es Hohlraumdübel.

Probebohrungen bei massiven Wänden

Wer eine massive Wand hat, kann meist durch eine Probebohrung herausfinden, aus welchem Material sie besteht. Dabei sollte man darauf achten, welche Farbe das Bohrmehl hat, also der Staub, der aus dem Bohrloch kommt: 

"Graues Bohrmehl impliziert Beton. Rotes Bohrmehl natürlich Ziegelsteine. Weiß – das impliziert eigentlich Kalksandstein, weißes Bohrmehl. Aber wenn ich weißes Bohrmehl habe und der Bohrer geht ganz leicht rein, ist es meistens ein Porenbeton-Stein."

Für Porenbeton oder Gasbeton gibt es ebenfalls spezielle Dübel - mit kleinen Flügeln an der Seite, die die Angriffsfläche in der Wand vergrößern.

"So, der wird jetzt hier einfach eingeschlagen in ein achter Loch - so."

Problemfall Altbauwand

In Altbauten müssen Heimwerker oft durch vergleichsweise dicke Putzschichten bohren, bis sie auf festen Stein in der Wand stoßen. Das Problem: Der Putz ist nicht belastbar – und bröckelt im Zweifelsfall auch mal weg, warnt Alberto Lenz aus Köln. Seine Firma hat sich auf Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten spezialisiert. Er empfiehlt in solchen schwierigen Fällen vor allem einen ausreichend langen Dübel – der tief in den Stein hinein reicht.

"Und die Schraube sollte eben auch dazu passen. Das heißt, man muss davon ausgehen, dass nur die Gewindegänge richtig packen, die dann im festeren Teil der Wand stecken – und nicht die im Putz."

Ausgefranste Bohrlöcher können mit Gips oder Spachtelmasse aufgefüllt werden. Anschließend drückt man den Dübel einfach in die feuchte Masse hinein und wartet dann vor der Montage bis der Gips ausgehärtet ist. Noch besser halten in solchen Fällen Zwei-Komponenten-Flüssigdübel, die mit einer großen Spritze in das Bohrloch gedrückt werden. Mit ihnen lassen sich auch schwere Lasten in Altbauten sicher befestigen – vorausgesetzt, der Bohrer kommt tief genug in festen Stein.

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