Büchermarkt 

Julie Otsuka: „Als der Kaiser ein Gott war"Nach Pearl Harbor: die Deportation der "Japanese Americans"

Die US-Amerikanische Schriftstellerin Julie Otsuka und ihr Buch "Als der Kaiser ein Gott war" (Foto: Bob Bessoir, Buchcover: Lenos Verlag)

Im Dezember 1941 griff die japanische Luftwaffe den US-Marinestützpunkt Pearl Harbor an. Anschließend wurden viele japanisch stämmige Amerikaner in Lager deportiert. Von einer solchen Familie erzählt Julie Otsuka in ihrem berührenden Roman "Als der Kaiser ein Gott war".

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Köln im SpätmittelalterDer große Schied

Buchcover "Köln im Spätmittelalter" und der Altar der Stadtpatrone im Kölner Dom (Cover: Grevenverlag / Hintergrund: Bildarchiv Monheim GmbH)

Köln im Jahr 1396: Stefan Lochner malt die "Madonna im Rosenhag". Kölner Kaufleute stehen in Verbindung mit fast allen Teilen Europas. Frauen spielen ganz selbstverständlich eine wichtige Rolle im Wirtschaftsleben – davon berichtet eine beeindruckende Stadtgeschichte.

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Thomasin von Zerklære: "Der Welsche Gast"Der "Knigge" der deutschen Ritter

"Der Welsche Gast" aufgeschlagen (Quaternio Verlag)

Wie das gute Benehmen nach Deutschland kam - ein Italiener schenkte den Einheimischen einst eine monumentale Sitten- und Tugendlehre. Und wer den Wälzer nicht lesen konnte, der staunte über die mehr als 100 Bilder.

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George Eliot:"Middlemarch"Menschenkenntnis und Hochspannung

Die englische Schriftstellerin George Eliot (1819-1880), bürgerlicher Name: Mary Ann Evans, gezeichnet von Samuel Laurence (imago/United Archives International)

George Eliot gilt als erste moderne Schriftstellerin Englands - und "Middlemarch", die gewaltige Studie über das Leben in einer fiktiven Kleinstadt um 1830, gehört zu den bedeutendsten englischen Romanen. Zum 200. Geburtstag Eliots stellen wir eine gelungen Neuübersetzung vor.

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Pia Klemp "Lass uns mit den Toten tanzen"Über das Sterben im Mittelmeer

Pia Klemp und ihr Buch „Lass uns mit den Toten tanzen“ (Foto: Paul Lonis Wagner  Sea-Watch, Buchcover: Maro Verlag)

Pia Klemp und ihre Crew haben auf dem Mittelmeer tausende schiffbrüchige Flüchtlinge aus Seenot gerettet. In ihrem Roman erzählt die Kapitänin in direkter, fast sachlicher Sprache von ihren Erfahrungen - was darin Fiktion ist und was tatsächlich erlebt, lässt sie weitgehend offen.

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Aksel Sandemose: "Ein Flüchtling kreuzt seine Spur"Das Gesetz von Jante

Aksel Sandemose und sein Buch „Ein Flüchtling kreuzt seine Spur“ (Foto: Guggolz Verlag / Berndt Klyvare, Buchcover: Guggolz Verlag)

Mit dem fiktiven "Gesetz von Jante" hat der 1899 geborene Wahlnorweger Aksel Sandemose einen stehenden Begriff für kleingeistige Sozialkontrolle geschaffen. Sein autobiografischer Anti-Roman ist nun endlich in neuer Übersetzung erschienen - eine aufrüttelnde Abrechnung mit den Herkunftsverhältnissen.

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Alternativwelt-RomaneVon Fatherland zu NSA

Filmstill aus der Amazon-Serie "The Man in the High Castle" mit Rufus Sewell (re) nach der Romanvorlage von Philip K. Dick (picture alliance / Everett Collection / Liane Hentscher)

"The Man in the high castle" ist eine der erfolgreichsten Alternativwelt-Geschichten unserer Zeit. Das Science-Fiction-Genre füllt die Kassen: Von Andreas Eschbachs "NSA" bis zu Christian Krachts: "Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten". Welche Bücher lohnen sich?

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Charles J. Shields: "Der Mann, der den perfekten Roman schrieb"Knurriges Genie

Buchcover: Charles J. Shields: „Der Mann, der den perfekten Roman schrieb. ‚Stoner‘ und das Leben des John Williams“ (Buchcover: dtv)

Falsches Jahrzehnt, falsche Rezensenten, falsche Gewohnheiten: Im Leben des US-Schriftstellers John Williams lief vieles nicht rund. Charles J. Shields hat nun eine erste, spannende Biographie über den erst posthum entdeckten "Stoner"-Autor geschrieben, dessen Romane heute als Meisterwerke gelten.

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Kathrin Aehnlich: „Wie Frau Krause die DDR erfand“Wem gehört die deutsche Geschichte?

Die Schriftstellerin Kathrin Aehnlich und ihr Buch „Wie Frau Krause die DDR erfand“ (Foto: Verlag Antje Kunstmann/Christiane Eisler, Buchcover: Verlag Antje Kunstmann)

Ein Besser-Wessi will in Kathrin Aehnlichs Satire einen Film über DDR-Bürger machen. Und natürlich hat er klare Vorstellungen, wie die Ostdeutschen darin auszusehen haben: typisch Ossimäßig eben. Hilfe kommt von Frau Krause. Leider gerät der Roman zu brav und holzschnittartig. Die Figuren bleiben blass.

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Caoilinn Hughes: "Orchidee & Wespe"Lüge als Flucht

Die irische Schriftstellerin Caoilinn Hughes (Ed Wright Images)

Caoilinn Hughes erzählt in ihrem gefeierten Romandebüt die Geschichte einer jungen, notorisch lügenden Frau. Sie möchte die Trümmer ihrer dysfunktionalen Familie hinter sich lassen. Am Ende ist sie frei – aber nicht zu authentischen Gefühlen fähig.

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Erich Wolfgang SkwaraOde an die Schönheit

Ortseingangsschild von Menton (Deutschlandradio / Andreas Noll)

Der österreichische Schriftsteller Erich Wolfgang Skwara arbeitet seit über vierzig Jahren an einem literarischen Programm, das ihm eine kleine, literaturkritische Lesergemeinde gesichert hat. Sein neuer Roman nach über zehn Jahren zeigt Skwara auf der Höhe seines Schaffens.

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Ein Besuch in der Bibliotheca HertzianaVom Salon zur Forschungsstätte

Ein Passant geht am Palazzo Zuccari vorbei, dessen Eingangstür und Fenster wie Münder von Gesichtern geformt sind. (AFP)

Die Kölner Jüdin Henriette Hertz kaufte zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Rom einen Palast, veranstaltete dort Soiréen und lud ganz Rom zu Vorträgen ein. Aus ihrem mondänen Salon sollte eine der wichtigsten kunstgeschichtlichen Forschungsbibliotheken werden: die Bibliotheca Hertziana.

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Etel Adnan: "Wir wurden kosmisch"Als wir die Erde verließen

Der erste Mensch im All – kein Brite und gut zehn Jahre später: Juri Gagarin auf dem Weg zum Start 1961  (Roscosmos)

Die Malerin, Autorin und Philosophin Etel Adnan gilt als Kosmopolitin der arabischen Kulturwelt. Vor mehr als einem halben Jahrhundert schrieb sie ein lyrisches Requiem auf den Tod des ersten Menschen im All, Juri Gagarin, das verblüffend aktuell geblieben ist.

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Die Kunst der IllusionBlendwerk im Dienste der Wahrheit?

Buchcover Matthew L. Tompkins: „Die Kunst der Illusion“ (Dumont Buchverlag)

Spiritistische Medien treiben seit über 170 Jahren ihr Unwesen. Und seit ebenso langer Zeit versuchen Zauberkünstler, sich ihren betrügerischen Gaukeleien entgegenzustellen. Kann die Literatur von ihnen lernen?

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Joachim Kalka: "Staub""Fasznierendes Symbol zwischen Sonne und Dreck"

Der Autor Joachim Kalka und sein Buch „Staub“ (Foto: imago stock&people, Buchcover: Berenberg Verlag)

"Asche zu Asche, Staub zu Staub": Diese Formel kennt jeder. Für viele habe Staub das "Pathos des Verachteten", sagte der Autor Joachim Kalka im Dlf. In seinem Essay zeigt er, wie positiv der Begriff in der Literatur vorkommt. In Kriminaromanen sei dieser beispielsweise ein "unverzichtbarer Teil".

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Katja Schönherr: "Marta und Arthur"Dies ist kein Liebeslied

Die Schriftstellerin Katja Schönherr und ihr Buch „Marta und Arthur“ (Foto: Politycki & Partner / Suzanne Schwiertz, Buchcover: Arche Verlag)

Über 40 Jahre lang sind Marta und Arthur ein Paar. Aber die beiden trennt weit mehr als nur ein großer Altersunterschied und ein gemeinsames Kind, dass Arthur nie wollte. Psychologisch versiert lotet Katja Schönherr in ihrem Debütroman aus, was Menschen aneinander kettet, obwohl die Liebe fehlt.

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Timo Berger (Hrsg.): "Buenos Aires"Die Hauptstadt als unerschöpfliche literarische Quelle

Buchcover: Timo Berger (Hrsg.): „Buenos Aires. Eine literarische Einladung" (Foto: dpa/Julian Stratenschulte, Buchcover: Verlag Klaus Wagenbach)

Die Literatur Argentiniens ist auch ein Spiegel der Krise, in der sich das Land seit Jahrzehnten befindet. Timo Bergers Band stellt 20 kurze Texte von ebenso vielen Autorinnen und Autoren vor, in denen das Lebensgefühl nicht nur der Hauptstadtbewohner sichtbar wird.

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Isabela Figueiredo: "Roter Staub"Wenn der Vater ein Rassist ist

Die Schriftstellerin Isabela Figueiredo und ihr Buch „Roter Staub. Mosambik am Ende der Kolonialzeit" (Foto: privat, Buchcover: Weidle Verlag)

Isabela Figueiredo hat ein autobiografisches Buch über das Ende der portugiesischen Kolonialzeit in Mosambik geschrieben. In Portugal hat es vor zehn Jahren eine hitzige Debatte über Kolonialismus und Rassismus ausgelöst. Jetzt liegt das Buch auf Deutsch vor.

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EssaysammlungSex, Verbrechen und die jüdische Unterwelt

Buchcover: Gisela Dachs (Hg.): "Sex & Crime. Geschichten aus der jüdischen Unterwelt" (Hintergrund: Deutschlandradio/Janine Wergin, Buchcover: Suhrkamp Verlag)

Der aktuelle Jüdische Almanach dreht sich um Verbrechen und Sex. 19 Essays befassen sich aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln mit dem Thema - persönlich, wissenschaftlich oder in Bezug auf Fernsehen und Film. Ein Beitrag analysiert die Reaktionen auf den Skandal um den jüdischen Produzenten Harvey Weinstein.

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Wilfried F. Schoeller gestorbenLangeweile ist keine Kategorie

Portrait Wilfried F. Schoeller (© HR/Heinz J. Schlüter )

Am 6. Januar 2020 starb der Kritiker und Autor Wilfried F. Schoeller im Alter von 78 Jahren. Er war einer der einflussreichsten Literaturvermittler seiner Zeit. Er hatte stets das Ästhetische im Blick, und war damit von anderem Schlag als Marcel Reich-Ranicki.

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Ken Krimstein: "Die drei Leben der Hannah Arendt"Ekstatische Wahrheit

Der Schriftsteller Ken Krimstein und sein Buch: "Die drei Leben der Hannah Arendt" (dtv Verlagsgesellschaft/ Foto Krimstein: Richard Shay)

Hannah Arendt ist die wahrscheinlich wichtigste Denkerin des 20. Jahrhunderts. Ken Krimstein hat ihr Leben und Denken jetzt in einer Graphic Novel kondensiert und dabei ganz nebenbei eine hervorragende und unterhaltsame Einführung in Arendts Philosophie und Politische Theorie geschaffen.

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Botho Strauß: "Zu oft umsonst gelächelt" Der Abweicher

Ein Porträt des Dichters Botho Strauß (imago / imagebroker)

Botho Strauß hält unserer Gesellschaft ein weiteres Mal den Spiegel vor. Er stellt die Frage, was sich an den Beziehungsverhältnissen zwischen Mann und Frau über Leben, Kultur und Menschlichkeit ablesen lässt.

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Unvollendeter Roman von José María ArguedasChronik eines Gescheiterten

Das Buchcover von José María Arguedas: „Der Fuchs von oben und der Fuchs von unten“ von einer peruanischen Industrielandschaft (Buchcover  Wagenbach Verlag/ (c) dpa / EFE/Paolo Aguilar)

Von der Zerrissenheit eines Mannes und seines Heimatlandes erzählt José María Arguedas' letzter Roman. Eindrücklich und sprachmächtig beweist „Der Fuchs von oben und der Fuchs von unten“ erneut, dass zu wenig aus dem Werk des 1969 verstorbenen Peruaners ins Deutsche übersetzt wurde.

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Tor Ulven: „Ablösung“Bewusstseinszustände, abschattiert

Auch im Sommer liegt in der Finnmark, im Norden Norwegens, noch Schnee auf den Wiesen und Bächen. (Ingrid Norbu)

Der früh aus dem Leben geschiedene norwegische Autor Tor Ulven hat dem Leid in seinen Erzählungen und Essays eine faszinierende Form gegeben. Auch sein einziger Roman „Ablösung“ spielt in verschiedenen, mal heller, mal dunkler illuminierten Szenen die Ängste und die Einsamkeit seiner Figuren durch.

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Margaret Mitchell neu übersetztVom Wind verweht, von der Welt verkannt

Die US-amerikanische Schriftstellerin Margaret Mitchell an ihrem Schreibtisch, aufgenommen im April 1936, einen Monat vor der Veröffentlichung ihres Romans "Vom Winde verweht", der ihr zu Weltruhm verhalf. (Foto: picture-alliance / dpa / dpa handout daimler benz)

Die tragische Liebesgeschichte zwischen Rhett Butler und Scarlett O'Hara ist weltbekannt, kursiert in Deutschland aber seit 1937 in fragwürdiger und unvollständiger Übersetzung. Andreas Nohl und Liat Himmelheber schreiben den Klassiker neu. Auch eine Diskussion inhärenter Rassismen ist überfällig.

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"Italienische Reise"Mit Goethe durch das Jahr 2019

Buchcover "Italienische Reise" von Johann Wolfgang von Goethe (Buchcover Manesse Verlag)

Die letzte Büchermarkt-Sendung des Jahres 2019 ist unserem "Nationaldichter" gewidmet, dem Geheimrat, Naturwissenschaftler, dem bürgerlichen Autor der steht für "Die Leiden des jungen Werther", den ewig fragenden "Faust" und für seine "Italienische Reise".

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Theodor Fontane und die Frauen Alle haben sie einen Knacks

Der Schriftsteller Theodor Fontane und seine Ehefrau Emilie (Fotos: picture-alliance / dpa)

Effi Briest, Jenny Treibel und Mathilde Möhring: Die Frauengestalten in Theodor Fontanes Romanen sind unvergesslich. Sein 200. Geburtstag ist ein guter Anlass, sich diese Heldinnen nochmals genauer anzuschauen – und zu prüfen, wie es der große Realist eigentlich privat mit den Frauen hielt.

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Sonderband text + kritik: "Theodor Fontane""Fontane beobachtete genau, wie Menschen bös' zueinander sind"

Peer Trilcke - Colloquium die Zukunft der Dichtung, 16. Poesiefestival Berlin Peer Trilcke- Colloquium die Zukunft der Dichtung, 16. Poesiefestival Berlin Peer Colloquium the Future the Seal 16 Poetry Festival Berlin Peer Colloquium the Future the Seal 16 Poetry Festival Berlin (imago stock&people)

Seine frühen Bücher haben noch den langen Atem des 19. Jahrhunderts. Im Alter aber sei Fontane als Autor formal und inhaltlich immer experimenteller geworden, sagte Professor Peer Trilcke im Dlf. Dass Fontane als Mann die Nöte damaliger Frauen nachspürbar schilderte, wertet er als Pionierleistung.

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Bücher über Theodor FontaneAuf der Schwelle der Moderne

"Bildnis Theodor Fontane" (1896) von Hanns Fechner.  (dpa / picture-alliance / akg)

Theodor Fontanes 200. Geburtstag am 30. Dezember wird seit einem Jahr groß gefeiert. Und natürlich sind auch eine ganze Menge Neuausgaben herausgekommen - und auch Bücher über ihn erschienen. Drei werden hier vorgestellt.

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KritikergesprächVon Abstürzen und Höhenflügen

David Wagner (r.) und Sibylle Lewitscharoff (l.) (Foto Wagner: Deutschlandradio/Jelina Berzkalns, Foto Lewitscharoff: dpa/Uwe Zucchi)

Aus Krankheit, Tod und Übermut - das ist der Stoff für Literatur. Vorgestellt werden im Kritikergespräch die skurrile Poesie des demenzkranken Vaters und das Lamento des toten Überfliegers in den neuen Büchern von David Wagner ("Der vergessliche Riese") und Sibylle Lewitscharoff ("Von Oben").

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Festessen in der LiteraturSchlaraffische Lektüren

Ein festlich gedeckter Tisch zu Weihnachten (imago / chromorange)

Für religiöse Festtage sind besondere Speisen und ausufernde Mahlzeiten vorgesehen - auch in der Literatur. Hier verstecken sich in Essen und Essgewohnheiten oft Hinweise auf Charaktere und Strukturen. Eine kurze Kulturgeschichte der Völlerei von Hänsel und Gretel bis Hanno Buddenbrook.

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Peter Stamm: "Marcia aus Vermont"Ein Kind ward geboren

Der Schriftststeller Peter Stamm und sein Roman "Maria aus Vermont. Eine Weihnachtsgeschichte" (Cover Sauerländer / Fischer Verlag Autorenportrait (c) Peter MinjolleLunax)

Eine Weihnachtsgeschichte, im Sound von Paul Auster, melancholisch wie ein verschneites Dorf bei Nacht – das ist Peter Stamms aktuelle Veröffentlichung, die aus zahlreichen Gründen imponiert. Der Autor liest daraus am 1. Weihnachtstag ab 16:05 Uhr im Deutschlandfunk.

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John Burnside: "I put a spell on you"Glamourie ist gleich Magie

Der schottische Schriftsteller John Burnside 2015 in Köln (dpa / picture alliance / Horst Galuschka)

In seinem jüngsten Buch "I put a spell on you" wehrt sich der schottische Autor John Burnside gegen das Konzept der ewigen Liebe: "Wir sollten miteinander verhandeln dürfen", sagt er im Dlf. Er spricht auch über sein Leben und Schreiben, über Drogen, Rollenbilder und den Brexit.

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Safranski: "Hölderlin. Komm! Ins Offene, Freund!" Das Vermächtnis des Fremden

Rüdiger Safranski sitzt bei einer Lesung an einem Tisch und schreibt in ein Buch. (imago images/Gerhard Leber)

Wahnsinn, Revolution, Idealismus - Hölderlin ist uns fremd geworden. Was aber bleibt von seinem Vermächtnis im 21. Jahrhundert? Das fragt Rüdiger Safranski in seiner klaren, klassischen Biografie.

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Jorge Comensal: "Verwandlungen"Ein Mann und sein Vogel

Buchcover: Jorge Comensal: „Verwandlungen“ (Buchcover: Rowohlt Verlag, Foto: picture alliance/dpa/Jens Kalaene)

Ein erfolgreicher Anwalt erkrankt an Zungenkrebs und verliert seine Sprache. Seine einzige Ausdrucksform fortan: ein räudiger sprechender Papagei vom Straßenmarkt. Jorge Comensal erzählt Ramóns Krankheitsgeschichte als Groteske und landete in Mexiko damit einen Überraschungserfolg.

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Fran Ross „Oreo“Schwarz und weiß ergibt bunt

Buchcover: Fran Ross: „Oreo“ (Buchcover: dtv)

Ob Klasse, Rasse, Geschlecht oder Religion: Das Kultbuch der zu Unrecht vergessenen amerikanisch-jüdische Autorin Frances Dolores Ross verwirbelt alle Stereotype. Auch ihre Sprache ist voller Spiele, Lautmalereien und Wortfindungsreichtum. Pieke Biermann hat sie grandios ins Deutsche übersetzt.

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Bastienne Voss: "Grünauge sieht dich"Ideologie vs. Bauchgefühl

Die Schauspielerin und Schriftstellerin Bastienne Voss (Picus Verlag/ Laura Kuckartz)

Etliche DDR-Fluchtgeschichten sind anlässlich des 30. Mauerfall-Jubiläums erzählt worden - keine klingt wie die von Iris Landowski. Über sie schreibt die Autorin und Schauspielerin Bastienne Voss einen spannungsreichen Wenderoman, in dem niemand nur Täter oder Opfer ist.

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Ernst Dronke: "Berlin"Die Lage der arbeitenden Klasse im 19. Jahrhundert und heute

Buchcover: Ernst Dronke: „Berlin“ und historische Aufnahme Berlin Kurfürstendamm (Hintergrund: imago/Arkivi, Buchcover: Verlag Die Andere Bibliothek)

Ernst Dronkes historische Reportage "Berlin" ist weit mehr als ein urbanes Sittenbild der Hauptstadt im 19. Jahrhundert. Sein Text ist eine scharfe Anklage gegen den preußischen Staat und dessen Unterdrückungssystem. Wegen Der Veröffentlichung wurde Dronke zu zwei Jahren Haft verurteilt.

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Philipp Tingler: "Rate, wer zum Essen bleibt"Ein Dinnerroman im Off

(Nathan Beck)

In "Rate, wer zum Essen bleibt" versucht eine Soziologin, die erlahmte Karriere zu retten: Sie lädt ihre Arbeit- und Geldgeber zum Essen ein. Romanautor Philipp Tingler legt eine diagnostische Gesellschaftskomödie vor - die sich im Hamsterrad des Humors leerläuft.

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James Wood: "Upstate"Eine Woche Familienaufstellung

In einer Praxis für integrative Lerntherapie stehen mehrere Holzmännchen für eine Familienaufstellung auf einem Tisch (imago images / JOKER / Petra Steuer)

Ein Vater macht sich auf den Weg von England nach Amerika und verbringt Zeit mit seinen zwei erwachsenen Töchtern, stellt sich der Familiendynamik. Der Literaturkritiker James Wood umkreist in seinem Roman "Upstate" die Themen Vertrautheit, Fremdheit und Verlust in der Familie.

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Die Buchredaktion empfiehlt WeihnachtsgeschenkeAber bitte mit Schuber, Leseband und Goldschnitt

Buchcover der Weihnachtsempfehlungen aus der Buchredaktion (Buchcover Zauberfeder, Reprodukt, Carl Hanser, Das Kulturelle Gedächtnis,wbg, Klaus Wagenbach, CH. Beck / Deutschlandradio, Jelina Berzkalns)

Einmal im Jahr halten alle Moderatoren des Büchermarkts Ausschau nach den schönen Büchern: schön zum Anschauen, schön zum Anfassen, zum Umblättern, zum Verschenken. Hier die sieben Tipps für ein wunderbares Weihnachtsgeschenk.

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Paul Nizon: "Canto"Literarisches Action Painting

Das Foto zeigt den Schweizer Kunsthistoriker und Schriftsteller Paul Nizon auf der Lit.Cologne 2018. (dpa / picture alliance / Horst Galuschka)

Der Schweizer Schriftsteller Paul Nizon wird am 19. Dezember 90 Jahre alt. 1963 gelang ihm mit dem Prosaband "Canto" der Durchbruch. In seinem vielfach ausgezeichneten Werk kreist er meist um sich selbst, seine Erfahrungen, Leidenschaften und Ängste – was ihm den Vorwurf der Egomanie einbrachte.

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Sophie Calle: "Das Adressbuch"Voyeurismus oder Kunst?

Die Foto-Künstlerin Sophie Calle steht am 28.6.2002 in ihrer Fotoaustellung im Sprengel Museum in Hannover.  (picture-alliance / dpa / Rainer Jensen)

Sophie Calle, eine der berühmtesten französischen Konzeptkünstlerinnen, stellte in aller Welt aus. Ihre Themen: Liebe, Tod, Verlassenheit. Nun hat Suhrkamp eine umstrittene Arbeit aus ihren Anfängen publiziert - mit einem Skandal, der die Künstlerin über Nacht berühmt machte.

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Goethe und FriederikeDer selbstverliebte Dichter und das Landmädchen

Historischer Stahlstich von Ferdinand Rothbart, 1823 - 1899, ein deutscher Illustrator, Friederike Elisabeth Brion und Goethe als junges Paar (imago stock&people)

Ein Glücksfall für die Literatur, doch fatal für die Frau: Seine Liebschaft mit der Pfarrerstochter Friederike von Brion inspirierten Goethe zu einigen seiner schönsten Gedichte. Theo Stemmler erzählt auf neue Weise vom liebenden - und selbstverliebten Dichterfürsten.

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Polit-Satire von Ian McEwanEine Kakerlake macht Brexit

Buchcover Ian McEwan: "Die Kakerlake"  (Buchcover Diogenes Verlag / Hintergrund imago / Manngold)

Literatur ist immer auch ein Spiegel ihrer Gegenwart. In Romanen werden politische Umbrüche fiktionalisiert und reflektiert, so auch in Ian McEwans Polit-Satire „Die Kakerlake“. Die Sprache, die McEwan dazu wählt, trage jedoch mit zur Verrohung des öffentlichen Diskurses bei, kritisiert Tanya Lieske.

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Danilo Kiš: "Psalm 44"Flucht und Rettung aus Auschwitz

Buchcover: Danilo Kiš: „Psalm 44“ (Foto: picture alliance/dpa/Fritz Schuhmann, Buchcover: Hanser Verlag)

Es heißt, Danilo Kiš sei für den Literatur-Nobelpreis gehandelt worden, nur sein früher Tod, 1989, mit nur 54 Jahren, habe die Ehrung durchkreuzt. Fest steht jedoch, dass Danilo Kiš zu den großen europäischen Autoren des 20. Jahrhundert zählt. Sein Thema: Die Katastrophen des 20. Jahrhunderts.

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"Dshan" und "Die glückliche Moskwa"Utopische Träume von Andrej Platonow

Andrej Platonow und die Bücher „Die glückliche Moskwa“ und „Dshan oder Die erste sozialistische Tragödie“ (Foto: picture alliance/dpa/Novosti, Buchcover 1.: Suhrkamp Verlag, 2.: Quintus Verlag)

In der UdSSR konnten Andrej Platonows Hauptwerke erst während der Perestroika erscheinen. Da waren Bücher wie "Dshan" und "Die glückliche Moskwa" schon 50 Jahre alt und ihr Autor lange tot. Heute gilt er bei uns als visionärer Klassiker des 20.Jahrhunderts und als früher Denker des Ökosozialismus.

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Meg Wolitzer: "Die Zehnjahrespause"Das Gefühlsleben von Muttertieren

Die Schriftstellerin Meg Wolitzer und ihr Buch „Die Zehnjahrespause“ (Buchcover: DuMont Verlag / Foto: Nina Subin)

Meg Wolitzer schreibt für Frauen über Frauen, und doch wollen ihre Romane nie explizit „Frauenliteratur“ sein. In einem ihrer frühen Romane hat sie sich mit den verschiedenen Formen des Mutterseins beschäftigt. „Die Zehnjahrespause“ zielt auf den Karrierebruch und die damit verbundene Lebenskrise.

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Debatte um Peter HandkeDer Literaturnobelpreis war nur ein Zwischenspiel

Peter Handke (links) bekommt den Nobelpreis vom schwedischen König Carl Gustaf überreicht. (www.imago-images.de)

Nach dem Nobelpreis-Bankett mit fröhlichem Toast ist alles vorbei? Mitnichten, meint Dlf-Literaturredakteur Hubert Winkels. Peter Handke verkörpere ein Problem, das die Literatur mit einer ihr fremd gewordenen Welt habe - zumindest die europäisch geprägte, wie wir sie kennen.

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Lucia Berlin: „Abend im Paradies“Hunger auf Leben

Zu sehen ist Lucia Berlin und das Cover ihres Buches "Welcome Home. Erinnerungen, Bilder und Briefe". (Autroin: 2015 Literary Estate of Lucia Berlin LP/ Cover: Kampa Verlag)

Lauras Mutter trinkt und nimmt eines Tages zu viele Tabletten. Die Ehe von Maya mit dem Musiker Paul steht auf der Kippe. Lucia Berlins Geschichten erzählen von Alkohol, Heroin, Geldnot, aber auch von der Lust am Leben. Ein weiterer grandioser Erzählband der lange vergessenen Meisterin der Short Story.

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Christoph Poschenrieder: "Der unsichtbare Roman"Der Yogi vom Starnberger See

(Daniela Agostini / Diogenes Verlag )

Im letzten Kriegsjahr 1917 bekommt der Bestsellerautor Gustav Meyrink ein unmoralisches Angebot: Er soll einen Propaganda-Roman schreiben, in dem die Freimaurer die Kriegsschuld tragen. Der große Stilist Christoph Poschenrieder macht aus dieser wahren Anekdote einen amüsanten Roman über das Romanschreiben

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Etel Adnan: "Sturm ohne Wind"Blick auf eine hellwache und empfindsame Frau

Etel Adnan und ihr Buch „Sturm ohne Wind“ (Foto: Staatstheater Karlsruge/ Felix Grünschloß, Buchcover: Edition Nautilus)

Dichterin, Malerin, Essayistin: Mit 94 Jahren blickt Etel Adnan auf ein vielgestaltiges Werk zurück. In der Anthologie "Sturm ohne Wind" sind sämtliche Facetten der in Beirut geborenen Autorin zu entdecken. Erst mit 60 Jahren wurde Adnan auch einem deutschen Publikum bekannt.

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