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Bürgerkrieg in SyrienIS-Terroristen sprengen Foltergefängnis von Palmyra

Die Terror-Miliz Islamischer Staat hat nach Angaben von Aktivisten das berüchtigte Gefängnis in der syrischen Oasenstadt Palmyra gesprengt. Das dortige Gefängnis gilt als Symbol für die Brutalität des syrischen Machthabers Baschar al-Assad und vor allem seines Vorgängers und Vaters Hafis al-Assad. Dieser ließ dort in den 1980er-Jahren hunderte Häftlinge töten.

Im Internet kursieren Fotos von der Zerstörung des Gefängnisses, die offenbar von den Dschihadisten stammten. Die IS-Miliz hatte das in der Wüste gelegene Palmyra mit seinen antiken Kulturschätzen am 21. Mai vollständig unter ihre Kontrolle gebracht.

Über Jahre wurden in Palmyra politische Gefangene festgehalten und gefoltert. Seit Beginn des Aufstands gegen Baschar al-Assad im Jahr 2011 waren dort vor allem Abtrünnige und Deserteure untergebracht. Vor dem Fall Palmyras wurden diese der Beobachtungsstelle zufolge in andere Gefängnisse des Landes verlegt.

Die Exilopposition, die sowohl Assad als auch die IS bekämpft, bedauerte die Zerstörung des Gefängnisses. Auf Twitter schrieb Mohammed Sarmini, einer ihrer Sprecher, dass damit die Beweise für den verbrecherischen Charakter des Assad-Regimes beseitigt worden seien.

Erneut Berichte über Fassbomben

Wie die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, warfen Armeehubschrauber Fassbomben auf die von der IS-Miliz kontrollierte Ortschaft Al-Bab und den Osten der Stadt Aleppo ab. Dabei seien insgesamt 71 Zivilisten, darunter auch Kinder, getötet worden.

Fassbomben sind mit Sprengstoff und Metallsplittern gefüllte leere Ölfässer, deren Abwurf über bewohntem Gebiet wiederholt von Menschenrechtsgruppen und in einer UNO-Resolution verurteilt wurde. Der UNO-Sondergesandte für Syrien, Staffan de Mistura, kritisierte die "wahllose Tötung" syrischer Bürger durch die Luftangriffe erneut als "völlig unannehmbar".

Die syrische Regierung bestreitet den Einsatz von Fassbomben. Der Bürgerkrieg in Syrien dauert inzwischen mehr als vier Jahre. Mehr als 220.000 Menschen wurden in dem Konflikt bereits getötet.

(tgs/nza)

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