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BrasilienBolsonaro will Unesco-Welterbe-Region in Urlaubsgebiet umwandeln

Ein Fischer fährt mit seinem Boot nahe der ehemaligen brasilianischen Kolonialstadt Paraty im Bundesstaat Rio de Janeiro auf eine von über 60 vorgelagerten Inseln, die mit dem bedrohten Atlantischen Regenwald (Mata Atlântica) bewachsen ist.  (dpa-Zentralbild, Ralf Hirschberger)
Ein Boot nahe der ehemaligen brasilianischen Kolonialstadt Paraty auf eine von über 60 vorgelagerten Inseln, die mit dem bedrohten Atlantischen Regenwald bewachsen ist. (dpa-Zentralbild, Ralf Hirschberger)

Brasiliens Präsident Bolsonaro will ein Naturschutzgebiet südlich von Rio de Janeiro in ein Urlaubsressort nach dem Vorbild der mexikanischen Kasino-Stadt Cancun verwandeln.

Das berichten örtliche Medien. Erst vor wenigen Tagen hatte die Unesco der Region aufgrund ihrer Biodiversität und ihrer kulturellen Bedeutung den Welterbe-Titel verliehen. Das Schutzgebiet Tamoios war 1990 rund um die beiden einzigen brasilianischen Atomkraftwerke Angra 1 und 2 errichtet worden. Der Küstenstreifen mit 29 Inseln grenzt an die Insel Ilha Grande sowie die historische Küstenstadt Paraty, die ebenfalls kürzlich zum Unesco-Welterbe erklärt wurden.

Bolsonaro hat in der Nähe ein Strandhaus. Im Jahr 2012 war der damalige Abgeordnete von Mitarbeitern der Umweltbehörde Ibama in dem Schutzgebiet beim illegalen Fischen erwischt worden. Er weigerte sich, die Strafe in Höhe von rund 2.500 Euro zu zahlen. Nach seinem Amtsantritt im Januar hatte Bolsonaro die Kompetenzen von Ibama beschnitten. Der Mitarbeiter, der ihn 2012 anzeigte, wurde mittlerweile entlassen.