Büchermarkt 

"dekoder: Russland entschlüsseln""Die Luft wird dünner"

Eine Ausgabe der "Prawda" (Ulf Mauder / dpa)

Ist Russland ein Rätsel oder wissen wir nur viel zu wenig über das große Land am östlichen Rand Europas? Die preisgekrönte Internetplattform dekoder übersetzt seit 2015 Texte unabhängiger russischer Journalisten und kommt zu erstaunlichen Ergebnissen. Ein Sammelband präsentiert die wichtigsten Texte.

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Kjell Askildsen: Das GesamtwerkTristesse auf Norwegisch

Buchcover: Kjell Askildsen: „Das Gesamtwerk“ (Buchcover: Luchterhand Literaturverlag)

Kjell Askildsen, Jahrgang 1929, hat sich neben einigen schmalen Romanen vor allem als Meister der kurzen Erzählform hervorgetan. Das Gesamtwerk des Norwegers ist nun im Luchterhand Verlag erschienen. Zu entdecken ist ein Autor, der die Abgründe des Zusammenlebens im zwischenmenschlichen Alltag auslotet.

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Saskia Vogel: "Permission"Sexualität abseits von Klischees

Die Schriftstellerin Saskia Vogel (Secession Verlag / Fette Sans)

Sexuelle Autonomie des Einzelnen hängt vor allem von der Überwindung hierarchischer Strukturen ab, zeigt Saskia Vogels Debütroman. Ausgerechnet die BDSM-Szene von Los Angeles dient als Sinnbild für eine Erotik, die auf Respekt und Einverständnis beruht und die traditionelle Hierarchien überwindet.

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Valerie Fritsch: "Herzklappen von Johnson & Johnson"Phantomschmerzen eines vererbten Kriegstraumas

Mehrere Menschen formen mit ihren Handflächen eine größere Fläche, auf das Herz gemalt ist. (Tim Marshal/Unsplas)

Über vier Generationen hinweg beschreibt die junge österreichische Autorin und Fotokünstlerin Valerie Fritsch das Kriegstrauma eines jungen Soldaten. Erst der Körper seines Urenkels immunisiert sich gegen den Schmerz. Zwischen Illusion und Künstlichkeit schillert diese opulent bebilderte Prosa.

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Zum Tod von Ror WolfKatastrophe und Alltag

Der Schriftsteller Ror Wolf sitzt am Dienstag (26.02.2008) in seiner Wohnung in Mainz vor einem Bücherregal auf einem Sofa. (picture alliance / dpa / Uwe Anspach)

Er galt als wichtige Stimme der deutschen Gegenwartsliteratur. In Romanen, Gedichten, Bild-Collagen und Hörspielen sezierte Ror Wolf mit großer Sprachgewalt die Wirklichkeit. Mit der Montage von Fußball-Hörstücken wurde er bekannt. Am Montagabend starb Wolf nach längerer schwerer Krankheit im Alter von 87 Jahren in Mainz. Ein Nachruf.

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Das Evangelium der AaleBeinahe ausgerottet

Der schwedische Autor Patrick Svensson und seine Erzählung "Das Evangelium der Aale" (Buchcover Hanser Verlag / Autorenportrait Emil Malmborg)

Unerforschbar und vom Aussterben bedroht: Patrik Svensson hat eine höchst anschauliche Kulturgeschichte des Aals geschrieben. Er porträtiert ein Wesen, das über Jahrhunderte immer wieder Mythen produziert hat.

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Jens Bisky: "Berlin. Biographie einer großen Stadt"Babylon und Parvenüpolis

Zu sehen sind die Spree, das Nikolaiviertel mit Nikolaikirche, der Alexanderplatz mit Fernsehturm, Rotes Rathaus und das Park Inn Hotel in der Abenddämmerung. (picture alliance / Robert Schlesinger)

Jens Bisky erzählt, wie Berlin aus dem märkischen Sand zur Großstadt emporwuchs, expandierte, zerstört wurde, wieder auferstand und sich heute als einer der beliebtesten Orte Europas behauptet. Für ihn ist Berlin der Ort politischer Dramen, gesellschaftlicher Reformen und technischer Innovationen.

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Aris Fioretos: "Nelly B.s Herz"Vom Fliegen und Lieben

Aris Fioretos zu Gast im Funkhaus von Deutschlandradio Kultur 2015. (Deutschlandradio - Andreas Buron)

Nelly B. ist eine Himmelstürmerin. Als Fliegerin gibt sie sich dem Geschwindigkeitsrausch hin, entdeckt im Berlin der 20er-Jahre aber auch die irdischen Höhenflüge der Liebe. Aris Fioretos hat seine Romanfigur nach dem Vorbild der Flugpionierin Melli Beese entworfen, aber auch vieles dazu erfunden.

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Bov Bjerg: "Serpentinen"Bloß kein Scheißvater werden

Bov Bjerg (ORF / ORF-K / Johannes Puch)

Ein Vater kehrt mit seinem kleinen Sohn in sein altes, schwäbisches Heimatdorf zurück. Alle Männer aus seiner Familie haben sich umgebracht, auch sein Vater. Kein Wunder, dass auch den Erzähler Selbstmordgedanken umtreiben. Kann er überhaupt ein guter Vater sein, geplagt von solchen Dämonen?

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Yannick Haenel: "Halt deine Krone fest"Hommage an das Kino

Der Schriftsteller Yannick Haenel auf der Frankfurter Buchmesse 2014 (dpa-Zentralbild / Arno Burgi)

Das neue Buch des französischen Autors Yannick Haenel ist ein zwischen New York und Paris oszillierender Abenteuer- und Künstlerroman. Im Mittelpunkt steht der 49-jährige Drehbuchautor Jean, der sich in einer cineastischen Traumwelt verliert. Ein Paris-Roman als rauschhafte Kaskade von Ereignissen.

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Josef Haslinger: "Mein Fall"Missbraucht als Klosterschüler

Der Schriftsteller Josef Haslinger (imago stock&people / IPON)

Erst Jahrzehnte später war der heute 64-jährige Schriftsteller Josef Haslinger in der Lage, das was ihm als Sängerknabe in einem katholischen Klosterinternat angetan wurde, niederzuschreiben. Sein Buch ist eine aufwühlende Auseinandersetzung mit sexuellen Gewaltakten, die den Autor bis heute umtreiben.

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Marion Messina: "Fehlstart"Liebe im Mindestlohn-Sektor

Sieben Wischmopps lehnen an einer roten Wand. (Unsplash / Pan Xiaozhen)

Für Träume bleibt im turbulenten Debütroman "Fehlstart" kein Raum. Marion Messina beschreibt das Erwachsenwerden aus der Sicht einer Arbeitertochter. Erst entdeckt sie an der Uni mit einem kolumbianischen Studenten die horizontalen Freuden. Doch die Ernüchterung folgt kurz darauf.

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Abubakar Adam Ibrahim: "Wo wir stolpern und wo wir fallen"Liebe in Zeiten des Aufruhrs

Der nigerianische Schriftsteller und Journalist Abubakar Adam Ibrahim (imago stock&people / Vishal Bhatnagar)

Politische Journalisten schreiben eher selten erfolgreiche Liebesromane. Dem Nigerianer Abubakar Adam Ibrahim ist mit seinem literarischen Debüt eine Ausnahme gelungen, die – vermeintlich verbotene – Gefühle und gesellschaftliche Missstände zu einem Kunstwerk verwebt.

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Politische EssaysStefan Zweigs Wandlung zum Pazifisten

Der Schriftsteller Stefan Zweig (Sonderzahl Verlag)

Stefan Zweig war einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Schriftsteller im Exil, galt aber bislang als unpolitischer Autor und Zauderer. Ein neuer Essayband mit weitgehend unbekannten Texten differenziert dieses Bild - und zeigt ihn als Pazifisten und überzeugten Europäer.

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Eva Sichelschmidt: "Bis wieder einer weint"Niedergang eines Mannes, Tragödie einer Familie

Ein Mann mit Mantel und Hut steht auf der Leipziger Messe vor Werbetafeln, 1957. (picture alliance / Heinz Krimmer)

In ihrem zweiten Roman "Bis wieder einer weint" erzählt Eva Sichelschmidt den Aufstieg und Fall einer Familie von der Adenauerzeit bis in die späten 1980er Jahre. Dabei verschwinden die Figuren teilweise hinter akribisch gezeichneter Alltagskultur. Ein ambitioniertes, nicht immer gelungenes Buch.

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Kübra Gümüşay: „Sprache und Sein“ Von den Stereotypen im Museum der Sprache

Die Journalistin Kübra Gümüsay in der ZDF-Talkshow maybrit illner am 03.12.2015 in Berlin. (imago / Müller-Stauffenberg)

Die Journalistin und Bloggerin Kübra Gümüşay ist schon lange im Netz und in Diskussionen präsent. Nun hat sie ihr erstes Buch geschrieben und plädiert für eine Sprache, die Menschen individuelle Vielfalt und Vielschichtigkeit zugesteht - und sie nicht auf ethnische oder religiöse Kategorien reduziert.

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Anna Maria Ortese: „Neapel liegt nicht am Meer“Neapolitanische Eingeweideschau

Blick auf Neapel mit dem Vesuv im Hintergrund im Regen. (imago / Paolo Manzo)

Eine große Außenseiterin der italienischen Literatur ist wiederzuentdecken. Anna Maria Orteses neapolitanische Erzählungen und Reportagen, von Elena Ferrante zum Vorbild erklärt, sind neu übersetzt worden. Die Texte gehören zu den großartigsten Zeugnissen italienischer Kultur im vergangenen Jahrhundert.

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Rudolf Rach: "Alles war möglich"Nur nach vorne schauen

(Max Ratjen)

Thomas Bernhard und Pina Bausch waren überaus geschäftstüchtig, Samuel Beckett hellwach und empfindsam - Rudolf Rach erzählt aus seinem Leben als Theatermann und Verleger. Alles beginnt mit einer Kindheit im Köln der Nachkriegszeit und einer unstillbaren Sucht nach Neuem.

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Erzählungen von Alban Nikolai Herbst1.200 Seiten Herbst

Der Schriftsteller Alban Nikolai Herbst (Septime Verlag / Shasharad Lowan)

Bitte hier einsteigen: Wer einen Eindruck vom knapp fünfzigjährigen Schaffen Alban Nikolai Herbsts gewinnen möchte, ist mit seinen gesammelten Erzählungen gut beraten. Eine mäandernde und eigenwillige Literatur lässt sich in all ihren Facetten entdecken.

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Wissenschaftsgeschichte von Carlo RovelliFragwürdiger Zuspruch für den Zweifel

Ein Porträt des Physikers Carlo Rovelli. (picture alliance / Leemage)

Den frühgriechischen Philosophen Anaximander macht der Physiker Carlo Rovelli in seinem neuen Buch zum Vater der Wissenschaft. Doch das Plädoyer für Nichtwissen und Zweifel arbeitet mit halbseidenen Mitteln. Die klar und spannend formulierte Argumentation Rovellis basiert auf dünner Quellenlage.

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Zwischenbuchhandel"In Bezug auf die Logistik sind wir alle in Bedrängnis"

Mitarbeiter in einem Teilmengenentnahmelager - Logistikzentrum (imago stock&people/ imagebroker)

Zwischenbuchändler liefern Bücher über Nacht. Doch ihre Logistik ist ökonomisch wie ökologisch unrentabel. Das Klimapaket werde die drei deutschen Akteure in Bedrängnis bringen - letztlich könne es nur mit einer Kooperation der drei Konkurrenten gehen, sagte Umbreit-Vertriebschefin Solvey Munk im Dlf.

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LyrikgesprächDichtung aus Ungarn

Buchcover (v.l.n.r.): Szilárd Borbély: „Berlin Hamlet“, István Kemény: „Ich übergebe das Zeitalter", Kalász/Holland (Hrsg.): „Dies wird die Hypnose des Jahrhunderts" ((v.l.n.r.) Suhrkamp Verlag, Verlag Reinecke & Voß, KLAK Verlag)

Die Lyrik war einmal die bedeutendste Literaturgattung in Ungarn. Gilt das immer noch? Drei Gedichtbände stellen sich der Qualitätskontrolle und entwerfen das vielstimmige Porträt einer ernsthaften, politisch denkenden und sehr persönlichen Gegenwartsdichtung.

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Zum Tod des Philosophen George SteinerEin souveräner und streitbarer Geist

George Steiner (picture alliance / Effigie / Leemage)

George Steiners Denkstil war eine aparte Mischung aus kontinentaleuropäischer Metaphysik und englisch-analytischer Skepsis. Er war kein textfrommer Philologe, vielmehr nahm er sich die Freiheit eines souveränen Geistes. Am Montag starb der große Philosoph und Meister des Lesens im Alter von 90 Jahren.

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Provinzposse von Thomas BrussigZwei jugendliche Waschbären

Porträt von Thomas Brussig in grau-blauem Rollkragenpullover vor grünem Hintergrund. (Kathrin Brussig)

In "Die Verwandelten" von Thomas Brussig werden zwei Jugendliche aus Mecklenburg zu Waschbären. Statt einer phantastischen Fabel oder solider Unterhaltung ist der Roman leider nur eine entwicklungsarme Posse aus der Provinz.

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Zum 150. Geburtstag von Annette KolbGrande Dame und "Landesverräterin"

Die deutsche Schriftstellerin Annette Kolb. Undatierte Aufnahme aus den 1950er Jahren. Foto: dpa | Verwendung weltweit (picture-alliance / dpa)

Annette Kolb war während der Weimarer Republik eine bekannte Autorin, die für Frieden und die deutsch-französische Völkerfreundschaft kämpfte. Mit Machtantritt der Nationalsozialisten sank ihr Stern. Kolb musste fliehen und kehrte erst spät nach Deutschland zurück. Jetzt liegt eine Briefausgabe vor.

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Von Goethe inspirierter, neuer Divan Lyrischer Dialog zwischen Ost und West

Buchcover: Hg.: Barbara Schwepcke, Bill Swainson: "Ein neuer Divan - Ein lyrischer Dialog zwischen Ost und West" (imago stock&people / Suhrkamp Verlag)

Wo die politische Sprache Konfrontationen setzt, schafft die poetische Sprache Verständnis füreinander. Goethe wollte mit seinem „West-östlichen Divan“ Annäherung zwischen Orient und Okzident befördern. Junge Lyriker wandeln auf seinen Spuren.

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Daniel Keita-Ruel: „Zweite Chance“Öde Schönmalerei

Daniel Keita-Ruel klatscht mit Fans ab (www.imago-images.de/ imago images / Zink)

In seiner Autobiografie erzählt der Fußballprofi Daniel Keita-Ruel von seinem Weg in die Kriminalität. Das Gefängnis gab ihm neue Motivation. Doch entlarvt sich seine selbstreflexionsarme Erzählung nach überraschend lesenswertem Beginn als sprachlich schnöde und klischeeüberladene Schönmalerei.

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Maggie Nelson: "Die roten Stellen"Schamloses Schauen

Buchcover: Maggie Nelson: „Die roten Stellen. Autobiographie eines Prozesses“ (Buchcover: Hanser Berlin Verlag, Hintergrundfoto: Unsplash / David von Diemar)

Im Gerichtssaal kommen die intimsten Details eines Mordopfers ans Licht. Maggie Nelson erlebt diesen grausamen Prozess als Angehörige, denn ermordet wurde ihre Tante Jane. Keine reißerische True Crime Story, sondern ein melancholischer Essay ist so entstanden, sagte Übersetzer Jan Wilm im Dlf.

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Nele Pollatschek: "Dear Oxbridge"Bildungselite hat den Schlüssel zur Macht in Großbritannien

Die Autorin Nele Pollatschek steht in dunkelblauer Bluse und schwarzem Blazer vor einer rötlichen Wand (picture alliance / ROPI/Anna Weise)

Die Anglistin Nele Pollatschek hat viele Jahre lang in Oxford und in Cambridge studiert. In ihrem neuen Buch blickt sie hinter die geschlossenen Türen der britischen Elite-Universitäten und zeigt, wie jene privilegierte Politikerklasse geformt wurde, die jetzt den Brexit verantwortet.

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Ottessa Moshfegh: "Heimweh nach einer anderen Welt"Das andere, hässliche Amerika

Die Schriftstellerin Ottessa Moshfegh (imago-images / Beowulf Sheehan)

Ottessa Moshfegh erzählt in ihren Short Storys davon, was für viele US-Bürger heute vom amerikanischen Traum übriggeblieben ist - ein Albtraum voller Ängste, Süchte und Selbsthass. Stur aber verleugnen die "Verlierer" oft ihr Scheitern. Das verleiht diesen grandiosen Erzählungen eine schwarze Komik.

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Tommy Orange: „Dort dort“Der lange Schatten der Toten

Buchcover: Tommy Orange: „Dort dort“ (Buchcover: Hanser Berlin Verlag, Foto:Oranus Mahmoodi /Holger Meyer)

Wie die Nachfahren der nordamerikanischen Ureinwohner heute leben, war in der US-Literatur lange kein Thema. Tommy Orange, der 1982 geborene Sohn eines Cheyenne, zeigt in seinem preisgekrönten Roman: Der Völkermord an den sogenannten Indianern ist für viele Native Americans immer noch präsent.

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Frank. O. Rudkoffsky: "Fake"Der Troll-Roman

Der Schriftsteller Frank Rudkoffsky und sein Roman "Fake" (Buchcover Coland & Quist verlag / Autorenportrait (c) Ronny Schönebaum)

Frank O. Rudkoffsky verbringt selbst einen Großteil seines literarischen Lebens im Netz. Über das und vor allem das perfide Spiel mit fiktiven Identitäten in den vermeintlich sozialen Netzwerken handelt sein neuer Roman.

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Philipp Stadelmaier: "Queen July"Liebe im Zeitalter der "Anywheres"

Philipp Stadelmaier erfindet in seinem Roman eine außergewöhnliche Sprache: " unverstellt, voller Aussparungen, überflüssiger Einsprengsel, rhythmischer Wechsel, dafür aber eindringlich und plastisch." (Anna Siehs)

Philipp Stadelmaier erzählt in seinem Roman "Queen July" von zwei jungen, dunkelhäutigen Frauen, mit afrikanischen Wurzeln, die international Karriere machen. Jetzt treffen sie sich in ihrer Heimatstadt Paris und erzählen einander: von der Arbeit, Liebe und dem Leben.

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Christoph Heubner: "Ich sehe Hunde, die an der Leine reißen"Erinnerung als Verpflichtung

Der Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees, Christoph Heubner. (dpa/Jens Büttner)

Seit über vier Jahrzehnten sammelt Christoph Heubner die Berichte von Holocaust-Opfern, um sie hineinzutragen in die Literatur und in die Zukunft, wie er sagt. Jetzt hat der Vizepräsident des Internationalen Auschwitzkomitees selbst ein literarisches Werk vorgelegt - drei fiktive und doch wahre Geschichten.

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Eddy de Wind: "Ich blieb in Auschwitz"Erinnerungen als bleierne Bürde

Sonnenaufgang im Morgennebel vor den halb offenen Drahttoren des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau in Oswiecim, Polen.  (Getty Images / Staff / Christopher Furlong)

Der niederländisch-jüdische Arzt Eddy de Wind kam 1943 in das Konzentrationslager Auschwitz. Am Tag der Befreiung gehörte er zu den wenigen Überlebenden. Zwischen Januar und Juli 1945 schrieb de Wind nieder, was ihm und anderen angetan wurde. Seine persönliche Chronik ist ein kostbares Zeitdokument.

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Ali Smith: „Herbst“Der Brexit, die Zeit und die Liebe zur Kunst

Buchcover: Ali Smith: „Herbst“ (Buchcover: Luchterhand Verlag, Hintergrund: Gerda Bergs)

Daniel hat einst die Liebe zur Kunst in der kleinen Elisabeth geweckt. Jetzt ist er ein Jahrhundert alt, sie ist dreißig, und das ganze Land ist verrückt geworden. Die Autorin Ali Smith erzählt in „Herbst“ vom Brexit und dem Hass in Großbritannien, aber auch von der Schönheit und ihrem Überdauern.

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Zum Tod von Gudrun PausewangErziehung zur Mündigkeit

Die Autorin Gudrun Pausewang lächelt am 13.10.2017 bei der Verleihung des Deutschen Jugendliteraturpreises 2017 auf der Buchmesse in Frankfurt am Main (Hessen). Die politisch engagierte 89-Jährige erhielt den Sonderpreis für ihr Gesamtwerk. (zu dpa "Jugendliteraturpreis vergeben - Sonderpreis für Gudrun Pausewang" vom 13.10.2017) Foto: Arne Dedert/dpa | Verwendung weltweit (dpa)

Egal, ob sie für Kinder oder Erwachsene schrieb, Gudrun Pausewang griff in ihren Büchern immer wieder politische Themen auf. Für die Tochter überzeugter Nationalsozialisten wurde die Beschäftigung mit der NS-Ideologie, mit Krieg und Flucht, aber auch mit Umweltzerstörung und Atomkraft zentral.

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Ernst Jünger – Joseph Wulf: Der Briefwechsel Im Licht des Humanismus

Buchcover: „Ernst Jünger – Joseph Wulf. Der Briefwechsel 1962 – 1974“, herausgegeben von Anja Keith und Detlev Schöttker (Foto: imago Panthermedia Vimax, Buchcover: Klostermann Verlag)

Der deutsche Schriftsteller Ernst Jünger ist bis heute umstritten. Vielen gilt er als Wegbereiter des Nationalsozialismus. Der jüdischer Historiker Joseph Wulf hielt ihn dagegen für einen Humanisten. Der gut kommentierte Briefwechsel zwischen Wulf und Jünger dokumentiert eine ungewöhnliche Beziehung.

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Neues Buch von Daniel-Pascal ZornSchillernde Gewalt

(Deutschlandradio / David Kohlruss)

Gewalt versteckt sich, macht ein Geheimnis aus sich und scheint trotzdem omnipräsent. In "Das Geheimnis der Gewalt" nähert sich Daniel-Pascal Zorn dem facettenreichen Thema. Sein philosophischer Essayband glänzt besonders durch seinen literarischen Charakter.

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Madame Nielsen: „Das Monster“Wildes Spiel mit postmodernen Diskursen

Die Performerin, Schauspielerin und Autorin Madame Nielsen bei der Aufzeichnung der WDR-Talkshow "Kölner Treff" (Geisler-Fotopress)

In ihrem neuen Roman „Das Monster“ treibt die Performancekünstlerin Madame Nielsen ein wildes Spiel mit postmodernen Diskursen. Ein junger Europäer gerät in die New Yorker Theaterszene und in einen immer wiederkehrenden Alptraum.

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Michael Donkor "Halt"Gang aus Ghana

Der britische Autor Michael Donkor und sein Debütroman "Halt" (Cover Edition Nautilus, Autorenportrait: picture alliance / Edinburgh Elitemedia / Ger Harley)

Belinda arbeitet als Hausmädchen in Ghana. Dann soll sie sich in London um die gleichaltrige Amma kümmern. Durch einen dramatischen Zusammenprall unterschiedlicher Wertesysteme wird die zaghaft entstandene Freundschaft auf eine harte Probe gestellt.

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Julie Otsuka: „Als der Kaiser ein Gott war"Nach Pearl Harbor: die Deportation der "Japanese Americans"

Die US-Amerikanische Schriftstellerin Julie Otsuka und ihr Buch "Als der Kaiser ein Gott war" (Foto: Bob Bessoir, Buchcover: Lenos Verlag)

Im Dezember 1941 griff die japanische Luftwaffe den US-Marinestützpunkt Pearl Harbor an. Anschließend wurden viele japanisch stämmige Amerikaner in Lager deportiert. Von einer solchen Familie erzählt Julie Otsuka in ihrem berührenden Roman "Als der Kaiser ein Gott war".

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Köln im SpätmittelalterDer große Schied

Buchcover "Köln im Spätmittelalter" und der Altar der Stadtpatrone im Kölner Dom (Cover: Grevenverlag / Hintergrund: Bildarchiv Monheim GmbH)

Köln im Jahr 1396: Stefan Lochner malt die "Madonna im Rosenhag". Kölner Kaufleute stehen in Verbindung mit fast allen Teilen Europas. Frauen spielen ganz selbstverständlich eine wichtige Rolle im Wirtschaftsleben – davon berichtet eine beeindruckende Stadtgeschichte.

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Thomasin von Zerklære: "Der Welsche Gast"Der "Knigge" der deutschen Ritter

"Der Welsche Gast" aufgeschlagen (Quaternio Verlag)

Wie das gute Benehmen nach Deutschland kam - ein Italiener schenkte den Einheimischen einst eine monumentale Sitten- und Tugendlehre. Und wer den Wälzer nicht lesen konnte, der staunte über die mehr als 100 Bilder.

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George Eliot:"Middlemarch"Menschenkenntnis und Hochspannung

Die englische Schriftstellerin George Eliot (1819-1880), bürgerlicher Name: Mary Ann Evans, gezeichnet von Samuel Laurence (imago/United Archives International)

George Eliot gilt als erste moderne Schriftstellerin Englands - und "Middlemarch", die gewaltige Studie über das Leben in einer fiktiven Kleinstadt um 1830, gehört zu den bedeutendsten englischen Romanen. Zum 200. Geburtstag Eliots stellen wir eine gelungen Neuübersetzung vor.

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Pia Klemp "Lass uns mit den Toten tanzen"Über das Sterben im Mittelmeer

Pia Klemp und ihr Buch „Lass uns mit den Toten tanzen“ (Foto: Paul Lonis Wagner  Sea-Watch, Buchcover: Maro Verlag)

Pia Klemp und ihre Crew haben auf dem Mittelmeer tausende schiffbrüchige Flüchtlinge aus Seenot gerettet. In ihrem Roman erzählt die Kapitänin in direkter, fast sachlicher Sprache von ihren Erfahrungen - was darin Fiktion ist und was tatsächlich erlebt, lässt sie weitgehend offen.

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Aksel Sandemose: "Ein Flüchtling kreuzt seine Spur"Das Gesetz von Jante

Aksel Sandemose und sein Buch „Ein Flüchtling kreuzt seine Spur“ (Foto: Guggolz Verlag / Berndt Klyvare, Buchcover: Guggolz Verlag)

Mit dem fiktiven "Gesetz von Jante" hat der 1899 geborene Wahlnorweger Aksel Sandemose einen stehenden Begriff für kleingeistige Sozialkontrolle geschaffen. Sein autobiografischer Anti-Roman ist nun endlich in neuer Übersetzung erschienen - eine aufrüttelnde Abrechnung mit den Herkunftsverhältnissen.

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Alternativwelt-RomaneVon Fatherland zu NSA

Filmstill aus der Amazon-Serie "The Man in the High Castle" mit Rufus Sewell (re) nach der Romanvorlage von Philip K. Dick (picture alliance / Everett Collection / Liane Hentscher)

"The Man in the high castle" ist eine der erfolgreichsten Alternativwelt-Geschichten unserer Zeit. Das Science-Fiction-Genre füllt die Kassen: Von Andreas Eschbachs "NSA" bis zu Christian Krachts: "Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten". Welche Bücher lohnen sich?

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Charles J. Shields: "Der Mann, der den perfekten Roman schrieb"Knurriges Genie

Buchcover: Charles J. Shields: „Der Mann, der den perfekten Roman schrieb. ‚Stoner‘ und das Leben des John Williams“ (Buchcover: dtv)

Falsches Jahrzehnt, falsche Rezensenten, falsche Gewohnheiten: Im Leben des US-Schriftstellers John Williams lief vieles nicht rund. Charles J. Shields hat nun eine erste, spannende Biographie über den erst posthum entdeckten "Stoner"-Autor geschrieben, dessen Romane heute als Meisterwerke gelten.

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Kathrin Aehnlich: „Wie Frau Krause die DDR erfand“Wem gehört die deutsche Geschichte?

Die Schriftstellerin Kathrin Aehnlich und ihr Buch „Wie Frau Krause die DDR erfand“ (Foto: Verlag Antje Kunstmann/Christiane Eisler, Buchcover: Verlag Antje Kunstmann)

Ein Besser-Wessi will in Kathrin Aehnlichs Satire einen Film über DDR-Bürger machen. Und natürlich hat er klare Vorstellungen, wie die Ostdeutschen darin auszusehen haben: typisch Ossimäßig eben. Hilfe kommt von Frau Krause. Leider gerät der Roman zu brav und holzschnittartig. Die Figuren bleiben blass.

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Caoilinn Hughes: "Orchidee & Wespe"Lüge als Flucht

Die irische Schriftstellerin Caoilinn Hughes (Ed Wright Images)

Caoilinn Hughes erzählt in ihrem gefeierten Romandebüt die Geschichte einer jungen, notorisch lügenden Frau. Sie möchte die Trümmer ihrer dysfunktionalen Familie hinter sich lassen. Am Ende ist sie frei – aber nicht zu authentischen Gefühlen fähig.

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Erich Wolfgang SkwaraOde an die Schönheit

Ortseingangsschild von Menton (Deutschlandradio / Andreas Noll)

Der österreichische Schriftsteller Erich Wolfgang Skwara arbeitet seit über vierzig Jahren an einem literarischen Programm, das ihm eine kleine, literaturkritische Lesergemeinde gesichert hat. Sein neuer Roman nach über zehn Jahren zeigt Skwara auf der Höhe seines Schaffens.

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Ein Besuch in der Bibliotheca HertzianaVom Salon zur Forschungsstätte

Ein Passant geht am Palazzo Zuccari vorbei, dessen Eingangstür und Fenster wie Münder von Gesichtern geformt sind. (AFP)

Die Kölner Jüdin Henriette Hertz kaufte zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Rom einen Palast, veranstaltete dort Soiréen und lud ganz Rom zu Vorträgen ein. Aus ihrem mondänen Salon sollte eine der wichtigsten kunstgeschichtlichen Forschungsbibliotheken werden: die Bibliotheca Hertziana.

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Etel Adnan: "Wir wurden kosmisch"Als wir die Erde verließen

Der erste Mensch im All – kein Brite und gut zehn Jahre später: Juri Gagarin auf dem Weg zum Start 1961  (Roscosmos)

Die Malerin, Autorin und Philosophin Etel Adnan gilt als Kosmopolitin der arabischen Kulturwelt. Vor mehr als einem halben Jahrhundert schrieb sie ein lyrisches Requiem auf den Tod des ersten Menschen im All, Juri Gagarin, das verblüffend aktuell geblieben ist.

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