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Antoine Leiris: "Danach, das Leben"Die Zeit nach der Katastrophe

(S.Fischer Verlag / Astrid di Crollanza)

Antoine Leiris' Frau, Mutter des gemeinsamen kleinen Sohnes, starb beim Anschlag auf den Pariser Club Bataclan 2015. In seinem Bestseller "Meinen Hass bekommt ihr nicht" hat Leiris über seine Trauer geschrieben. In seinem zweiten Buch erzählt er vom Weiterleben nach der Katastrophe.

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LyrikgesprächFrauen dichten

Buchcover links: Anna Bers (Hrsg.): „Frauen | Lyrik. Gedichte in deutscher Sprache“, Buchcover rechts: Barbara Juch: „Barbara. Gedichte von Barbara Juch“ (Buchcover links: Reclam Verlag, Buchcover rechts: Verlagshaus Berlin, Hintergrund: Gerda Bergs)

Eine Anthologie als Politikum: Die Literaturwissenschaftlerin Anna Bers stößt mit 500 Gedichten in deutscher Sprache eine wichtige Debatte an: Wie den Kanon heute emanzipatorisch denken? Und wie passt Barbara Juch dazu mit ihrem provokant schlichten Band „Barbara“?

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Sammelband: "Mit den Augen von Zeitgenossen"Persönliche Erinnerungen an Paul Celan

Buchcover: Petro Rychlo (Hrsg.): „Mit den Augen von Zeitgenossen. Erinnerungen an Paul Celan“ (Buchcover: Suhrkamp Verlag, Hintergrund: picture alliance / akg-images / Paul Almasy)

Wie war Paul Celan als Mensch? Zum 100. Geburtstag des Dichters ist ein Buch erschienen, das erstmals versucht, mit persönlichen Texten von Zeitzeugen, Weggefährten und Lebensgefährtinnen Dichtung und Persönlichkeit in Einklang zu bringen. Herausgeber Petro Rychlo wurde in vielen Archiven fündig.

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Jürgen Trabant: "Sprachdämmerung"„Babel ist keine Strafe, sondern ein Geschenk“

Der Sprachwissenschaftler Jürgen Trabant (Foto: C.H. Beck Verlag / Andreas Pein)

Der bekannte Sprachwissenschaftler Trabant kritisiert die globale Übermacht des Englischen in Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur. Sie wird dazu führen, dass viele Sprachen in der Welt verschwinden, vor allem das Deutsche, das historisch belastet von seinen Sprechern nicht genug verteidigt wird.

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Michael Crummey: "Die Unschuldigen"Geschwisterliebe in der Einsamkeit

Der kanadische Schriftsteller Michael Crummey  (imago images / ZUMA Press)

Der kanadische Autor Michael Crummey verhandelt ein heikles Thema, nämlich die Liebe zwischen zwei Geschwistern. Ada und Evered haben ihre Eltern verloren. Sie wachsen in Neufundland im 18. Jahrhundert in völliger Einsamkeit auf. Crummeys Roman "Die Unschuldigen" beruht auf einer wahren Geschichte.

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Peter Stamm: "Wenn es dunkel wird"Schwarze Romantik des Alltags

Der Autor Peter Stamm und sein Roman "Wenn es dunkel wird" (Buchcover Fischer Verlag / Autorenportrait (c) Anita Affentranger)

Strafarbeitende Familienväter, traumwandelnde Ehefrauen und eine Rückkehr an traumatische Orte der Kindheit: Der Schweizer Bestsellerautor Peter Stamm schickt in seinem neuen Erzählungsband Schatten- und Randgestalten in jenes unsichere Gebiet zwischen Realität und Illusion.

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Iain Sinclair: "Blakes London"Unterwegs mit einem toten Dichter

Buchvover: Iain Sinclair: „Blakes London“, Hintergrund: Hammersmith Bridge, London im Nebel (Buchcover: Matthes & Seitz Verlag, Hintergrund: imago images / ZUMA Press)

Der britische Autor und Filmemacher Iain Sinclair ist bekannt für seine Stadtwanderungen durch London. Dabei erfasst er die Stadt als mehrdimensionalen Raum, in den auch unsichtbare Vorgänge hineinspielen. Diesmal wandelt er auf den Spuren des romantischen Dichtes William Blake. Mit "Blakes London" wird nun die Disziplin der Psychogeographie auch in Deutschland bekannt.

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Rebekka Reinhard: "Wach denken"Wider den binären Ernst

Die Philosophin Rebekbka Reinhard zu ihrem Buch „Wach denken. Für einen zeitgemäßen Vernunftgebrauch“ (Edition Körber/©Sung-Hee Seewald)

Die Münchener Philosophin Rebekka Reinhard plädiert in ihrem neuen Buch für ein "Waches Denken", das Ratio und Emotion miteinander versöhnt. Dieses Denken fordere Menschen dazu auf, ihre Filterblase zu verlassen, erklärt sie im Dlf.

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Katharina Rudolph: "Rebell im Maßanzug"Gefühlssozialist und Snob

Katharina Rudolph: "Rebell im Maßanzug. Leonhard Frank. Die Biographie" Zu sehen sind die Autorin und das Buchcover mit einem Porträt des Schriftstellers Leonhard Frank (Cover: Aufbau Verlag / Foto: Sophia Lukasch)

Für seine politischen Überzeugungen ging er gleich zweimal ins Exil: Leonhard Frank, der Autor des bedeutenden Antikriegsbuches „Der Mensch ist gut“. Fast 60 Jahre nach seinem Tod ist die erste Biografie dieses bedeutenden Schriftstellers erschienen.

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Laura van den Berg: "Das dritte Hotel"Wir Untote

Die Autorin Laura van den Berg und ihr Roman „Das dritte Hotel“ (Buchcover Wallstein Verlag, Autorenportrait (c) Paul Yoon)

Clare, die ihren Mann verloren hat, reist zu einem Filmfestival nach Havanna. Auf Kuba wird sie mit ihrer Unfähigkeit zu trauern ebenso konfrontiert wie mit Zombies, die plötzlich nicht nur in Filmen umherirren. Und sie merkt: Es reicht nicht mehr, ihr Leben als heiteres Unglück zu begreifen.

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Ehemalige Satirezeitschrift "Die schwarze Botin"Kampf den "dummen Frauen"

Der Herausgeber Vojin Saša Vukadinović mit seinem Buch „Die schwarze Botin. Ästhetik, Kritik, Polemik, Satire 1976 – 1980“ (Buchcover Wallstein Verlag, Autoren Portrait @ Marcus Witte)

Eine satirische und elitäre Zeitschrift mischte Ende der 1970er Jahren den feministischen Diskurs der Bundesrepublik auf. "Die schwarze Botin" erteilte weiblicher Solidarität eine Absage, kritisierte Frauenbewegung und Linke. Ihre Position fehlt heute, sagt Historiker Vojin Saša Vukadinović im Dlf.

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Roberto Bolaño: "Cowboygräber"Die Illusion von Freiheit und Glück

Buchcover: Roberto Bolaño: „Cowboygräber“ (Buchcover: Carl Hanser Verlag, Hintergrund: Gerda Bergs)

Sein Roman "2666" machte Roberto Bolaño weltberühmt. Seitdem gilt der Chilene als eine der wichtigsten Stimmen Lateinamerikas. In drei posthum erschienenen Erzählungen zeigt er noch einmal sein ganzes Können. Es geht um die gescheiterte Revolution und die einstigen Hoffnungen einer ganzen Generation.

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Jacques Poulin: "Volkswagenblues"Brav in YMCA-Zimmern

Jacques Poulin: "Volkswagenblues" Zu sehen ist der Autor und das Cover des Buches (Cover: Hanser Verlag / Foto: Pierre Filion)

Wenn ein schwarzer Kater, eine junge Frau namens die Große Heuschrecke und ein Schriftsteller in einem alten Bulli zusammen auf Reisen gehen, entsteht ein "Volkswagenblues" - ein literarisches Echo auf das berühmte "On the Road" von Jack Kerouac.

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Wolfram Eilenberger: "Feuer der Freiheit"Denken in finsteren Zeiten

Der Autor und Philosoph Wolfram Eilenberger (Annette Hauschild/Ostkreuz)

Nach den vier Philosophen seines Bestsellers "Zeit der Zauberer" nun vier Philosophinnen: Die Jahre 1933 bis 1943 markieren das schwärzeste Kapitel der europäischen Moderne. Wolfram Eilenberger lässt in seinem neuen Buch vier Denkerinnen auftreten, die in dieser Zeit visionäre Ideen entwickelten.

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Rachilde: "Monsieur Vénus"Pionierin der queeren Literatur

Rachilde: „Monsieur Vénus“ (Buchcover Reclam Verlag / Hintergrund imago stock&people)

Eine Frau verliebt sich in ein Mädchen, das ein Junge ist. Eine solche Geschichte dürfte selbst heute noch Verwirrung stiften. Die französische Autorin Rachilde erzählte sie schon 1884. Ihr erstaunlich moderner Fin-de-Siècle-Roman über fluide Geschlechter wurde endlich ins Deutsche übersetzt.

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Ben Lerner: "Die Topeka Schule"Trumpism als Roman

(Cover Suhrkamp Verlag, Hintergrund dpa/ Maurizio Gambarini)

In seinem neuen Roman "Die Topeka Schule" geht der amerikanische Schriftsteller Ben Lerner den Ursachen der rhetorisch aufgeheizten politischen Gegenwart auf den Grund. Zugleich unternimmt er den Versuch, die Krise der Männlichkeit zu deuten.

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Joachim B. Schmidt: "Kalmann"Ein isländischer Forrest Gump

Der Schriftsteller Joachim B. Schmidt und sein Buch „Kalmann“ (Foto Kalmann: Eva Schram/ © Diogenes Verlag; Buchcover: Diogenes Verlag)

Auf den ersten Blick wirkt Joachim B. Schmidts Romanheld trottelig. Denn Kalmann ist ein etwas begriffsstutziger Haifischjäger - und wird in seinem isländischen Heimatdorf oft verspottet. Dann aber stößt er auf die Spuren eines Verbrechens. Und durchblickt den Fall bald besser als alle anderen.

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Anke Stelling: "Grundlagenforschung"Die Krux mit dem Terrakotta-Boden

Collage Hintergrund: Stockfoto, Vordergrund: Buchcover und Autorin Anke Stelling (Nane Diehl)

Anke Stelling hat für ihre Abrechnung mit dem neu-bürgerlichen Milieu in Berlin Prenzlauer-Berg 2019 den Preis der Leipziger Buchmesse erhalten. "Mit Grundlagenforschung" erscheinen nun bereits veröffentlichte und auch neue Erzählungen, um ihre "gesamte literarische Welt zu entdecken."

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Frank Böttcher: "Belegexemplar"Höhen und Tiefen des Kleinverlegerdaseins

Der Verleger Frank Böttcher vom Lukas Verlag (Lukas Verlag)

In der Nachwendezeit gründete Frank Böttcher seinen Lukas Verlag für Kunst- und Geistesgeschichte in Berlin. Es gab schwierige Zeiten - aber kein Beruf sei großartiger, so der Verleger. In seinem Buch zum 25-jährigen Jubiläum gibt er Einblicke in die Tops und Flops der Bücherproduktion.

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David Grossman: "Was Nina wusste"Im Abgrund europäischer Geschichte

Collage vorne: Buchcover "Was Nina wusste" von David Grossmann / hinten: Stockfoto canva

David Grossman, 2010 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet, führt mit dem Roman "Was Nina wusste" aus einem israelischen Kibbuz in das gewaltsame 20. Jahrhundert hinein. In das Leben einer Familie über drei Generationen, wo Gewalt Spuren hinterlassen hat.

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Tamsyn Muir: "Ich bin Gideon"Die Magie ist schwarz

Die Schriftstellerin Tamsyn Muir und ihr Roman „Ich bin Gideon“ (Cover Heyne Verlag, Autorenportrait © Vicki Bailey/VHB Photography)

In einem mitreißenden Genre-Mix erzählt die neuseeländische Autorin Tamsyn Muir von einer Nekromantin, einer Frau, die Tote beschwört, und ihrer Leibwächterin. Geisterbeschwörungen, klappernde Knochen, Raumschiffe und Zickenkrieg: Selten war fantastische Literatur so jung, grell und großartig.

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Hexenroman aus Los Angeles"Wenn Parzival und ich ein Kind hätten, wäre es Lou"

Zaia Alexander und ihr "Erdbebenwetter" (Buchcover Verlag Klett-Cotta, Autorenprotrait (c) Tobias Bohm)

In Zaia Alexanders Debütroman trifft Hauptfigur Lou auf mysteriöse Hexer. Bald verwandeln sie Lous Leben, allerdings ausschließlich zum Guten. Dass die kultischen und magischen Elemente in ihrem Buch suspekt erscheinen können, müsse man aushalten, sagt die Autorin im Dlf. Sie vermisse Mysterien.

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Ilja Leonard PfeijfferGrand Hotel Europa

Ein Portraits des niederländischen Schriftstellers Ilja Leonard Pfeijffer  (Autorenportrait © Marc Brester  aquattromani.nl)

Ein italienisches Hotel als Schauplatz für Überlegungen über den Verfall der europäischen Kultur. Ein alternder Schriftsteller aus Holland, dessen Geliebte nicht zufällig Clio heißt: "Grand Hotel Europa" von Ilja Leonard Pfeijffer ist eine ironische Hommage an Thomas Manns "Zauberberg".

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"Meine Nacht schläft nicht"Pflanze mich nicht in dein Herz

(Copyright Kantonsbibliothek Nidwalden / Limmat Verlag)

Annemarie von Matt hat auf allem geschrieben, auf Zetteln, Quittungen, Biefumschlägen. Es sind eindringliche Verse, alltägliche Notizen, Gefühlsminiaturen, Zeichnungen, Malereien, Collagen. Mit dem Band "Meine Nacht schläft nicht" nimmt ihr literarisches Porträt Kontur an.

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Leander Fischer: "Die Forelle"Ein sprachsüchtiges burleskes Drama

Bachforellen in Bayern (imago stock&people)

Ein Auszug des Romans „Die Forelle“ hat 2019 den Deutschlandfunkpreis in Klagenfurt gewonnen: Ein literarisches Kunststück, weil es der Kunst des Fliegenfischens anverwandelt ist. Ein Epos, weil es daraus eine große Geschichte formt. Ein fulminantes Debüt des 28-jährigen Leander Fischer.

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Sandra Newman: "Himmel"Schizophrene Zeitreise

Buchcover Sandra Newman und ein Portrait von William Shakespeare (Buchcover Matthes & Seitz Verlag / Portrait Shakespeare picture-alliance / dpa)

„Himmel“ spielt im New York der Gegenwart und im elisabethanischen England zur Zeit Shakespeares, der sogar persönlich auftritt. Die Protagonistin Kate ist schizophren: Sie reist in Gedanken hin und her und sie will die Welt retten. Das ist ein schöner Stoff, doch es holpert und stolpert in diesem Genremix.

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Karoline Georges: "Totalbeton"Ganz Kanada im Hochhaus

Buchcover Karolin Georges „Totalbeton“ (Buchcover Secession Verlag / Hintergrund Canva)

Wer die automatisierten Gesundheitsüberprüfungen nicht besteht, wird nach draußen befördert, zu den Ausgestoßenen: Die frankokanadische Schriftstellerin Karoline Georges schreibt mit „Totalbeton“ einen dystopischen Roman, in dem ein Hochhaus wie ein Mensch agiert.

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Iwan Bunins Erzählungen: "Leichter Atem"Begehren und Gewalt in stilistischer Vollendung

Der Schriftsteller Iwan Bunin und sein "Leichter Atem" zum 150. Geburtstag (Buchcover Dörlemann Verlag / Portrait © Iwan Bunin 1907, The Estate of Iwan Bunin, Leeds“)

Der russische Schriftsteller Iwan Bunin war ein Meister der Kurzform, der sich seinen Ruhm mit Erzählungen erschrieben hat. 1933 erhielt er dafür den Nobelpreis. Zum 150. Geburtstag Bunins setzt der Dörlemann Verlag die vorzüglich edierte Werkausgabe mit einem neuen Erzählungsband aus den Jahren 1916 bis 1919 fort.

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Ralf Rothmann: „Hotel der Schlaflosen“Die dunkle Poesie des Todes

Verlassenes Haus . Cervo , Italien . Abandoned house . Cervo , Italy . 27.03.2008 , Cervo Ligurien ITA Italien PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright: xUtexGrabowskyx abandoned House Cervo Italy Abandoned House Cervo Italy 27 03 2008 Cervo Liguria ITA Italy PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY Copyright xUtexGrabowskyx (imago stock&people / Copyright Ute Grabowsky)

Mal gerät jemand lautlos aus dem Tritt, mal stirbt ein Häftling im Folterkeller: Ralf Rothmanns Geschichten erzählen vom Sterben und von den irreparablen Kippmomenten der Existenz. Hier wird's immer fatal ernst. Aber trotzdem steckt in diesen Verhängnis-Berichten auch Würde und Schönheit.

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Fischer Verlag beendet Zusammenarbeit„Trennung von Maron ist kein Fall von Cancel Culture“

Die Schriftstellerin Monika Maron sitzt am 24. Mai 2016 in Berlin während eines Interviews. Sie trägt schwarz. (Picture Alliance / dpa / Klaus-Dietmar Gabbert)

Der Fischer Verlag will mit seiner langjährigen Autorin Monika Maron keine weiteren Buchverträge mehr abschließen. Für die Germanistin Andrea Geier ist das kein Skandal. Die Entscheidung zu sagen: „Maron passt nicht mehr zu uns nach dem nächsten Essayband“ stehe einem Verlag zu, sagte sie im Dlf.

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Paul Maars "Roman meiner Kindheit"Die Kraft des tröstlichen Kinderuniversums

Der Schriftsteller Paul Maar und seine Kindheitserinnerungen (Cover Fischer Verlag / Portrait Paul Maar (c)  Marcel Domeier)

Paul Maar zählt zu den beliebtesten deutschen Kinderbuchautoren. Die Sams-Geschichten, weitere Kinder- und Jugendbücher, Theaterstücke und Hörspiele stammen aus seiner Feder. Nun ist der autobiografische Roman seiner Kindheit erschienen, der sich wie ein Schlüssel zu Paul Maars Schreiben liest.

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Nadeschda Mandelstam: "Erinnerungen an das Jahrhundert der Wölfe"Vom Verderber der Seelen und Bauernabschlachter

(Die Andere Bibliothek)

Ossip Mandelstam gilt als Märtyrer der Poesie. Die "Erinnerungen an das Jahrhundert der Wölfe“ seiner Frau Nadeshda erzählen von einer Epoche der Angst, von Verbannung, Flucht und Tod. Und sie lehren mehr über den Terror, aber auch mehr über Solidarität als jedes andere Buch ihrer Zeit.

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Friedenspreis des Deutschen Buchhandels für Amartya SenEin unermüdlicher Optimist

Der indische Wirtschaftswissenschaftler und Philosoph Amartya Sen während einer Podiumsdiskussion 2019 (imago images / Pacific Press Agency/Subhashis Basu)

Der indisch-stämmige Ökonomie-Philosoph Amartya Sen streitet seit Jahrzehnten für Gerechtigkeit und die globale Verbesserung von Lebenschancen. Den Nobelpreis hat er schon. Nun erhält der 86-jährige Wissenschaftler den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Ein Preis mit einer politischen Botschaft.

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Buchmesse Tag 2Sieht gut aus

Buchstand in der Festhalle der Frankfurter Buchmesse 2020 (picture alliance/Arne Dedert/dpa pool/dpa)

Überraschend positiv entwickele sich die Buchbranche im Digital-Messejahr 2020, sagte Klett-Cotta-Verleger Tom Kraushaar im Dlf. Buchmessendirektor Juergen Boos vermutet, dass die Frankfurter Buchmesse auch in den kommenden Jahren dezentraler und damit anders als früher stattfinden werde.

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Buchmesse digitalEin seltsames Gefühl

ILLUSTRATION - 17.08.2020, Hessen, Frankfurt/Main: Ein Stapel neuer Bücher liegt auf einem Verkaufstisch in einer Buchhandlung im Stadtteil Bornheim. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa/Frank Rumpenhorstdpa | Verwendung weltweit (picture alliance/Frank Rumpenhorst/dpa/Frank Rumpenhorst dpa)

Die Branche muss sich nach neuen Formen der Öffentlichkeit umschauen - in einer Zeit ohne Lesungen, ohne physische Messen, ohne Tagungen, ohne Buchpräsentationen. "Es fehlen wichtige Veranstaltungen" sagte die Aviva-Verlegerin Britta Jürgs im Deutschlandfunk.

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Alice Schwarzer: "Lebenswerk"Feministin aus Berufung

(Kiepenheuer & Witsch Verlag / Hintergrund: Canva Stockimage)

Alice Schwarzer gehört zu den bekanntesten Feministinnen Europas. Im zweiten Teil ihrer Erinnerungen resümiert sie politisch-publizistische Siege und Niederlagen. Entstanden ist ein erhellendes Kompendium ihrer Kampagnen, das manchmal nervt und sich - wie seine Autorin - über jeden Zweifel erhebt.

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Judith Zander: "Johnny Ohneland"A Girl named Johnny

Die Autorin Judith Zander sitzt vor einem See und schaut in die Kamera. (Imago / Gezett)

Joana spürt früh, dass sie anders ist. Nämlich ein Mädchen, das sich gern wie ein Junge verhält. Kein Wunder, dass man sie bald nur "Johnny" ruft. Dabei will Joana sich eigentlich gar nicht festlegen lassen. Kann man nicht Frau und Mann gleichzeitig sein? Und dann ist 1989 plötzlich auch noch die DDR verschwunden.

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Elena Ferrante: "Das lügenhafte Leben der Erwachsenen"Die Kunst der Lüge

Elena Ferrante: "Das lügenhafte Leben der Erwachsenen" Zu sehen ist das Buchcover und eine Stadtansicht von Neapel (picture alliance/ dpa / Udo Bernhart / Cover: Suhrkamp Berlin)

Elena Ferrante gehört laut "New York Times" zu den einflussreichsten Menschen der Welt, obwohl sie nie in Erscheinung tritt. Nach ihrer gefeierten Romanreihe über zwei neapolitanische Freundinnen erzählt sie in ihrem neuen Roman die Geschichte eines Mädchens, das sich von seiner Herkunft befreien muss.

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Lisa Olstein: "Weh"Migräne-Poesie

Die Schriftstellerin Lisa Olstein und ihr Buch „Weh. Über den Schmerz und das Leben“ (Foto Olstein: David Goodrich, Buchcover: Hanser Verlag)

Liebeskummer und Weltschmerz sind seit Jahrhunderten Gegenstand von Literatur, aber Poesie über Kopfschmerz? Die US-amerikanische Lyrikerin Lisa Olstein zeigt in ihrem Essay, dass jeder Schmerz erzählenswert sein kann und auch Migräne grundlegende Einblicke in die menschliche Wahrnehmung liefert.

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Zum Tod des Schriftstellers Günter de BruynDer Außenseiter aus der Mark Brandenburg

In der Ost-Berliner Erlöserkirche fand im Oktober 1989 eine Veranstaltung statt unter dem Motto: Gegen den Schlaf der Vernunft. Mitwirkende waren Schriftsteller, Autoren, Künstler der DDR. Hier am Mikrofon Günter de Bruyn. (imago images / epd)

Günter de Bruyn fand mit Romanen wie "Buridans Esel" oder "Neue Herrlichkeit" vor dem Mauerfall in Ost- und Westdeutschland sein Publikum. Zuletzt hat er vor allem mit Publikationen zur Geschichte Preußens von sich Reden gemacht. Nun ist er im Alter von 93 Jahren im brandenburgischen Görsdorf gestorben.

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Mieko Kawakami: "Brüste und Eier"Ein Körperroman ohne Erotik

Die japanische Schriftstellerin Mieko Kawakami und ihr Buch „Brüste und Eier“ (Foto Kawakami: Yuto Kudo, Buchcover: DuMont Verlag)

Makiko will sich die Brüste vergrößern lassen, Natsuko will ein Kind ohne vorherigen Sex. Mieko Kawakami hat mit „Brüste und Eier“ einen Roman über japanische Frauen geschrieben, die hart an ihren Körpern arbeiten. Für Männer und Erotik interessieren sie sich dabei allerdings eher wenig.

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Dany Laferrière: "Ich bin ein japanischer Schriftsteller"Die lässige Art des Seins

(Verlag das Wunderhorn, Manfred Metzer)

In Frankreich ist der Haitianer Dany Laferrière ein Star. Zu seinen literarischen Vorbildern zählen Hemingway und Bukowski. Die Coolness des Seins pflegt er schon immer - auch in seinem jüngsten Roman über einen Autor, der von der Lust gepackt wird, ein ganz anderer zu sein.

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Aphra Behn: "Oroonoko"Für Frauen, gegen Sklaverei

Die Schriftstellerin Aphra Behn (1640-1689), porträtiert vom Maler Peter Lely (1618-1680) (imago images / alimdi)

Mit "Oroonoko oder der königliche Sklave" schrieb Aphra Behn (1640-1689) ein frühes Manifest der Anti-Sklaverei-Bewegung. Die englische Autorin war schon zu ihrer Zeit berühmt und gilt heute auch als eine Ikone der feministischen Literatur.

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Nico Bleutge und Uljana WolfFlirrendes Schreiben über Lyrik

Drei Fliegen (Gerda Bergs)

Eigensinnig und tollkühn: Zwei neue Bücher nähern sich dem Genre Lyrik an - auf unterschiedliche Weise. Nico Bleutge denkt in feinfühligen Essays über Gedichte nach, während Dichterin und Übersetzerin Uljana Wolf sich auf flirrende Weise mit den fließenden Grenzen zwischen Sprachen auseinandersetzt.

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Tarek Leitner: "Berlin - Linz"Volle Fahrt in den Untergang

Der Autor Tarek Leitner und ein Foto seines Vaters: ‚Linz 1924: Rudolf auf seiner Speedwaymaschine‘ (Foto links: privat (Leitner); Foto Leitner rechts: Ingo Pertramer/Brandstätter Verlag)

Eine Linzer Familie von Rennsportnarren wird ausgebremst, als Hitler den Anschluss seiner alten Heimat vollzieht. Wie ab 1938 der Alltag und das Kriegsende aussahen, dokumentiert Tarek Leitner nach den Tonbändern der Gespräche mit seinem Vater.

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Bauerndichter John ClareVom Landarbeiter zum Schriftsteller

John Clare "Raunen des Winds und bebende Distel" Zu sehen ist die Zeichnung eines Schäfers mit zwei Schafen und ein Porträt der Übersetzerin und Autorin Esther Kinsky (imago stock&people/imago images / Gerhard Leber / Illustration: imago images / United Archives International)

John Clare, prä-viktorianischer Naturdichter aus England, beschreibt in seinem kurzen Prosatext "Sketches in the life of John Clare" seinen schwierigen Weg zum Wissen - wie er als einfacher Landarbeiter Lesen und Schreiben lernte und schließlich ein bekannter Dichter wurde.

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Nell Zink: "Das Hohe Lied"Über Punkmusik und Klimawandel

Ein Portrait der amerikanischen Schrifstellerin Nell Zink ((c) Francesca Torricelli)

Ein Rockstar als Babysitter, eine IT-Punkerin als Mutter und ein postsensibler Eighties-Hipster als Vater. Flora hätte durchaus Potential, aber der klimabewegte Millennial gerät im neuen Roman von Literatur-Star Nell Zink zur langweiligsten aller Figuren.

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Erinnerungen an Susan Sontag„Intellektuell betreutes Wohnen“

Die Autorin Sigrid Nunez und die Schriftstellerin Susan Sontag (Cover Aufbau Verlag, Protrait (c) Sigrid Nunez)

Die US-amerikanische Autorin Sigrid Nunez setzt ihrer einstigen Mentorin Susan Sontag ein Denkmal. In den 70er-Jahren teilten sich beide Frauen eine ungemütliche, heruntergekommene Wohnung voller Bücher. In „Sempre Susan“ erinnert sich Nunez an die Schatten- und Sonnenseiten dieser Zeit.

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KunstromanSchlecht gemalte Deutschlandfahne

Der Schriftsteller Kristof Magnusson und sein Buch "Ein Mann der Kunst" (Cover Antje Kunstmann Verlag / Portrait Kristof Magnusson - Copyright P. Matsas/Opale/Leemage/laif)

Ein Malerfürst hat sich vor der Welt in einer Burg am Rhein verschanzt. Als der Förderverein eines kleinen Frankfurter Museums ihn aufsucht, geraten seine Sicherheiten ins Wanken. Kristof Magnusson legt eine Kunstpersiflage vor, in der auch Gender- und Generationenfragen verhandelt werden.

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AuszeichnungChristine Wunnicke erhält den Wilhelm Raabe-Literaturpreis 2020

Die Schriftstellerin Christine Wunnicke (privat)

Seit Jahrzehnten bewegt sich Christine Wunnicke in ihren Büchern zwischen gelehrter Groteske, historischem Roman und Wissenschaftssatire. Ihre Figuren befinden sich in einem unbestimmten Zustand von Wahn und Wissen. Schon lange ist sie bei der Kritik ein Geheimtipp. Nun erhält sie den Wilhelm Raabe-Literaturpreis.

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Debüt von Anna Prizkau"Kein neues Leben im alten"

Anna Prizkau: „Fast ein neues Leben“ (Matthes & Seitz Verlag, Portrait Copyright Julia von Vietinghoff)

Die Journalistin Anna Prizkau wurde 1986 in Moskau geboren und lebt seit Mitte der 90er Jahre in Deutschland. Jetzt hat sie ihr erstes Buch geschrieben. Darin verbindet sie Erfahrungen zum Porträt einer russischen Einwanderin und offenbart Parallelen zu ihrer eigenen Geschichte.

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Kamel Daoud: "Meine Nacht im Picasso-Museum"Die Erotik als Schlüssel zur Welt

Pablo Picasso: "Le rêve" ("Der Traum") von 1932, ausgestellt in der Londoner Tate Modern. Das Modell ist Marie-Thérèse Walter.  (imago stock&people / Alberto Pezzali)

Was haben Kunst, Erotik und islamischer Fundamentalismus miteinander zu tun? Das fragt sich der algerische Autor Kamel Daoud in seinem neuen Buch, für das er eine Nacht im Pariser Picasso-Museum verbrachte. Eine literarische Reflexion über Freiheit und Verbot im Westen und in der arabischen Welt.

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Orlando Figes: „Die Europäer"Als Baden-Baden noch Hauptstadt von Europa war

Der britische Historiker Orlando Figes (imago images / Gerhard Leber)

Orlando Figes zeigt die kosmopolitische Geschichte des Kontinents im 19. Jahrhundert, mit der Verdichtung durch die Eisenbahn, doch am lebendigen Beispiel von Iwan Turgenjew, der Sängerin Pauline Viardot und ihrem Mann Louis Viardot.

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Brit Bennett: "Die verschwindende Hälfte"Weißsein für Anfänger

Porträt der US-Amerikanischen Schriftstellerin Brit Bennett (imago stock&people / Leonardo Cendamo/Leemage)

Rassismus, Bürgerrechtsbewegung, der Mord an Martin Luther King: Die Zwillinge Stella und Desiree wachsen im Amerika der 60er-Jahre auf. Als Stella sich entscheidet, als "Undercover"-Weiße zu leben, trennen sich die Wege der Schwestern. Bennetts Roman gilt gerade als "Black-Lives-Matter"-Pflichtlektüre.

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