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Benjamin Quaderer: "Für immer die Alpen"Über Liechtenstein, Banker und Hochstapler

Autor Benjamin Quaderer. 30.08.19 © Jens Oellermann / Luchterhandverlag (© Jens Oellermann)

Benjamin Quaderer schreibt einen Nationalepos für die Steuermafia. Steuerhinterziehung ist kein literarisches Sujet? Und ob! Ein opulenter Roman öffnet die Türen zum vielleicht geheimnisvollsten Staat Europas. Die Schlüssel hat er von einem Landesverräter.

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Olivier Guez: "Koskas und die Wirren der Liebe"Lehr- und Wanderjahre eines jüdischen Erotomanen

Der französische Schriftsteller Olivier Guez (imago stock&people/Italy Photo Press/Gioia Botteghi)

Die Romane des französischen Autors Olivier Guez kreisen um extreme Charaktere. Berühmt wurde er mit seinem Bestseller über den KZ-Arzt Josef Mengele. In "Koskas und die Wirren der Liebe" steht ein jüdischer Journalist im Mittelpunkt: ein Trinker und Frauenverführer voller durchgeknallter Ideen.

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Autochthone Literatur in QuebecSchreiben als Existenzbeweis

Quebec - Skyline der Innenstadt am Wasser (picture alliance / dpa / Heeb Christian)

Man verbannte sie in Reservate, raubte ihnen Selbstbestimmungsrechte und ihr Land. Auch heute noch leben die Ureinwohner Kanadas in prekären Verhältnissen. Im Vorfeld der Frankfurter Buchmesse gilt den autochthonen Völkern ein besonderes Augenmerk, insbesondere der Literatur der Innu.

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Friedrich HölderlinZwei Neuerscheinungen zum 250. Geburtstag

Eine Skulptur des Künstlers Waldemar Schröder, die Friedrich Hölderlin darstellt, steht vor Bäumen. (picture alliance / dpa / Marijan Murat)

Der Orientalist und Autor Navid Kermani hat zum 250. Geburtstag Friedrich Hölderlins ein Lesebuch zusammengestellt. Der frühere Theaterkritiker Peter Michalzik schreibt über Hölderlins Zeit im Hause des Frankfurter Bankiers Jacob Gontard und seiner Gattin Susette, die zu Hölderlins großer Liebe wurde.

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Jean-Marie Gustave Le Clézio: "Alma"Üppiges Alterswerk eines literarischen Sonderlings

Der französische Schriftsteller Jean-Marie Gustave Le Clezio (dpa/Svenska_Dagbladet/ Scanpix Lars Pehrsson)

Jean-Marie Gustave Le Clézio hat seit dem Literaturnobelpreis 2008 vor allem kurze Texte und Essays veröffentlicht. Sein neuer Roman ist eine Hymne auf die Insel Mauritius: Idyll und finsterer Umschlagplatz des Sklavenhandels. "Alma" ist aber auch die Lebensbilanz eines ewig Reisenden.

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Marion Poschmann: „Nimbus“Gedichte als Schutzraum gegen den Klimawandel

Die Schriftstellerin Marion Poschmann ist mit ihrem Roman "Die Kieferninseln", (Suhrkamp Verlag) zu Gast bei der Sendung Lesart auf der Frankfurter Buchmesse 2017 (Deutschlandradio / Jelina Berzkalns)

Reimlose Verse, Oden und Sonette – in ihrem neuen Gedichtband „Nimbus“ erweisen sich die Gedichte von Marion Poschmann als ein Kälteraum für jene Pflanzen und Tiere, die auf Minusgrade angewiesen sind, um überleben zu können.

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Elizabeth Strout: "Die langen Abende"Eine schrullige Heldin wird altersweise

Die Schrifstellerin Elizabeth Strout in einer Porträtaufnahme (imago images / Leonardo Leemage)

Mit dem Roman "Olive Kitteridge" gewann die US-Amerikanerin Elizabeth Strout 2009 den renommierten Pulitzer-Preis. Elf Jahre später schreibt sie eine Fortsetzung. Strouts gleichermaßen schrullige wie liebenswürdige Titelheldin sieht dem Tod entgegen und gelangt zu neuen Einsichten.

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Markus Orths: "Picknick im Dunkeln"Wenn Stan Laurel auf Thomas von Aquin trifft

Das Cover zum Buch "Picknick im Dunkeln" vom  Autor Markus Orth (Hanser Berlin)

Stan Laurel trifft Thomas von Aquin in der Nachwelt. Der Eine fürchtet, tot zu sein, der Andere freut sich auf die Auferstehung. Markus Orths folgt mit seinem Roman „Picknick im Dunkeln“ der Tradition des sokratischen Dialogs. Er erlaubt letzte Fragen und findet heitere Antworten.

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John von Düffel „Der brennende See“Vom Wetter in Zeiten des Klimawandels

11.10.2019, Berlin: Der Demonstrationszug von Fridays for Future zieht durch die Berliner Innenstadt. Ziel der Bewegung ist es auf klimapolitische Missstände aufmerksam zu machen. Foto: Fabian Sommer (picture alliance / Fabian Sommer)

John von Düffel hat einen Fridays-For-Future-Roman geschrieben. Darin beäugt er die Klimaproteste unserer Tage und verschränkt den privaten mit dem gesellschaftspolitischen Generationenvertrag. Heraus kommt ein Roman auf der Höhe der Zeit – der trotzdem nicht überzeugt.

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Uwe Timm: "Der Verrückte in den Dünen"Zwischen Wahnsinn und Utopie

Uwe Timm, deutscher Schriftsteller, aufgenommen 2015 in Mainz (picture alliance / Erwin Elsner)

Seit einem halben Jahrhundert begleitet Uwe Timm die deutsche Gegenwartsliteratur. Kurz vor seinem 80. Geburtstag fragt Uwe Timm danach, was die Literatur und die Utopie gemeinsam haben: "Literatur ist eine vorgestellte Welt", sagt Uwe Timm im Deutschlandfunk.

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Hans Joachim Schädlich: "Die Villa"Banalität des Monströsen

Der Schriftsteller Hans Joachim Schädlich. (dpa / picture alliance / Carmen Jaspersen)

Eine durchschnittliche bürgerliche Familie passt sich an, schweigt und überlebt. Hans Joachim Schädlichs neuer Roman "Die Villa" spielt in einer kleinen Stadt in Thüringen. In einem dokumentarisch anmutenden Stil zeigt er exemplarisch, wie einfach es war, die Verbrechen der NS-Zeit zu ignorieren.

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Giuseppe Tomasi di Lampedusa: "Der Leopard"Der Letzte seines Geschlechts

Giuseppe Tomasi di Lampedusa: "Der Leopard" Zu sehen ist der Autor und das Buchcover (imago images / Leemage / Cover: Piper Verlag)

Ein Paradebeispiel für gelungene Literaturverfilmungen ist Luchino Viscontis Aneignung von Giuseppe Tomasi di Lampedusas "Der Leopard". Der zugrundeliegende Roman ist nun neu zu entdecken, durch Burkhart Kroebers Neuübersetzung, die dem Original endlich gerecht wird.

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Zum Tod von Giwi MargwelaschwiliAusnahmeerscheinung der deutschen Literatur

Schriftsteller Giwi Margwelaschwili 2008 in Berlin (imago / Sven Lambert)

Der georgisch-deutsche Schriftsteller Giwi Margwelaschwili ist tot. Er starb am 13. März im Alter von 92 Jahren. In Berlin geboren und aufgewachsen, wurde er 1947 von den Sowjets nach Georgien entführt und lebte dort zwangsweise bis 1990. Er hinterlässt ein grandioses Werk.

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Preis der Leipziger BuchmesseUtopia am Prenzelberg

Der Schriftsteller Lutz Seiler: Für seinen DDR-Roman "Kruso" wurde er von der Kritik gefeiert. (dpa / picture alliance / Arne Dedert)

Mit "Stern 111" gewinnt Lutz Seiler den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik – erzählt wird hier eine Radiogeschichte. Die Hauptfigur ist: der Fiat-Nachbau Shiguli, ein PKW aus der Sowjetunion.

Preis der Leipziger BuchmesseSchwarz und weiß ergibt bunt

Buchcover: Fran Ross: „Oreo“ (Buchcover: dtv)

Das Kultbuch der zu Unrecht vergessenen amerikanisch-jüdische Autorin Frances Dolores Ross verwirbelt alle Stereotype. Pieke Biermann ist für ihre grandiose Übersetzung ausgezeichnet worden mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2020.

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Bulgarische GegenwartsliteraturVergessene Heimat des Orpheus

Der bulgarische Schriftsteller Angel Igov und sein Roman „Die Sanftmütigen“ (Cover eta Verlag / Autorenportrait (c) Ivailo Hrabov)

Kunstvoll erzählt Angel Igov "Die Sanftmütigen" aus der Perspektive eines kollektiven "wir". Mit seiner Übersetzung ist Andreas Tretner für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert – ein Ausnahmeerfolg. Denn bulgarische Literatur hat es schwer auf dem hiesigen Buchmarkt, sagt Tretner im Dlf.

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DepressionsromanSelbstauflösung in Echtzeit

Benjamin Maacks poetisches Tagebuch "Wenn das noch geht, kann es nicht so schlimm sein" (Cover Suhrkamp Verlag)

Bücher über Depressionen haben Konjunktur, genauso wie diese Krankheit selbst. Der 1978 geborene Autor Benjamin Maack erzählt aus seinem Innersten und legt mit "Wenn das noch geht, kann es nicht so schlimm sein" eines der interessanten Bücher dieses Frühjahrs vor.

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Ilinca Florian: „Das zarte Bellen langer Nächte“Verspäteter Rave

Die Schriftstellerin Ilinca Florian und ihr Roman „Das zarte Bellen langer Nächte“ (Cover Karl Rauch Verlag / Autorenportrait © Heike Rost)

Hannah lebt in Berlin, hat ihr Studium gerade beendet, kein Geld und entfremdet sich immer mehr von ihrem Freund Moritz. In Ilinca Florians Roman klingt alles wie schon einmal gehört. Die Autorin versucht sich an einem Generationenroman – und findet doch nur Stereotype und Klischees.

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Georges Perros "Klebebilder"Am Abgrund des Schweigens

Der französische Schriftsteller Georges Perros (Marc Foucault)

Georges Perros ist einer der großen Solitäre der französischen Literatur. Sein opus magnum besteht aus drei lebensprallen Notizheften, die gefüllt sind mit Aphorismen, Beobachtungen, Lektüreeindrücken und Reflexionen. Jetzt sind alle drei Bände auf Deutsch erschienen.

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James Baldwin: "Giovannis Zimmer"Zwischen den Welten gefangen

James Baldwin: "Giovannis Zimmer" (Cover dtv / Portrait Roger Violett/jean-Pierre Couderc)

Ein Amerikaner in Paris, der sich selbst finden will und einem italienischen Barkeeper verfällt – James Baldwins zweiter Roman "Giovannis Zimmer" von 1956 war für viele Leser eine Provokation. Für Baldwin selbst aber war es das Buch, das ihn als schwulen, schwarzen Mann erst zum Schriftsteller machte.

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Wolfram Knauer: "Play yourself, man!"Deutscher Jazz als Erfolgsstory

Wolfgang Knauer: „Play yourself, man!“ (Buchcover Reclam Verlag / Hintergrund unsplash / Jens Thekkeveettil)

Jazz war in Deutschland lange Zeit eher verpönt, was sich erst spät änderte. Jetzt liegt die erste Gesamtdarstellung über die wechselhafte Geschichte des deutschen Jazz vor. Geschrieben hat sie Wolfram Knauer, Leiter des Jazzinstituts in Darmstadt. Ein kenntnisreiches Buch mit vielen Überraschungen.

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Hans Fallada: „Der eiserne Gustav“Volksschriftsteller und Opportunist

Porträt des deutschen Schriftstellers Hans Fallada (1893-1947). | Verwendung weltweit (Bifab 121906)

Zuerst verlangten die Nazis von Hans Fallada einen anderen Schluss, später zensierten die DDR-Germanistik alle ideologisch unliebsamen Stellen des Romans: In der Veröffentlichungsgeschichte von „Der eiserne Gustav“, Falladas großem Epochenpanorama von 1938, spiegelt sich deutsche Geschichte.

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Frank Berzbach: "Die Schönheit der Begegnung"Sich verlieben als ästhetischer Prozess

Ein junges Paar küsst sich am Strand bei Sonnenaufgang. (imago / Westend61)

Die Liebe auf den ersten Blick ist ein märchenhaftes Erzählschema. Dieser überwältigenden Macht des Verliebens widmet der Autor Frank Berzbach seinen ersten literarischen Text. Er erzählt in 32 Variationen vom Anfang einer Liebe - ausgeklügelt, lesenswert und mit Referenzen an Marcel Proust.

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"Kriegspferd Pummelchen"Die geschundene Kreatur

Franz Müller-Frerich: „Kriegspferd Pummelchen“ (Cover Aisthesis Verlag / Hintergrund picture alliance / dpa / Krause)

In seinem 1930 erschienenen Anti-Kriegs-Roman "Kriegspferd Pummelchen" hält Franz Müller-Frerich ein engagiertes Plädoyer für jene 16 Millionen Tiere, die im Ersten Weltkrieg getötet wurden. Endlich ist dieses wichtige Dokument neu aufgelegt.

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Ulrich Bröckling: "Postheroische Helden"Man hüte sich vor Helden!

Professor Ulrich Bröckling und sein Buch „Postheroische Helden. Ein Zeitbild“  (Cover Suhrkamp Verlag / Autorenfoto privat)

Zu viel Pathos, zu viel Männlichkeitsausdünstungen, zu viel moralischer Zeigefinger: Heldenfiguren sind dem Soziologen Ulrich Bröckling suspekt. Doch das alternative Konzept des Postheroismus sei ebenso narzisstisch und illusorisch, sagte er im Dlf. Jede Überhöhung einer Person bleibe Ideologie.

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Jean-Philippe Toussaint: „Der USB-Stick“Kein Cyberkrimi

(AFP / JEAN-PIERRE MULLER)

Zwei Lobbyisten umgarnen einen Abteilungsleiter der Europäischen Kommission. Er bleibt reserviert, bis er einen USB-Stick mit verräterischem Material findet. Jean-Philippe Toussaint legt die Fährte für einen Cyberkrimi aus, der dann aber überraschende – und nicht immer plausible - Wendungen nimmt.

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Generation-Y-DebütTaube im Sinkflug

Buchcover: Paulina Czienskowski: „Taubenleben“ (Buchcover: Blumenbar Verlag, Hintergrundfoto: dpa / Julian Stratenschulte)

Die ausgezeichnete Magazinjournalistin Paulina Czienskowski debütiert mit ihrem Roman „Taubenleben“. Bereits in jungen Jahren sucht ihre Heldin Grund und Anlass ihres Daseins – allerdings nur in der eigenen Biographie. In den sozialen Medien finden sich bereits zahlreiche euphorische Empfehlungen.

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Karl Friedrich Borée: "Ein Abschied"Die letzten Tage von Königsberg

Der Schriftsteller Karl Friedrich Borée (Lilienfeld Verlag / Autorenportrait Karl-Ernst Boeters)

Karl Friedrich Borée wurde 1930 berühmt, als ihm mit dem Liebesroman "Dor und der September" ein Bestseller gelang. Danach schrieb er Anti-Kriegsbücher, kein Erfolgsrezept im Dritten Reich. Nun wurde sein Roman "Ein Abschied" über die russische Eroberung von Königsberg 1945 neu aufgelegt. Eine Entdeckung.

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David Albahari: "Heute ist Mittwoch"Mein Vater, der Massenmörder

Der Schriftsteller David Albahari (imago images / Leemage)

Alt und krank erzählt der Vater seinem Sohn, der zu ihm nach Belgrad gezogen ist, aus seinem Leben - und entpuppt sich als eiskalter Verbrecher unter Tito. Abscheu über die Enthüllungen und die zugleich weiterhin bestehende Zuneigung zu seinem Vater stürzen den Sohn in inneren Konflikt.

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lit.COLOGNE findet statt"Wir sind in engem Kontakt mit den Gesundheitsbehörden"

Logo Schriftzug Lit.Cologne vor dem Kölner Dom am 04.12.2018 in Köln auf der Pressekonferenz zur 19. lit.Cologne, dem internationalen Literaturfest das vom 19. - 30.03.2019 stattfinden wird *** Logo lettering Lit Cologne in front of the Cologne Cathedral on 04 12 2018 in Cologne at the press conference for 19 lit Cologne the international literature festival which will take place from 19 30 03 2019 (imago stock&people)

Die lit.COLOGNE würde sich auf 220 Veranstaltungen an zwölf Festivaltagen verteilen, sagt Geschäftsführer Rainer Osnowski im Dlf. Deshalb werde sie auch trotz Coronavirus - anders als die Leipziger Buchmesse - stattfinden. Denn es kämen nur jeweils 50 bis maximal 900 Menschen an einem Ort zusammen.

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Absage der Leipziger Buchmesse"Wir hätten vor verwaisten Messehallen gestanden"

Die menschenleere Glashalle der Leipziger Buchmesse (Deutschlandradio / Jelina Berzkalns)

Die Angst vor dem Coronavirus sei größer als das Coronavirus selbst, sagte Jörg Sundermeier vom Verbrecher Verlag zur Absage der Leipziger Buchmesse. Selbst wenn die Verantwortlichen gesagt hätten, die Messe fände statt - gekommen wäre dann kaum jemand.

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Zum Tod von Ernesto CardenalRevolutionär und Mystiker

Der Dichter, katholische Befreiungstheologe und ehemalige Kulturminister von Nicaragua, Ernesto Cardenal, trägt sich im Kaminsaal des Bremer Rathauses in das Goldene Buch der Hansestadt Bremen ein. Der Bremer Senat empfing den 89-Jährigen zum Start einer bundesweiten Lesereise. (imago / Eckhard Stengel)

Ernesto Cardenal war ein bedeutender Vertreter der Befreiungstheologie und einer der großen Dichter Lateinamerikas. In Deutschland hatte der 1925 in Granada geborene Priester eine treue Fangemeinde. Für die Verbreitung seiner Schriften und Gedichte sorgte ein Wuppertaler Verlag.

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Eduard von Keyserling: „Feiertagskinder“Der deutsche Impressionist

Eduard von Keyserling, Gemälde von Lovis Corinth und das Buch „Feiertagskinder. Späte Romane“ (Porträt: dpa/picture alliance/Gemälde von Lovis Corinth, Buchcover: Manesse Verlag)

Von Rilke und Thomas Mann wurde er bewundert: Von Eduard von Keyserling sind nun die drei letzten Romane aus den Jahren 1911 bis 1917 und die Erzählung „Feiertagskinder“ erschienen. Ein bewundernswertes Unterfangen, da Keyserlings gesamter Nachlass auf seinen Wunsch hin vernichtet wurde.

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Christopher Kloeble: "Das Museum der Welt"Wissenschaft und Rebellion

Der Schhriftsteller Christopher Kloeble (dtv / Christine Fenzl)

Der indische Waisenjunge Bartholomäus soll deutsche Wissenschaftler auf ihrer Forschungsreise begleiten. Er zögert - und ist fasziniert und abgestoßen zugleich von den Kolonialherren des 19. Jahrhunderts. Christopher Kloeble schreibt einen ungewöhnlichen und hochaktuellen Abenteuerroman.

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Xaver Bayer: "Geschichten mit Marianne"Traumberichte aus der Realität

Der Schriftsteller Xaver Bayer (Jung und Jung / Klaus Pichler)

In poetischem Plauderton lässt der Österreicher Xaver Bayer seinen Ich-Erzähler die Grenzen zwischen Realität und Traum erkunden. Mit Marianne kommt er der Welt und sich selbst abhanden. Im somnambulen Wachtraum verlieren kollektive Vorstellungen von Wirklichkeit ihre Gültigkeit.

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Thomas Jonigk: "Weiter."Apokalyptische Schicksalsgemeinschaft

Porträtaufnahme von Thomas Jonigk,  (Literaturverlag Droschl/Thomas Aurin)

Eine junge Frau sitzt in einem Berliner Café und will ihrem Leben ein Ende setzen. Den Strick dafür hat sie schon dabei. Dann kommt ein junger Mann und macht ihr einen Heiratsantrag. Thomas Jonigk erzählt eine tragische wie absurde Liebesgeschichte.

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Bergsveinn Birgisson: "Quell des Lebens"Wahrheiten eines Seehundmannes

Der Schriftsteller Bergsveinn Birgisson und sein Roman "Quell des Lebens" (Buchcover Residenz Verlag / Autorenportrait ©Helge Skodvin)

Der isländische Autor Bergsveinn Birgisson beschreibt seine Heimat als Gegenpol zum rastlosen Profitstreben des modernen Lebens. Sein Roman "Quell des Lebens" über die Island-Expedition eines dänischen Forschers ist ein historisches Märchen über Erdgeister und die Unzulänglichkeiten der Wissenschaft.

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Jan Costin Wagner "Sommer bei Nacht"Literarischer Kriminalroman mit Tiefgang

Der Schriftsteller Jan Costin Wagner und sein Buch "Sommer bei Nacht" (Buchcover Galiani Verlag / Autorenportrait Susanne Schleyerr)

In kurzen Dialogen und mit neuen Ermittlern spielt der neue Krimi "Sommer bei Nacht" von Jan Costin Wagner dieses Mal in Südhessen. Dort ist ein fünfjähriger Junge entführt worden - und trotz einer Vielzahl von Hinweisen aus der Bevölkerung tappt die Polizei lange im Dunkeln.

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Szilárd Borbély "Berlin Hamlet. Gedichte"Eine erbarmungslose Welt

Szilárd Borbély: "Berlin Hamlet". Gedichte Zu sehen ist die Siegessäule und das Buchcover (imago stock & people)

Der internationale Durchbruch gelang dem ungarischen Schriftsteller Szilárd Borbély mit dem Roman "Die Mittellosen". Aber er schrieb auch Gedichte von enormer sprachlicher Intensität. Seine Suche nach einer Sprache ist die Suche nach einem Ort, von dem aus sich die Welt im Miteinander denken ließe.

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Matthias Bormuth: "Die Verunglückten"Vier schwierige Tote

Der Medizinethiker und Kulturwissenschaftler Matthias Bormuth (imago stock&people / Horst Galuschka)

Jean Améry, Ingeborg Bachmann, Uwe Johnson und Ulrike Meinhof sind seit Jahrzehnten tot. Doch ihre Lebensgeschichten bewegen bis heute die Gemüter – nicht zuletzt auch wegen ihres gewaltsamen Ablebens. In Matthias Bormuths Buch sind ihre Lebensläufe als eine Art moderner Passionsgeschichten beschrieben.

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Viñas / Lázaro: „Alles ist DADA. Emmy Ball-Hennings“Engelin des Dada

Fries mit Dada-Künstlern im Keller des Cabaret Voltaire in Zürich (picture alliance / dpa / Thierry Gachon)

Emmy Hennings war Sängerin, Schauspielerin, Autorin und Muse vieler Künstler. Zusammen mit Hugo Ball gründete sie 1916 in Zürich das "Cabaret Voltaire", die Keimzelle der DADA-Bewegung. Lange stand Hennings im Schatten ihres Ehemanns. Nun erinnert eine Graphic Novel an die schillernde Künstlerin.

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Eva Weissweilers Ehebiografie über die BenjaminsBrillanter Denker, launischer Ehemann

Farbfoto (Collage) einer Frau Mitte Vierzig, mit blonden kurzen Haaren, einem weinroten Pulli, einer Perlenkette (Imago/Horst Galuschka (Collage Deutschlandfunk))

Eva Weissweiler rückt in ihrer Ehebiografie über Dora und Walter Benjamin beide in ein neues Licht. Dora sei vor allem wegen der Urteile der Freunde Benjamins bislang in der Forschung schlecht beurteilt worden, sagte Weissweiler im Dlf. Den Philosophen privat zu hinterfragen, sei immer noch verpönt.

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Paul Celan: "etwas ganz und gar Persönliches"Liebesbriefe und die Liebe zum Gedicht

Ein Rotweinfleck auf einem Gedichtmanuskript des Schriftstellers Paul Celan. (picture alliance / dpa / Daniel Naupold)

Der Dichter Paul Celan hat mit der „Todesfuge“ das berühmteste deutschsprachige Gedicht des 20. Jahrhunderts geschrieben. Seine wichtigsten Lebenszeugnisse wurden jetzt in einer „Biografie in Briefen“ zusammengestellt und können Etliches aus seinem Leben erhellen.

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Peter Handke: "Das zweite Schwert"Die Rache der Literatur

Der Schriftsteller Peter Handke und seine Roman "Das zweite Schwert" (Buchcover Suhrkamp Verlag / imago images/Jonas Ekströmer)

Das erste Buch von Peter Handke nach der Nobelpreisverleihung handelt von Rache. Aber um Skandale, Vorwürfe und politische Stellungnahmen geht es dabei nicht. Die Literatur siegt über den hasserfüllten Affekt.

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Debütroman von Jasmin SchreiberTod und Twitter

Jasmin Schreiber: „Marianengraben“ und im Hintergrund der Marianengraben im Pazifik (Buchcover Eicborn Verlag / Hintergrund: picture alliance / dpa / Thom Hoffman)

Jasmin Schreiber hat einerseits eine digitale Fangemeinde bei Twitter und Instagram, und andererseits mit "Marianengraben" ein haptisches Debüt im Kölner Eichborn-Verlag. Eine exemplarische Betrachtung über das literarische Schreiben und die Vermarktung von Literatur in Zeiten der Followerschaft.

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"dekoder: Russland entschlüsseln""Die Luft wird dünner"

Eine Ausgabe der "Prawda" (Ulf Mauder / dpa)

Ist Russland ein Rätsel oder wissen wir nur viel zu wenig über das große Land am östlichen Rand Europas? Die preisgekrönte Internetplattform dekoder übersetzt seit 2015 Texte unabhängiger russischer Journalisten und kommt zu erstaunlichen Ergebnissen. Ein Sammelband präsentiert die wichtigsten Texte.

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Kjell Askildsen: Das GesamtwerkTristesse auf Norwegisch

Buchcover: Kjell Askildsen: „Das Gesamtwerk“ (Buchcover: Luchterhand Literaturverlag)

Kjell Askildsen, Jahrgang 1929, hat sich neben einigen schmalen Romanen vor allem als Meister der kurzen Erzählform hervorgetan. Das Gesamtwerk des Norwegers ist nun im Luchterhand Verlag erschienen. Zu entdecken ist ein Autor, der die Abgründe des Zusammenlebens im zwischenmenschlichen Alltag auslotet.

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Saskia Vogel: "Permission"Sexualität abseits von Klischees

Die Schriftstellerin Saskia Vogel (Secession Verlag / Fette Sans)

Sexuelle Autonomie des Einzelnen hängt vor allem von der Überwindung hierarchischer Strukturen ab, zeigt Saskia Vogels Debütroman. Ausgerechnet die BDSM-Szene von Los Angeles dient als Sinnbild für eine Erotik, die auf Respekt und Einverständnis beruht und die traditionelle Hierarchien überwindet.

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Valerie Fritsch: "Herzklappen von Johnson & Johnson"Phantomschmerzen eines vererbten Kriegstraumas

Mehrere Menschen formen mit ihren Handflächen eine größere Fläche, auf das Herz gemalt ist. (Tim Marshal/Unsplas)

Über vier Generationen hinweg beschreibt die junge österreichische Autorin und Fotokünstlerin Valerie Fritsch das Kriegstrauma eines jungen Soldaten. Erst der Körper seines Urenkels immunisiert sich gegen den Schmerz. Zwischen Illusion und Künstlichkeit schillert diese opulent bebilderte Prosa.

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Zum Tod von Ror WolfKatastrophe und Alltag

Der Schriftsteller Ror Wolf sitzt am Dienstag (26.02.2008) in seiner Wohnung in Mainz vor einem Bücherregal auf einem Sofa. (picture alliance / dpa / Uwe Anspach)

Er galt als wichtige Stimme der deutschen Gegenwartsliteratur. In Romanen, Gedichten, Bild-Collagen und Hörspielen sezierte Ror Wolf mit großer Sprachgewalt die Wirklichkeit. Mit der Montage von Fußball-Hörstücken wurde er bekannt. Am Montagabend starb Wolf nach längerer schwerer Krankheit im Alter von 87 Jahren in Mainz. Ein Nachruf.

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Das Evangelium der AaleBeinahe ausgerottet

Der schwedische Autor Patrick Svensson und seine Erzählung "Das Evangelium der Aale" (Buchcover Hanser Verlag / Autorenportrait Emil Malmborg)

Unerforschbar und vom Aussterben bedroht: Patrik Svensson hat eine höchst anschauliche Kulturgeschichte des Aals geschrieben. Er porträtiert ein Wesen, das über Jahrhunderte immer wieder Mythen produziert hat.

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Jens Bisky: "Berlin. Biographie einer großen Stadt"Babylon und Parvenüpolis

Zu sehen sind die Spree, das Nikolaiviertel mit Nikolaikirche, der Alexanderplatz mit Fernsehturm, Rotes Rathaus und das Park Inn Hotel in der Abenddämmerung. (picture alliance / Robert Schlesinger)

Jens Bisky erzählt, wie Berlin aus dem märkischen Sand zur Großstadt emporwuchs, expandierte, zerstört wurde, wieder auferstand und sich heute als einer der beliebtesten Orte Europas behauptet. Für ihn ist Berlin der Ort politischer Dramen, gesellschaftlicher Reformen und technischer Innovationen.

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Aris Fioretos: "Nelly B.s Herz"Vom Fliegen und Lieben

Aris Fioretos zu Gast im Funkhaus von Deutschlandradio Kultur 2015. (Deutschlandradio - Andreas Buron)

Nelly B. ist eine Himmelstürmerin. Als Fliegerin gibt sie sich dem Geschwindigkeitsrausch hin, entdeckt im Berlin der 20er-Jahre aber auch die irdischen Höhenflüge der Liebe. Aris Fioretos hat seine Romanfigur nach dem Vorbild der Flugpionierin Melli Beese entworfen, aber auch vieles dazu erfunden.

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