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Brand in MoriaDebatte über Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland

Nach dem Brand im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos wird darüber diskutiert, ob Deutschland auch im Alleingang Menschen von dort aufnehmen sollte.

Bundesinnenminister Seehofer, CSU, vertritt bisher die Position, dass eine Aufnahme nur dann möglich sei, wenn andere EU-Staaten sich daran beteiligten. Dem widersprach nun sein Parteikollege, Entwicklungsminister Müller. Er forderte in der ARD, 2.000 Migranten aus Moria nach Deutschland zu holen. Der europapolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Petry, plädierte dafür, dass Deutschland notfalls alle 13.000 Bewohner Morias aufnehmen solle. Noch im März hatte die SPD allerdings gegen einen Antrag der Grünen gestimmt, 5.000 Geflüchtete aufzunehmen.

Von den EU-Staaten haben bisher unter anderem Frankreich und Norwegen Hilfe angeboten. Österreichs Außenminister Schallenberg erklärte hingegen, die EU dürfe keine falschen Signale aussenden. Wenn die Migranten aus Moria auf europäische Staaten verteilt würden, wäre das Lager bald wieder voll.

Diese Nachricht wurde am 10.09.2020 im Programm Deutschlandfunk gesendet.