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StartseitePISAplusBrandbrief gegen "JüL"24.03.2012

Brandbrief gegen "JüL"

Wie sinnvoll ist Jahrgangsübergreifendes Lernen?

Während die meisten Bundesländer mit jahrgangsübergreifendem Unterricht noch experimentieren, ist er in Berlin seit fünf Jahren die Regel: In 300 von 400 Grundschulen lernen Erst-, Zweit- und Drittklässler gemeinsam in einer Gruppe.

Moderation: Manfred Götzke

Schüler an der Tafel - Vor- und Nachteile des Jahrgangsübergreifenden Lernens. (AP)
Schüler an der Tafel - Vor- und Nachteile des Jahrgangsübergreifenden Lernens. (AP)
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Brandbrief gegen "JüL"

Doch nicht alle Eltern und Lehrer sind von diesem pädagogischen Konzept begeistert: In dieser Woche hat sich eine Grundschule per "Brandbrief" an die Bildungssenatorin gewandt: Die Lehrer kritisieren, dass Jahrgangsübergreifender Unterricht in Klassen mit mehr als 30 Schülern schlicht nicht möglich sei. Andere Kritiker halten das Konzept grundsätzlich für falsch: Die Förderung der älteren Schüler komme zu kurz, außerdem gebe es keine stabilen Klassenverbände mehr, weil jedes Jahr neue Kinder in die Lerngruppe kommen und ältere sie wieder verlassen.

Die meisten Erziehungswissenschaftler und Bildungsforscher halten jahrgangsübergreifenden Unterricht dagegen grundsätzlich für das bessere pädagogische Konzept. Schließlich werden Kinder in flexiblen, jahrgangsgemischten Eingangsklassen tatsächlich individuell gefördert. Anders als in jahrgangsgetrennten Klassen können sich Schüler etwa den Stoff von zwei Schuljahren in einem aneignen und ohne große bürokratische Hürden ein Jahr überspringen.

PISAplus fragt nach: Ist Jahrgangsübergreifender Unterricht das pädagogische Nonplusultra für alle Grundschulen? Welche Schüler profitieren davon – wer könnte auf der Strecke bleiben? Und: Wie müssten Schulen ausgestattet und Lehrer fortgebildet werden, damit jahrgangsübergreifender Unterricht funktionieren kann?

Gesprächsgäste waren:

* Prof. Dr. Diemut Kucharz, Erziehungswissenschaftlerin an der Goethe-Universität Frankfurt am Main (Studio: Dradio Kultur Berlin)

* Mona Stelzner, Grundschullehrerin, sie berät Grundschulen bei der Einführung jahrgangsübergreifenden Unterrichts (Studio: NDR Hamburg)

* Sandra Grosser, Lehrerin an der Käthe Kollwitz Grundschule in Berlin, die demnächst von JüL wieder auf jahrgangshomogene Unterricht umstellt. (Studio: Dradio Kultur Berlin)

Als Beiträge:

Wie geht denn das?
Besuch in einer Berliner Grundschule, die schon seit Jahren erfolgreich jahrgangsübergreifend unterrichtet (Anja Günter)

Wollen Sie das? Was halten Eltern von diesem pädagogischen Konzept? Umfrage in Köln (Swantje Unterberg)

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