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Amir Eshel: "Dichterisch denken"Zwischen Kunst und Moral

Buchcover: „Dichterisch denken“ und Hintergrund: Dani Karavan Denkmal (Suhrkamp Verlag)

Wissensgesellschaft auf der einen Seite, Fake News auf der anderen: In seinem neuen Buch sucht der Literaturwissenschaftler Amir Eshel einen Ausweg aus diesem Dilemma - mit einem engagierten Plädoyer für Kunst und Politik, am Beispiel der Werke von Paul Celan, Gerhard Richter und Dani Karavan.

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Lisa Eckhart: "Omama"Empathielosigkeit als Programm

Lisa Eckhart bei der Aufzeichnung der WDR-Talkshow 'Kölner Treff' im WDR Studio BS 2. Köln, 14.12.2018 | Verwendung weltweit (picture alliance / Geisler-Fotopress / Christoph Hardt)

Erst ausgeladen, dann wieder eingeladen - nun hat die umstrittene Kabarettistin Lisa Eckhart selbst abgesagt. Die als antisemitisch kritisierte Künstlerin wird beim "Harbour Front Literaturfestival" nicht ihren Debütroman vorstellen. Ihr Buch erscheint am 17. August. Der Deutschlandfunk hat es vorab gelesen.

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Colum McCann: "Apeirogon"Hochliterarische Friedensbotschaft

(Rowohlt Verlag )

Zwei Väter verlieren ihre Töchter im Nahostkonflikt. Sie müssten Gegner sein, doch sie werden zu Freunden und reisen in viele Länder der Erde. Der Ire Colum McCann erzählt in seinem neuen Roman eine wahre Geschichte. Dazu bedient er sich einer geometrischen Figur mit unendliche vielen Seiten.

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Edition "Femmes de Lettres"Vergessene Dichtung großer Frauen

Porträt der französischen Dichterin Louise Labbé oder Labé (ca. 1524-1566) in Form eines Kupferstichs von 1830. (imago images / Leemage)

Die europäische Literaturgeschichte weist erhebliche Lücken auf. Belletristische, essayistische und wissenschaftliche Texte von Autorinnen des 16. bis 18. Jahrhunderts sind kaum zu finden. Das Editionsprojekt "Femmes de Lettres" macht sie endlich zugänglich und zeigt ihre beklemmende Aktualität.

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Nickolas Butler: "Ein wenig Glaube"Satan in Amerikas Heartland

Der Schriftsteller Nickolas Butler und sein Roman „Ein wenig Glaube“ (Buchcover Klett-Cotta, Autorenportrait Olive Juice Studios)

Nickolas Butler hat auch seinen neuen Roman wieder in der US-amerikanischen Provinz angesiedelt. Eine Familiengeschichte, die von religiöser Radikalisierung erzählt und der Ohnmacht, mit der man ihr begegnet. Diesem Anspruch wird Butler allerdings nur zum Teil gerecht.

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Sue Prideaux: "Ich bin Dynamit"Sprengmeister Friedrich Nietzsche

Zeitgenössisches Porträt des deutschen Philosophen Friedrich Nietzsche (picture alliance / Bifab)

"Abstand halten" - der Philosoph Friedrich Nietzsche hat die heutige Parole noch überboten und forderte ein "Pathos der Distanz". Er sah sich als Sprengmeister, der alles, was moralisch eingefordert wurde, in die Luft jagte. Ist er daran zerbrochen? Eine Biografie der Kunsthistorikerin Sue Prideaux gibt Auskunft.

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Robert Seethaler: "Der letzte Satz"Gustav Mahler, von Liebesschmerz gequält

Der Komponist steht an einer Schiffsrehling.  (imago / Leemage)

Unglücklich in der Liebe, sterbenskrank, ein Außenseiter: Das Leben des berühmten Komponisten Gustav Mahler ist reich an Tragik. Robert Seethaler schildert ihn in seinem neuen Roman als verzweifeltes Genie, das sich trotz aller Widerstände durchsetzt. Zu Mahlers Musik hat er aber wenig zu sagen.

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Lewis Carroll und junge MädchenWaren seine Nacktfotos nur unschuldige Kunstwerke?

Selbstporträt des Schriftstellers Lewis Carroll, um 1895 (imago-images/Collection Kharbine Tapabor)

Warum fotografierte Lewis Carroll, der Autor von "Alice im Wunderland", ab Mitte des 19. Jahrhunderts fast obsessiv Kinder? War sein Verhältnis zu kleinen Mädchen mehr als nur freundschaftliche Zuneigung? Zwei neue Bücher suchen nun eine Antwort: das eine wissenschaftlich – das andere als Krimi.

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Emily Carr: „Klee Wyck – Die, die lacht“Die künstlerische Entdeckung der "First Nations" in Kanada

Buchcover: Emily Carr: „Klee Wyck – Die, die lacht. Reportagen“, im Hintergrund das Haus, in dem Emily Carr aufwuchs (Buchcover: Verlag Das Kulturelle Gedächtnis,Hintergrund: imago stock&people / Chris Cheadle)

1941 besaß die indigene Bevölkerung von Kanada kein Wahlrecht und wenig Wertschätzung. Da erregte ein schmales Buch von Emily Carr großes Aufsehen. Die Malerin erzählte ohne Vorurteile von ihren Begegnungen mit den Menschen und der Kultur der „First Nations“ an der Westküste Britisch-Kolumbiens.

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"New Yorker Novellen"Das Exil der Dadaisten

Der Autor Ulrich Becher und seine „New Yorker Novellen“ (Cover Schöffling Verlag / Autorenportrait © Kurt Wyss)

New Yorker Undergroundautor, dazu noch Künstler, Herzensbrecher, Barbewohner – Verlage lechzen heute nach dem, was der Autor Ulrich Becher lebte und liebte. Seine "New Yorker Novellen" zeigen eine zutiefst verstörte Metropole am Ende des Zweiten Weltkriegs.

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NeuübersetzungLiteraturgenie Dostojewski in Ketten

Der Schriftsteller Fjodor Michailowitsch Dostojewski und sein Buch „Aufzeichnungen aus einem toten Haus“ (Foto: imago / Buchcover: Carl Hanser Verlag)

Am Anfang von Dostojewskis Schreibkarriere stand das Zuchthaus. Weil er sich als junger Mann für demokratische Ideen begeisterte, wurde er 1849 zu zehn Jahren Zwangsarbeit in Sibirien verurteilt. Was er hier erlebte, hielt er in den „Aufzeichnungen aus einem toten Haus“ fest, die nun neu übersetzt wurden.

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Nava Ebrahimi: "Das Paradies meines Nachbarn"Als Kind in der Kriegshölle

Soldaten der irakischen Truppen mit Abwehrwaffen einer befestigten Stellung im Juni 1984.  (picture alliance / Merliac)

Ali, smarter Designer in München, wird von seiner Vergangenheit eingeholt: Ein Brief seiner verstorbenen Mutter erinnert ihn an verdrängte Erlebnisse aus dem Ersten Golfkrieg und entlarvt eine Lebenslüge. Nava Ebrahimis Roman erzählt vom Irak-Iran-Krieg - und von deutsch-iranischen Begegnungen.

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Zwei neue Bücher von Richard RussoZustand der amerikanischen Mittelschicht

Der Schriftsteller Richard Russo (imago stock&people/Sophie Bassouls/Leemage)

Ein Kackhaufen im Pool: Das ist ungefähr das Ekelhafteste, was sich Hausbesitzer vorstellen können. Aber kann er auch ein politisches Statement sein? Pulitzer-Preisträger Richard Russo analysiert einmal mehr den Zustand der weißen amerikanischen Mittelschicht in zwei neu übersetzten Erzähltexten.

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Markus Gabriel: "Fiktionen“Philosophie gegen Fake News

Der Philosoph Markus Gabriel und sein Buch "Fiktionen" (Foto: imago images/Future Image/Christoph Hardt, Buchcover: Suhrkamp Verlag)

Als real gilt heute nur das, was als naturwissenschaftlich nachweisbar ist, gemessen und "getrackt" werden kann. Gleichzeitig aber scheinen Wirklichkeit und Fiktion vielen Menschen ununterscheidbar. Der Philosoph Markus Gabriel will deshalb unseren bedrohten Sinn für das Wirkliche rekalibrieren.

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Joris-Karl Huysmans: "Lourdes. Mystik und Massen""Kunst muss das Heilige repräsentieren"

Joris-Karl Huysmans und sein Buch „Lourdes" (Lilienfeld Verlag)

Eigentlich gilt Joris-Karl Huysmans als Übervater der Dandy-Literatur. Mit seinem Dekadenz-Roman "A Rebour" wurde er 1884 bekannt. Doch auch schon darin sei "eine Sehnsucht nach Transzendenz spürbar", sagt Hartmut Sommer. Huysmans' letztes Werk "Lourdes" zeige erst recht einen "tiefgläubigen" Autor.

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Franz Hohler auf ReisenFahrplanmäßiger Aufenthalt

Franz Hohler und sein "Planmäßiger Aufenthalt" (Buchcover Luchterhand Verlag / Autorenportrait Ute Wegmann)

Großer Genuss auf wenigen Seiten: Die Reisebetrachtungen des 77-jährigen Schweizers Franz Hohler führen durch Schwäbisch Hall-Hessental, St. Petersburg und den Supermarkt. Sie offenbaren einen heiteren Blicks auf die Welt, ohne vor dem Einbruch des Schreckens gefeit zu sein.

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Alexandre Dumas: „Georges"Rachefeldzug gegen Rassismus

Porträt des Schriftstellers Alexandre Dumas und Buchcover: „Georges“ (Porträt: dpa/picture alliance/Bifab, Buchcover: Comino Verlag)

Alexandre Dumas kennt man als Erfolgsautor von "Die drei Musketiere" und "Der Graf von Monte Christo". Weniger bekannt ist, dass er wegen seiner kreolischen Herkunft zeitlebens diskriminiert wurde. In seinem frühen, jetzt neu aufgelegten Roman "Georges" schrieb er gegen Rassismus und Kolonialismus an.

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Anne Carson: "Irdischer Durst"Das Unvollkommene als Quelle unbegreiflicher Sensationen

Die Schriftstellerin trägt ein Basecap und eine Brille und steht vor einer Glasfassade (AP)

Die kanadische Dichterin Anne Carson zählt in Kanada und den USA zu den wichtigsten Stimmen der Gegenwart. In ihrem Band "Irdischer Durst" wagt sich die Nobelpreisanwärterin wieder einmal dorthin, wo die glatte Oberfläche der Wörter brüchig wird und Unerwartetes geschieht.

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Christine Wunnicke: "Nagasaki, ca. 1642"Japanisch-europäischer Kulturaustausch

Christine Wunnicke: „Nagasaki, ca. 1642“ (Cover Berenberg Verlag)

Alter japanischer Kriegskünstler trifft auf jungen niederländischen Dolmetscher: Es beginnt ein Duell der Missverständnisse - und ein Lehrer-Schüler-Verhältnis, gegründet auf spürbarer Sympathie. Der Haken: Ein altes Racheversprechen wartet noch auf Umsetzung.

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Kate Kirkpatrick: "Simone de Beauvoir"Auf wackligem Podest

Kate Kirkpatrick, "Simone de Beauvoir. Ein modernes Leben" Zu sehen sind die Autorin und das Buchcover (Foto: John Cairns / Cover: Piper Verlag)

Sie ist die Vorreiterin des Feminismus: Simone de Beauvoir. Aber in ihrem Lebenspakt mit Jean-Paul Sartre begnügte sie sich als Philosophin mit dem zweiten Rang. Kate Kirkpatrick beleuchtet in ihrer neuen Biografie die Widersprüche im Leben der französischen Ikone.

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Gerichtsprozesse als RomanDie Lieblinge der Justiz

Der Schriftsteller Juri Andruchowytsch und seine „Die Lieblinge der Justiz“ (Buchcover Suhrkamp Verlag / Autorenportrait picture alliance / dpa / ArifotoUG)

Der ukrainische Schriftsteller Juri Andruchowytsch wurde in Deutschland mit seinem 2005 in Übersetzung erschienenen Roman "Zwölf Ringe" bekannt. 2006 erhielt er den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung. Nun ist sein neues Buch "Die Lieblinge der Justiz" erschienen.

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Felicitas Korn: "Drei Leben lang"Strauchelnde Macker

Die Schriftstellerin Felicitas Korn und ihr Roman "Drei Leben lang" (Cover Matthes & Seitz Verlag / Autorenportrait © Barbara Rohm)

Teenager Michi, Drogendealer King und Alkoholiker Loosi mögen Autos, Mofas und sind auf der Suche nach einem Platz in der Welt. In ihrem Debütroman gibt Autorin und Filmemacherin Felicitas Korn den Strauchelnden eine Stimme und verbindet die drei Biografien dabei so unterhaltsam wie überraschend.

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Emmanuel Carrère: "Julies Leben"Ein Leben am Abgrund

Der Schriftsteller Emmanuel Carrère ((c) Julia von Vietinghoff)

18 Jahre lang begleitete die amerikanische Fotografin Darcy Padilla eine drogenabhängige Frau bis zu ihrem Tod. Emmanuel Carrères Geschichte dieser Beziehung ist ein aufrüttelndes Dokument. Aber ist sie auch moralisch zu rechtfertigen?

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Markéta Pilátová: "Mit Bat'a im Dschungel"Eine tschechische Legende

Markéta Pilátová: "Mit Bat'a im Dschungel" Zu sehen ist die Autorin und das Buchcover (Foto: privat / Cover: Wieser Verlag)

Vor den Nazis flüchtete der Schuhfabrikant Jan Bat'a aus der Tschechoslowakei, wegen der Kommunisten blieb er mit seiner Familie in der brasilianischen Emigration. Vom rastlosen Treiben des Großunternehmers und seinen an Größenwahn grenzenden Plänen erzählt nun ein Roman.

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Scott McClanahan: "Sarah"Szenen einer Ehe in West-Virginia

Der US-amerikanische Schriftsteller Scott McClanahan und sein Buch „Sarah“ (Foto: privat, Buchcover: Ars Vivendi Verlag)

Scott liebt Sarah, und Sarah liebt Scott. Und trotzdem geht mit den beiden am Ende alles schief. Der US-Autor Scott McClanahan macht aus der eigentlich einfachen Geschichte eines Liebesverlusts großes Kino – mit brennenden Bibeln, sehr viel Alkohol und einem blinden Mops als Wahrheitsgenerator.

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Hans Blumenberg. Eine intellektuelle BiographieAuf Lesen und Tod

Buchcover: Rüdiger Zill: „Der absolute Leser – Hans Blumenberg. Eine intellektuelle Biographie“ (Buchcover: Suhrkamp Verlag, Hintergrund: Gerda Bergs)

Kein öffentlicher Intellektueller, aber einer der bedeutendsten Philosophen der alten Bundesrepublik: Für viele Geisteswissenschaftler hat der still arbeitende Vielleser Hans Blumenberg Kultstatus. Zum 100. Geburtstag des Unsichtbaren hat Rüdiger Zill die erste Biografie vorgelegt.

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Roman Ehrlich und Michael Disqué: "Überfahrt"Im Maschinenraum der Globalisierung

Blick über ein Container-Schiff der Firma CMA CGM. (AFP / Jean-Sebastien Evrard)

40 Tage lang haben sich zwei Künstler in die Selbstisolation eines Containerschiffs von Hamburg nach Qingdao begeben. "Überfahrt" ist ein Text-Bild-Essay über die banale Realität des globalisierten Welthandels und über den Ich-Verlust auf einer anti-abenteuerlichen Weltreise.

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Christoph Meckel: "Eine Tür aus Glas, weit offen"Der Mensch hat zu leben, zu arbeiten und zu verschwinden

Christoph Meckel und der Gedichtband „Eine Tür aus Glas, weit offen" (Foto: dpa/Julian Stratenschulte, Buchcover: Hanser Verlag)

Der im Januar verstorbene Dichter und Grafiker Christoph Meckel war ein leidenschaftlicher Verfechter der Autonomie der Kunst und ein genialischer Einzelgänger. Ein posthum veröffentlichter Band mit Texten aus vier Jahrzehnten zeigt die ungeheuer vielfältige Schaffenskraft des Malerpoeten.

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Emmy Hennings: "Gedichte"Tanzen bis zur Atemnot

Buchcover: Emmy Hennings: „Gedichte“ (Buchcover: Wallstein Verlag)

Bislang kennt man Emmy Hennings eigentlich nur als Dada-Mitbegründerin und Muse der 20er-Jahre-Bohème, die mit vielen Künstlern Affären hatte. So langsam aber wird die schillernde Frau endlich auch als Autorin und Dichterin gewürdigt. Nun ist erstmals eine Gesamtausgabe ihrer Gedichte erschienen

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Rosa Liksom: "Die Frau des Obersts"Eine NS-Ehe in Finnland

Die finnische Schriftstellerin Rosa Liksom und ihr Buch „Die Frau des Obersts“ (Foto: Pekka Mustonen; Buchcover: Penguin Verlag)

Eine alte Frau blickt auf ihr Leben im Norden Finnlands zurück. Prägend war ihre frühe Beziehung zu einem rechtsextremen Offizier der finnischen Armee. Es folgt ein Martyrium von ehelicher Gewalt und Erniedrigung. Der neue Roman der finnischen Autorin Rosa Liksom beruht auf einer wahren Begebenheit

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Georg-Büchner-Preis 2020 für Elke ErbSchreiben als politischer Akt

Die Schriftstellerin Elke Erb, aufgenommen am 18.11.2010. (dpa / Kulturamt Stadt Fellbach / Gerald Zoerner)

Die deutsche Autorin Elke Erb erhält den Georg-Büchner-Preis. Der angesehene Auszeichnung ist Lebenswerk-Krönung und ästhetischer Aufbruch zugleich, denn Erb inspiriert die aktuelle Generation von Lyrikerinnen und Lyrikern mit einer ganz neuen Form des literarischen Schreibens.

Jochen Schimmang: "Mein Ostende"Von freundlicher Hässlichkeit

Jochen Schimmang: "Mein Ostende" und im Hintergrund Bauarbeiten amStrand von Ostende (Cover mare Verlag / Hintergrund imago images/alimdi)

Einst galt das belgische Ostende als Königin der Seebäder. Die glanzvolle Zeit endete mit dem Zweiten Weltkrieg, die Küste wurde später zubetoniert. Doch gerade diesem Ostende der Gegenwart erklärt Jochen Schimmang in "Mein Ostende" seine Liebe – auf literarisch raffinierte Art und Weise.

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Ernst Lothar: „Das Wunder des Überlebens"Idealisierte Liebe zu Österreich

Der Schriftsteller, Regisseur und Theaterdirektor Ernst Lothar (Elfriede Broneder / Paul Zsolnay Verlag)

Seit vier Jahren legt der Zsolnay Verlag in Wien seinen Hausautor von einst wieder auf: den zu Lebzeiten erfolgreichen Ernst Lothar, der nach seinem Tod 1974 in Vergessenheit geriet. Zu Lothars Autobiographie "Das Wunder des Überlebens" schrieb Daniel Kehlmann das Nachwort.

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Jean-Henri Fabre: "Erinnerungen eines Insektenforschers"Das Wunder des Lebens

Jean-Henri Fabre: "Erinnerungen eines Insektenforschers" Zu sehen sind Jean-Henri Fabre bei der Insektenbeobachtung an seinem Schreibtisch und das Buchcover (Foto: picture alliance / dpa / akg-images / Cover: Matthes & Seitz Verlag)

Als den "Homer der Insekten" hat man Jean-Henri Fabre, den Wegbereiter der modernen Verhaltensbiologie, schon bezeichnet. Namhafte Persönlichkeiten seiner Zeit wie der Philosoph Henri Bergson oder der Schriftsteller wie Romain Rolland zählten zu seinen begeisterten Lesern. Nun ist die Werkausgabe komplett.

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Hartmut Lange: „Der Lichthof“Rätselhaftes Unheil

Unwetter mit dramatischen dunklen Wolken über der Stadt Kassel.  (imago / Hartenfelser)

Überzeugungen geraten ins Wanken, Paarbeziehungen laufen aus der Bahn und stürzen ins Unglück: Hartmut Lange erzählt mit genau gewählten Worten über Menschen, die ihren Halt verlieren und in Sinnkrisen geraten. Seine Novellen sind eine literarische Meditation über Unheil und Rätsel.

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Melitta Breznik: "Mutter. Chronik eines Abschieds"Berührendes Porträt einer Sterbenden

Melitta Breznik: "Mutter. Chronik eines Abschieds" Zu sehen sind die Autorin und das Buchcover (Foto: dpa / picture alliance / Uwe Zucchi / Cover: Luchterhand Verlag)

Melitta Breznik hat das Sterben ihrer 91-jährigen Mutter sechs Wochen lang begleitet. Aus den Protokollen dieser Zeit gestaltet die Autorin, die auch als Psychiaterin arbeitet, ein berührendes literarisches Dokument. Es ist persönlicher im Ton als ihr Debütroman "Nachtdienst".

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Siegfried Unseld: "Reiseberichte"Ins Gelingen verliebt

Siegfried Unseld: "Reiseberichte". Zu sehen ist der Autor und Verleger und das Buchcover (Foto: imago images / teutopress / Cover: Suhrkamp Verlag)

Es gibt im 20. Jahrhundert keinen Verleger, der das literarische und gesellschaftliche Leben seiner Zeit so geprägt hat wie Siegfried Unseld. Eine Auswahl seiner "Reiseberichte" aus 40 Jahren, Spiegel seines unermüdlichen Schaffens, erscheint nun zum 70. Geburtstag des Suhrkamp Verlags.

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Philippe Jaccottet wird 95"Die wenigen Geräusche"

Philippe Jaccottet: "Die wenigen Geräusche" Späte Prosa und Gedichte. Zu sehen ist der Dichter und das Buchcover. (Foto: Gérard Khoury / Cover: Carl Hanser Verlag)

Philippe Jaccottet gehört zu den wenigen lebenden Dichtern weltliterarischen Ranges – am morgigen Dienstag feiert er seinen 95. Geburtstag. Mit dem Band "Die wenigen Geräusche" legen Elisabeth Edl und Wolfgang Matz die Übersetzung von Jaccottets "Später Prosa und Gedichten" vor.

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Esther Kinsky: "Schiefern"„Ach, wir kennen uns wenig“

Esther Kinsky, Romanschriftstellerin, Lyrikerin und Übersetzerin (imago stock&people/imago images / Gerhard Leber)

Esther Kinskys fünfter Gedichtband führt auf die schottischen Schieferinseln - in die zerbrechlichen Schichtungen der Erinnerung und Vergegenwärtigung. Indem sie den poetischen Ursprung der Wörter freilegt, legt sie auch die ursprüngliche Rolle der Natur in der Sprache offen, meint Marie Luise Knott.

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Plagiatsvorwürfe gegen Hoffmann & CampeKarten-Klau oder PR-Masche?

Zwei sehr ähnliche Titel im Hoffmann & Campe Verlag (Buchcover Hoffmann & Campe)

Der Hamburger Verlag Hoffmann und Campe habe seine Ideen plagiiert, behauptet der Chefredakteur des Katapult-Magazins. Vorgeschichte und Vorgehensweise lassen die Aktion jedoch eher als Marketing für seinen neuen Verlag erscheinen, sagte Tilman Winterling, Anwalt für Urheberrecht, im Dlf.

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Karosh Taha: "Im Bauch der Königin"Lauter Zwischenwelten

Die Autorin Karosh Taha udn irh Roman „Im Bauch der Königin“ (Buchcover Dumont Buchverlag / Autorenportrait © Havin Al-Sindy )

„Im Bauch der Königin“ von Karosh Taha ist ein Wenderoman: Von beiden Seiten zu lesen, eröffnet die Essener Autorin verschiedene Möglichkeiten für ihre Figuren – junge Menschen aus Einwandererfamilien, die noch nicht wissen, wer sie sind, und vielleicht nie wissen werden, wohin sie gehören.

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Stuart Hall: "Vertrauter Fremder"Race ist nicht Rasse

Buchcover Stuart Hall: „Vertrauter Fremder. Ein Leben zwischen zwei Inseln“ und im Hintergrund Jamaika (Cover Argument Verlag / Hintergrund imago/Bluegreen Pictures)

Stuart Hall (1932-2014) gilt als Begründer der Cultural Studies. Anlässlich der Übersetzung seiner Autobiografie "Vertrauter Fremder" ins Deutsche rückt das Wort "Race" ins Blickfeld. Der Literaturwissenschaftler Stefan Howald plädiert dafür, diesen Begriff nicht mehr mit "Rasse" zu übersetzen.

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Essays von Peter Suhrkamp"Über das Verhalten in der Gefahr"

Collage des Buchcovers "Über das Verhalten in der Gefahr" und dem Autor Peter Suhrkamp selbst (© Suhrkamp Verlag)

Rund 250.000 Blatt Papier soll der Nachlass von Peter Suhrkamp umfassen. Aus diesem reichen Dokumentenschatz eines überaus interessanten Verlegerlebens haben der Suhrkamp-Verleger Jonathan Landgrebe und der Lektor Raimund Fellinger geschöpft. Sichtbar wird eine widersprüchliche Persönlichkeit.

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Colm Toibin: "Haus der Namen"Den Göttern ist es ganz egal

Buchcover Colm Tóibín: „Haus der Namen“ und die Ermordung des Agamemnon (Cover Hanser Verlag / Hintergrund Colm Tóibín: „Haus der Namen“)

Von wegen heile Familie! Kaum eine Sage bietet so viel Tragik wie die antike "Orestie". Tochter-Opferung, Gattenmord, Mutter-Ermordung, Sohnes-Wahnsinn: All' das kommt hier vor. Der Ire Colm Tóibín erzählt den altgriechischen Mythos aber nicht einfach nur nach, sondern hat auch einiges neu hinzuerfunden.

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Rachel Cusk: "Danach"Die Scheidungs-Märtyrerin

Buchcover Rachel Cusk: „Danach“ und ein paar Hände (Buchcover Suhrkamp / Hintergrund imago/CHROMORANGE)

Rachel Cusk gilt als eine der umstrittensten Autorinnen Großbritanniens. Denn in ihren autobiografischen Büchern erzählte sie zuletzt keineswegs positiv vom Kinderkriegen und der Mutterschaft. In „Danach“ berichtet Cusk nun vom Scheitern ihrer Ehe. Was in England 2012 ebenfalls für Empörung sorgte.

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Susan Neiman: "Von den Deutschen lernen"Einübung in den Universalismus

Susan Neiman, amerikanische Philosophin und Direktorin des Potsdamer Einstein Forums (dpa-Zentralbild / Karlheinz Schindler)

Kann die deutsche Auseinandersetzung mit der Nazi-Vergangenheit Vorbild sein für die Bewältigung des Rassismus in den USA? Die historischen Bedingungen sind grundverschieden, doch beide Nationen müssen irgendwie mit ihrer Gewaltgeschichte umgehen, analysiert die amerikanische Philosophin Susan Neiman.

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Tag drei beim BachmannwettbewerbDer große Gruß

Blick in die Bibliothek im Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung an der TU Dresden. (picture alliance/dpa/Robert Michael)

Tiere, Hass und Befindlichkeit sind die Schlagworte des dritten und letzten Lesetags. Wütend startet Lydia Haider ins Rennen, gefolgt von einer Mauswerdung bei Laura Freudenthaler – am Ende kommt Meral Kureyshi zum Anfang allen Erzählens: mit "Adam".

Tag zwei beim Bachmann-WettbewerbSterben als Bedingung

44. Tage der deutschsprachigen Literatur - Ingeborg Bachmannpreis 2020 / Tag 2, Lesungen und Diskussionen (Puch Johannes)

Zehn Autorinnen und Autoren haben bereits bei den "44. Tage der deutschsprachigen Literatur" gelesen. Doch wer den Ingeborg-Bachmann-Preis oder auch den Deutschlandfunk-Preis am Sonntag erhalten wird ist bislang offen – obwohl es eine erste Favoritin gibt.

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Tag eins beim Bachmann-PreisKommen die Automaten?

Zwei unbesetzte Bachmann-Liegestühle am 1. Tag des Online-Wettlesens im Rahmen der "44. Tage der deutschsprachigen Literatur" am Donnerstag, 18. Juni 2020, im Garten des ORF-Theaters in Klagenfurt. (APA / MICHAEL WALCHER / www.picturedesk.com )

Die digitalen Tage der deutschsprachigen Literatur eröffneten mit kontroversen Jurydiskussionen zu Sinn und Übermaß literarischer Anspielungen, Sinneseindrücken und Automaten. Starke Texte waren selten, hitzige Diskussionen an der Tagesordnung.

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Friedenspreis des Deutschen BuchhandelsAmartya Sen - Wohlstand, menschlich gedacht

Amartya Sen spricht in ein Mikrofon. (imago images / Pacific Press Agency)

Der indische Wirtschaftswissenschaftler und PhilosophA martya Sen ist Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 2020. Es gehe in seinem Werk um einen Wohlstandsbegriff, der sich nicht nur am materiellen Wachstum orientiere, sagte der Philosoph Peter Trawny im Dlf. "Es ist ein seelischer Wohlstand, der hier mitgedacht wird."

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Nana Kwame Adjei-Brenyah: "Friday Black"Leichen in der Jackenabteilung

Buchcover "Friday Black. Stories" von Nana Kwame Adjei-Brenyah. (Penguin Verlag) Hintergrundbild: Mitglieder der "Black Lives Matter" Bewegung knien bei einer Demonstration in London. (dpa) (Buchcover Penguin Verlag / Hintergrundbild dpa)

Mit seinem Debütband „Friday Black“ ist der Afroamerikaner Nana Kwame Adjei-Brenyah gerade in aller Munde. In seinen Kurzgeschichten erzählt er von einer Zukunft, die dem heutigen Trump-Amerika erschreckend ähnlich sieht: Die USA als Land im rassistisch-kapitalistischen Blutrausch.

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William Trevor: "Letzte Erzählungen"Die kleinen, miesen Lebenslücken

(picture-alliance / dpa/dpaweb / Asfouri)

Der 2016 verstorbene William Trevor galt als Meister der Kurzgeschichte. Denn er wusste genau, wie viel er über seine tragischen Helden erzählen durfte - und wie viel er verschweigen musste, um ihnen ihr Geheimnis zu belassen. Auch Trevors "letzte Erzählungen" entwickeln so ihre ganz eigene Sogkraft

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Inès Bayard: „Scham“Absturz einer vergewaltigten Frau

Junges Mädchen als Opfer von häuslicher Gewalt | (picture alliance / Photoshot)

Die Pariser Vermögensberaterin Marie wird von ihrem Vorgesetzten vergewaltigt. Innerhalb weniger Minuten gerät ihre heile Welt damit aus dem Gleichgewicht. Inès Bayard liefert ein Fallbeispiel zur #MeToo-Debatte – die schonungslose Beschreibung, wie sexueller Missbrauch eine Existenz zerstört.

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Thomas Steinfeld: "Italien"Von der Piazza bis zum Stahlwerk

Thomas Steinfeld, ehemaliger leitender Redakteur des Feuilleton der "Süddeutschen Zeitung", für die er heute als Korrespondent schreibt. (imago stock&people/ imago images / Hoffmann)

Die neblige Ebene am Po, sanft geschwungene Hügel im Piemont, das Stahlwerk Ilva an der Küste von Apulien – der Journalist Thomas Steinfeld bereist in seinem Buch „Italien. Porträt eines fremden Landes“ die unterschiedlichsten Orte der Halbinsel und liefert verblüffende Einsichten.

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Dichterin aus "Transparent"Wer ist Eileen Myles?

(Cover Matthes&Seitz Berlin, Autorenportrait (c) Shae Detar)

Seit den 70er-Jahren lebt Eileen Myles als Lyrikerin und Autorin in New York. Ihre Bücher erschienen in Independent-Verlagen, Myles musste sich mit Nebenjobs über Wasser halten. Dann wurde sie zum Star.

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