Brexit

Die Flaggen Großbritannien und der Europäischen Union wehen im Wind. (picture alliance/dpa/Monika Skolimowska)

Fischfang und Wettbewerbsregeln Die Knackpunkte der Brexit-Verhandlungen

Großbritannien ist raus aus der EU, die Verhandlungen über die künftigen Beziehungen nach der Übergangsphase laufen. Im Zentrum steht ein Freihandelsabkommen. Doch die Gespräche kommen nicht voran - und den Unterhändlern läuft die Zeit davon. Wo hakt es? Ein Überblick.

(imago images I Christian Ohde)

Brexit-VerhandlungenKnallharte Interessenspolitik - auf beiden Seiten

KOMMENTAR Die Brexit-Verhandlungen haben gerade erst begonnen, da werfen sich EU und Großbritannien Wortbruch vor. Beide Seiten brauchen sich jedoch gegenseitig, kommentiert Friedbert Meurer. Vermutlich werde dennoch zum Jahresende ein Rahmenvertrag stehen - und viele Details dann Jahre später geklärt.

Belgien, Brüssel: Michel Barnier, Brexit-Verhandlungsführer der Europäischen Union, präsentiert bei einer Pressekonferenz die möglichen Verhandlungslinie der EU. (Francisco Seco/AP/dpa)

EU-Chefunterhändler Michel Barnier "Briten verstehen nicht, dass der Brexit mit Folgen verbunden ist"

EU-Chefunterhändler Michel Barnier vermisst vor der vierten Runde der Gespräche über die künftigen Beziehungen zwischen der EU und Großbritannien Realismus in London. Die Briten wollten das Beste aus beiden Welten, kritisierte Barnier im Dlf. Dennoch sei eine Einigung noch möglich.

Hintergrund und Analyse

Ein Mitarbeiter stellt am EU-Gebäude in Brüssel einen Union Jack neben die Flaggen der übrigen EU-Staaten. (AFP/John THYS)

Großbritanniens EU-Austritt Der Brexit und seine Auswirkungen

Nach 47 Jahren Mitgliedschaft und vier Jahre nach dem Referendum hat Großbritannien am 31. Januar die Europäische Union verlassen. Doch es gibt noch einiges zu klären: Bis Ende des Jahres gilt eine Übergangsfrist, in der beide Seiten ihre Beziehungen neu aushandeln wollen.

Eine Frau macht mit ihrem Smartphone ein Foto einer Union-Jack-Flagge (AFP/ Kenzo Tribouillard)

Britischer Botschafter zum Brexit "Jetzt beginnt eine Zeit der Heilung"

Der britische Botschafter in Berlin, Sebastian Wood, sagte im Deutschlandfunk, er spüre eine "gewisse Erleichterung", dass mit dem EU-Austritt Großbritanniens jetzt Klarheit über die Zukunft bestehe. Die britische Regierung habe ehrgeizige Investitionspläne etwa für den Norden Englands.

Die Schotten und der Brexit

Ein Unabhängigkeitsbefürworter spielt bei einer Demonstration im schottischen Glasgow auf einem Dudelsack, aus dem Flammen hervorsteigen. (AFP / Andy Buchanan)

Brexit Schottland ruft nach Unabhängigkeit

Über 60 Prozent der Schotten haben gegen den Brexit gestimmt. Entsprechend gedämpft ist die Stimmung im Land zum offiziellen Austrittstermin aus der EU. Und: Immer mehr Schotten sprechen sich für eine Unabhängigkeit von Großbritannien aus.

Blick auf die Ruine des Urquhart Castle am Loch Ness in den Schottischen Highlands gelegen, Blickrichtung Osten vom Highway A62 aus gesehen. Aufgenommen am 13.08.2010 (picture alliance / Daniel Gammert)

Schottland und Großbritannien Bleiben oder gehen?

62 Prozent der Schotten hatten 2014 für den Verbleib Großbritanniens in der EU gestimmt. Mittlerweile heißt die Frage nicht mehr EU oder nicht EU, sondern: Vereinigtes Königreich oder Unabhängigkeit?

Chronologie

Der britische Premierminister David Cameron verkündet nach dem Brexit-Referendum vor seinem Amtssitz Downing Street seinen Rücktritt. (imago/ZUMA Press)

24.06.16: Premierminister Cameron tritt zurück

Cameron hatte das Referendum in die Wege geleitet, sich aber für einen Verbleib in der EU ausgesprochen.

Theresa May bei ihrer Antrittsrede als neue britische Premierministerin vor dem Amtssitz in Downing Street. (epa/Andy Rain)

13.07.16: May wird neue Premierministerin

May war EU-skeptisch, hatte sich aber für einen Verbleib ausgesprochen. Sie bildet eine Regierung mit Vertretern der Brexit-Kampagne.

Der Vertreter Großbritanniens bei der EU, Tim Barrow, übergibt das offizielle Austrittsschreiben an EU-Ratspräsident Donald Tusk. (imago/Xinhua)

29.03.17: Großbritannien erklärt EU-Austritt

Der britische EU-Botschafter Tim Barrow übergibt in Brüssel den Austrittantrag. Nun muss ein Austrittsabkommen ausghandelt werden.

Der britische Brexitminister David Davis (links) und der Chefunterhändler der EU Michel Barnier nach dem ersten Tag der Verhandlungen über den Austritt Großbritanniens aus der EU am 19.06.2017. (imago / ZUMA Press)

19.06.17: Erstes Treffen der Unterhändler

Der britische Brexitminister David Davis und der EU-Chefunterhändler Michel Barnier beginnen in Brüssel die Austrittsverhandlungen.

Bei einer Klausur im Landsitz Chequers schwört die Premierministerin Theresa May ihr Kabinett auf ein Assoziierungsabkommen mit der EU ein. (imago / i images)

06.07.18: May will Freihandelszone

May stellt den Chequers-Plan vor. Er sieht ein Assoziierungsabkommen und eine Freihandelszone vor. Brexit-Minister Davis und Außenminister Johnson treten zurück.

Boris Johnson (AP)

24.07.19: Johnson als Premier vereidigt

Boris Johnson hat als neuer Premierminister Downing Street No. 10 bezogen. Die Frage ist, wie sich das Verhältnis zur EU gestalten wird.

Das Bild zeigt einen Blick in das gut gefüllte britische Parlament aus einer Halbtotalen. Am Redepult steht Premierminister Johnson mit einem Manuskript in seinen Händen. (dpa-bildfunk / House of Commons)

26.09.19: Johnson will schnelles Misstrauensvotum

Am ersten Sitzungstag nach Aufhebung der parlamentarischen Zwangspause hat der britische Premierminister Boris Johnson die Opposition zu einem Misstrauensvotum aufgerufen.

Brexit-Minister Stephen Barclay, Premierminister Boris Johnson, EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, Chef-Unterhändler Michel Barnier (v.l.n.r.) auf dem EU-Gipfel in Brüssel am 17. Oktober 2019 (PA Wire / Stefan Rousseau)

17.10.2019: Brexit-Abkommen steht

Die EU und Großbritannien einigen sich in Brüssel auf einen Brexit-Vertrag. Das Abkommen, das auch eine neue Regelung zur umstrittenen irischen Grenzfrage enthält, soll dem Unterhaus zur Abstimmung vorgelegt werden.

Premierminister Boris Johnson wirbt für Neuwahlen am 12. Dezember, um die Mehrheit im Parlament zu gewinnen. (dpa/House of Commons)

19.10.2019: Brexit-Abstimmung verschoben

Das Parlament verschiebt die geplante Abstimmung über das Brexit-Abkommen. Premier Boris Johnson bittet die EU daraufhin um einen weiteren Aufschub des Austritts.

John Bercow, Sprecher des britischen Unterhauses  (imago/Jessica Taylor)

21.10.2019: Bercow kippt zweite Abstimmung

Parlamentssprecher John Brecow durchkreuzt den Plan des Premiers, den Brexit-Deal zum zweiten Mal zur Abstimmung vorzulegen. Eine erneute Abstimmung sei ordnungswidrig, so Bercows Begründung.

Der britische Premierminister Boris Johnson spricht im Unterhaus in London (picture alliance/ Photoshot/ UK Parliament/Jessica Taylor)

22.10.2019: Johnsons Zeitplan scheitert

Eine Mehrheit im Unterhaus billigt den Gesetzentwurf für das Brexit-Abkommen, lehnt aber den Zeitplan des Premierministers ab, der einen Austritt bis zum 31. Oktober vorsieht. Die Abgeordneten wollen mehr Zeit, um das Paket zu prüfen.

Flaggen spiegeln sich auf dem regennassen Pflaster vor dem britischen Parlament (dpa /AP/Frank Augstein)

28.10.19: Brexittermin auf Ende Januar verschoben

Die EU stimmt einer Verlängerung der Frist für einen Austritt um bis zu drei Monate zu. Der neue Termin ist damit der 31. Januar 2020. Er ist aber auch eher möglich, wenn eine Ratifizierung des Austrittsabkommens vorher gelingt.

Die Abgeordneten sitzen im britischen Parlament. (AFP / Jessica Taylor )

29.10.2019: Abgeordnete stimmen für Neuwahlen

Mit 438 zu 20 Stimmen sprechen sich die britischen Abgeordneten dafür aus, die eigentlich für das Jahr 2022 geplanten Wahlen vorzuziehen. Die Neuwahlen für das britische Parlament finden am 12. Dezember 2019 statt.

Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon auf der Independence Rally in  Glasgow am 2. November 2019 (picture alliance / Alex Todd  / Edinburgh Elite Media)

02.11.2019: Schotten fordern Unabhängigkeit

Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon fordert bei einer Großdemonstration in Glasgow die Unabhängigkeit von Großbritannien. Noch vor Weihnachten soll darüber ein Referendum auf den Weg gebracht werden.

Zwei Männer bringen an einer Straße in London ein Schild mit der Aufschrift "Polling Station" an.  (DANIEL LEAL-OLIVAS / AFP)

12.12.2019: Unterhauswahlen

Nachdem Boris Johnson mit seinen Brexit-Plänen im Parlament gescheitert ist, hofft der britische Premier nun auf eine Mehrheit durch Neuwahlen. Die könnten dem Brexit-Prozess eine neue Wendung geben.

Der britische Premierminister Boris Johnson auf einer Kundgebung mit Anhängern der Konservativen in Westminster nach dem Sieg bei der Unterhauswahl (dpa / PA Wire / Stefan Rousseau)

13.12.2019: Klarer Sieg für Johnson

Die konservative Partei von Premierminister Johnson hat die Parlamentswahl in Großbritannien mit absoluter Mehrheit gewonnen. Johnson wertete das Ergebnis als "starkes Mandat" für die Umsetzung des Brexit.

Das britische Unterhaus stimmt dem Brexit-Gesetz von Premierminister Boris Johnson zu (AFP)

20.12.2019: Unterhaus stimmt für Brexit-Deal

Mit großer Mehrheit (358 zu 234) stimmen die Abgeordneten des britischen Unterhauses für den Austrittsvertrag von Premierminister Johnson. Zwei Tage später folgt die Zustimmung des Oberhauses. Der Brexit kann kommen.