Die Nachrichten

Die Nachrichten

Die Nachrichten

BrexitNo-Deal dürfte zu Unabhängigkeitsdebatten in Schottland und Nordirland führen

Straßenschild begrüß einen an der nordirischen Grenze (imago/Han Yan )
In der Folge des Brexits könnten europäische Grenzen neu gezogen werden. (imago/Han Yan )

Falls bis zum Jahresende kein Vertrag zwischen Großbritannien und der EU ausgehandelt wird, kommt es nach Einschätzung von Experten zu neuen Debatten über die Unabhängigkeit Schottlands oder eine Wiedervereinigung Irlands.

Der britische Premierminister Johnson könne am Ende derjenige Regierungschef sein, der zwei Länder verloren habe, nämlich Schottland und Nordirland, sagte die London-Korrespondentin der "Zeit", Schulz, im Deutschlandfunk. Johnson müsse mit einem No-Deal sehr aufpassen. Denn dieser werde der Wirtschaft, der Einheit des Landes und seiner Reputation als Politiker schaden. Ähnlich äußerte sich der Belfaster Politikwissenschaftler Morrow. Er betonte, wenn Schottland unabhängig werde und das Nachbarland wieder in die EU eintrete, dann würden auch in Nordirland Fragen aufkommen. Das werde schon jetzt offen diskutiert.

Nach Einschätzung der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der Europäischen Grünen im Europaparlament, Reintke, würde die Europäische Union den Beitritt eines unabhängigen Schottlands möglich machen. Die Mehrheit im Europäischen Parlament sei offen dafür, dass ein Wiederbeitritt nicht Jahre dauern würde wie bei anderen Kandidaten. Je härter der Brexit werde, desto mehr werde eine Debatte um die Unabhängigkeit geführt werden, so Reintke.

Diese Nachricht wurde am 17.09.2020 im Programm Deutschlandfunk gesendet.