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Boko HaramWieder Massenentführung in Nigeria

Nigerianische Soldaten in Militärfahrzeugen. (picture alliance / dpa / EPA/ Str)
Die nigerianische Armee konnte einen weiteren Angriff der Terrormiliz im Norden des Landes nicht verhindern. (picture alliance / dpa / EPA/ Str)

Im Norden Nigerias hat die Terrormiliz Boko Haram offenbar wieder über 180 Menschen in ihre Gewalt gebracht. Wie erst jetzt bekannt wurde, sollen Kämpfer der Gruppe schon Anfang der Woche ein Dorf überfallen haben. Mehr als 30 Bewohner sollen getötet worden sein.

Ereignet haben soll sich der Überfall am Sonntag oder Montag im nordnigerianischen Dorf Gumsuri. Die örtliche Verteidigung der Bürger sei zwar verhältnismäßig stark gewesen, allerdings habe sie dem Angriff der schwer bewaffneten Boko-Haram-Kämpfer nicht standhalten können, erklärte heute ein Regierungsvertreter. Da die Region sehr ländlich sei und es kein Mobilfunknetz gebe, sei der Vorfall erst heute bekannt geworden.

Einwohner des Dorfes berichten, dass die Angreifer die Jungen im Dorf getötet und Frauen und deren Töchter verschleppt hätten. Die Terrormiliz entführt immer wieder Frauen und Mädchen. Sie werden als Dienerinnen und Sexsklavinnen missbraucht.

Im April hatte die Entführung von mehr als 200 Schülerinnen für internationales Aufsehen gesorgt. Trotz einer zeitweiligen Annäherung zwischen der nigerianischen Regierung und Boko Haram hat die Terrormiliz die Mädchen bisher nicht freigelassen.

Nigerianische Armee beklagt Ausrüstung

Die Bewohnerinnen des Dorfes sollen in die Nähe der nigerianisch-kamerunischen Grenze gebracht worden sein. Dort hat das Militär Kameruns nach eigenen Angaben einen Angriff von Boko Haram abgewehrt, wobei 116 Islamisten getötet worden seien.

Die Terrormiliz will im Norden Nigerias einen Gottesstaat unter islamischem Recht aufbauen. Die nigerianische Armee hat erhebliche Probleme gegen die Gruppe anzukämpfen. Die Soldaten beschweren sich, nicht gut genug ausgerüstet zu sein. Ein nigerianisches Militärgericht hatte gestern 54 Soldaten wegen des Vorwurfs der Meuterei zum Tode verurteilt. Sie sollen sich geweigert haben, an einem Einsatz gegen Boko Haram teilzunehmen.

(pr/ach)

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