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Bosnien-HerzegowinaSchmidt (CSU) wird Hoher Repräsentant

Der Bundestagsabgeordnete Christian Schmidt (CSU) während einer Rede (picture alliance / Flashpic | Jens Krick)
Der Bundestagsabgeordnete Christian Schmidt (CSU) während einer Rede (picture alliance / Flashpic | Jens Krick)

Der Bundestagsabgeordnete Schmidt übernimmt heute das Amt des Hohen Repräsentanten der internationalen Gemeinschaft in Bosnien-Herzegovina.

Der CSU-Politiker und frühere Bundeslandwirtschaftsminister ist in dem von ethnischen Konflikten geprägten Land mit weit reichenden Vollmachten ausgestattet. So kann er etwa Gesetze erlassen und Amtsträger entlassen - ungeachtet dessen, was Parlament und Regierung des Landes beschließen. Schmidts Amtsantritt wird von einem Konflikt um Geschichtsdeutung überschattet. Die Vertreter der bosnischen Serben weigern sich nach wie vor, das Massaker von Srebrenica im Jahr 1995 als Völkermord anzuerkennen, obwohl ihnen dafür seit kurzem Haftstrafen drohen. In der Stadt hatten serbische Polizei und Paramilitärs damals etwa 8.000 bosnische Muslime getötet.

Das Amt des Hohen Repräsentanten wurde durch den Friedensvertrag von Dayton geschaffen, mit dem der Bosnien-Krieg beendet wurde. Der Gesandte hat sein Büro in Sarajevo und soll die Umsetzung der zivilen Aspekte des Abkommens überwachen. Schmidt tritt die Nachfolge des österreichischen Diplomaten Inzko an.

Diese Nachricht wurde am 01.08.2021 im Programm Deutschlandfunk gesendet.